Folge 45: Heiligtum mit nassen Füßen

Shownotes

Es ist eigentlich klar, dass die Eiszeit ihre Spuren im Land hinterlassen hat, aber dass sie uns mit einem quicklebendigen Hotspot der Artenvielfalt grüßt und dabei sogar zum einschneidenden Erlebnis werden kann, ist vielleicht doch überraschend.

Kurzer geographischer und historischer Überblick: Wenn man die Orte Geldern, Kapellen und Issum am Niederrhein auf der Landkarte anguckt, ergeben sie ein Dreieck. Mittendrin schlängelt sich die Issumer Fleuth durchs Land, ein schmaler Fluss, der in „nacheiszeitlichen“ Rinnen fließt. Das heißt: hier hat der Rhein vor Urzeiten Wasser- und Steinmassen durchs Land geschoben und dabei ein Muster in der Landschaft hinterlassen. Im Lauf der Zeit sind darin Gewässer und Niedermoore entstanden und mit ihnen eine einmalige Tier- und Pflanzenwelt. Das, was davon heute noch übrig ist, sind die Fleuthkuhlen, Feuchtgebiete von ungeahnter Schönheit. Dass die nicht vertrocknen, ist wiederum der Issumer Fleuth zu verdanken, darum wird sie auch das Rückgrat der Region genannt.

Durch intensive Landwirtschaft und Entwässerungen drohte dieses seltene System zu kippen und vermutlich wäre heute nicht mehr viel übrig, wenn nicht eine Gruppe engagierter Leute schon in den frühen 1990ern gesagt hätte: Hier ist Handlungsbedarf.

Mit Hilfe der NRW-Stiftung werden Flächen gekauft und unter Schutz gestellt. Die Pflege dieser Flächen liegt beim Naturschutzzentrum Gelderland. Was das genau heißt, warum man bei der Arbeit auch ein Heiligtum mit nassen Füßen betritt und was dabei zum einschneidenden Erlebnis werden kann, das hören Sie in dieser Podcastfolge.

Host: Marija Bakker

Studiogast: Monika Hertel, NABU-Kreisverband Kleve

NRW-Stiftung: Alexander Kappes, Abteilung Naturschutz

Vor Ort: Stefan Wallney, Geschäftsführer NABU-Naturschutzzentrum Gelderland Michael Papenkort, ehrenamtlicher Mitarbeiter

Produktion: Arnold Kaup, sounds fresh

Weiterführende Links: www.nrw-stiftung.de Infos zur Nordrhein-Westfalen-Stiftung, Antragsformulare, Ansprechpartner:innen

www.nrw.nabu.de/natur-und-landschaft/natur-erleben Infos und Kontakt NABU-Naturschutzzentrum Gelderland

Transkript anzeigen

00:00:01: Daran erkennt man's Feuchtgrünland.

00:00:03: Okay, das ist nicht, weil es stark geregnet hat?

00:00:05: Das ist hier immer so, ja?

00:00:07: Eigentlich dass du nach Gehör katschierst.

00:00:11: Nein nein aber das finde ich schon ein wichtiger und entscheidender Aspekt, dass man versteht.

00:00:15: Feucht-Grünlander muss nicht das Wasser drin stehen sondern es muss vor allem eben im Boden drin sein.

00:00:24: Förderbande Ein Podcast der LW

00:00:27: Stiftung.

00:00:39: So klingt die Kirche Sankt Maria Magdalena in Geldern.

00:00:42: Sie wurde im XIV Jahrhundert erbaut und enthält sogar einen Heiligen-Schrein.

00:00:47: Es gibt in dieser Gegend am Niederrhein aber auch ganz andere Heiligtümer, die sind um einige Tausend Jahre älter und dank guter Pflege bis heute

00:00:56: lebendig.".

00:00:57: Also wenn wir jetzt hier im Heiligtum uns das genauer angucken dann sehen wir dass die Erlen im Äußeren Bereich halt eben diese Knie von wo an quasi der Torf runter weggesackt ist, halt etwas niedriger stehen Gewässers gucken, dann wird das Knie eben ein bisschen höher.

00:01:15: Der Torf ist weggesagt?

00:01:17: Ja

00:01:17: bzw.,

00:01:18: er ist verstoffwechselt worden also zu wenig Wasser an der Stelle.

00:01:22: Stefan Wallnei, Biologe und Leiter des Naturschutzzentrums Gelderland, dass sich seit vielen Jahren um dieses Niedermorheiligtum kümmert damit es trotz Entwässerung, trotz Landwirtschaft und trotz Klimawandel einen Lebensraum für selten gewordene Pflanzen und Tiere bleibt.

00:01:41: Magdaenden gerade, die

00:01:42: man auch wieder hinten am weißen Popo erkennt an der Seite.

00:01:46: Und die, die jetzt hochgepfiffen haben.

00:01:48: das waren die Bläsgänse, die etwas tiefer trötiger waren, war ein Kanada-Gänse und die, was kretsig wie da sind, das sind die Graugänse

00:01:58: Und damit ein schnatterndes und leider auch allergiebedingt etwas Krächtiges.

00:02:03: herzlich willkommen zu dieser Förderbande Folge, die uns zu den Fleutkühlen am Niederrhein führt.

00:02:09: Ich bin Maria Bakker freue mich dass Sie dabei sind.

00:02:11: sollten sie übrigens direkt mal auf der Karte nach dem Heiligtum bei Geldern suchen?

00:02:16: das könnte schwierig werden.

00:02:17: es ist ein Insider Name.

00:02:19: Außerdem sind viele der Orte, um die es heute geht nur schwer oder gar nicht zugänglich.

00:02:25: Das ist einerseits gut fürs Biotop macht das aber auch schwer als Kostbarkeit erkennbar

00:02:30: Ich bin da auch hingefahren und wollte mir das angucken ist erst mal auf den ersten Blick gar nichts.

00:02:36: Was man so finden kann, es ist eine typische Landschaft im Niederrhein die relativ flach ist.

00:02:41: Alexander Kappes aus der Abteilung Naturschutz in der NRW-Stiftung, die inzwischen einhundertfünfzig Hektar in den Floydkuhlen besitzt Es ist eines ihrer frühen Projekte.

00:02:52: Die NRW Stiftung ist mit eingestiegen der Weich wahrscheinlich zwei Jahre alt.

00:02:56: Schon in den letzten Jahren werden die ersten Flächen gekauft, denn es

00:03:00: gibt nichts langfristigeres im Naturschutz als ins Eigentum zu kommen und die Bedingungen zu diktieren.

00:03:07: Und die Entwicklung ist im Grunde dass das was dieses Gebiet so prägt und einmalig macht schlicht erhalten bleibt.

00:03:14: Die Entwässerung kann nicht weiter vorangetrieben werden, sprich das Wasser bleibt in den Floyd-Kohlen und ein erhöhter Pistizideintrag ist auch nicht mehr möglich.

00:03:21: Weil wir das mit unseren Pachtauflagen verbinden, dass wir eine Extensivierung der Landwirtschaft dann fordern um diese Flechten pachten zu können.

00:03:31: Zwei Komma acht Millionen Euro hat die Stiftung seither investiert.

00:03:34: Das ist eine stattliche Summe, ja aber würde die Stichtung die Flächen erst heute kaufen müsste sie ein Vielfaches an Geld in die Hand nehmen.

00:03:43: zum Glück gab es schon in den frühen nineteen Hundert neunzigern kluge und findige Menschen die das ganze ins Rollen gebracht haben.

00:03:50: Wir haben am Ende des Jahrhunderts die NRW-Stiftung, die ersten Hundert Hektar Land hier kaufen soll und haben gestaunt, dass sie das wirklich gemacht haben.

00:04:01: Weil damals war die Nordrhein-Westfalen Stiftung ja noch relativ jung.

00:04:04: Wir hatten auch noch keine Erfahrung.

00:04:06: Und dann haben wir uns in dieses Abenteuer vor thirty-five Jahren hineingestürzt irgendwie die Flächen zu betreuen und haben dann schon festgestellt, dass das ehrenamtlich ein bisschen viel ist.

00:04:16: Und haben dann im Prinzip so nach und nach halt das hinkriegen können hauplanliche Mitarbeiter einstellen zu können.

00:04:21: Monika Härtel Vorsitzende vom Nabuc-Kreisverband Kleve ist Frau der ersten Stunde und wenn jemand also berichten kann wie sich die Floyd Kuhln seither entwickelt haben dann ist sicher Sie es.

00:04:32: Und ich freue mich sehr, dass sie den Weg nach Köln angetreten hat und jetzt hier bei mir im Förderband der Studio ist.

00:04:37: Herzlich willkommen!

00:04:38: Vielen Dank für die Einladung!

00:04:39: Frau

00:04:39: Härtel hatten sich jemals damit gerechnet das es so eine lange Geschichte werden würde dieses Abenteuer?

00:04:44: Nee, wenn ich das geeint hätte weiß ich auch nicht ob ich damals im Vorstand dem zugestimmt hätte.

00:04:53: Also man hat mich da mal schon ein bisschen überzeugen müssen weil mir schon klar war dass es nicht ganz so einfach werden würde so viele Flächen und große Flächen zu betreuen die ja auch sehr unterschiedlich sind.

00:05:04: also wir haben über die Jahre hinweg Lernen müssen, wie man Wald bewirtschaftet.

00:05:09: Lernen wissen, wie mit einem Fließgewässer irgendwie umgeht.

00:05:13: Lernen müssen wir diese Torfstich-Gewässer zum Managen sind und vor allem natürlich lernen müssen wie das mit dem Grünland funktioniert in Kooperation mit den ortsansässigen Landwirten.

00:05:23: Apropos ja springe ich nochmal einen Schritt zurück.

00:05:26: Wie kamen Sie denn überhaupt an die Flächen?

00:05:27: Wir haben den Hinweis bekommen, dass das sogenannte Gut Beerenburg zum Verkauf steht.

00:05:32: Also die Flächen davon nicht, die Immobilie.

00:05:35: Dann gab es den weiteren Hinweis, dass die Nordrhein-Westfalen Stiftung eine Einrichtung ist, die solche Flächen kauft und aber nur auf Antrag.

00:05:44: Und dann haben wir halt fröhlich den Antrag gestellt und uns gewundert, dass dies funktioniert hat.

00:05:49: Wir haben in den Antrag reingeschrieben, dass bei diesen hundert Hektar Fläche, die da zum VerKauf standen, vierzig Hektare Ackerflächen dabei sind Und wir haben der NRW-Stiftung angeboten, zu helfen diese vierzig Hektar Ackerflächen nach und nach halt zur Tauschen gegen feuchtes Grünland, gegen Bruchwald.

00:06:05: Also Nassenwald gegen coolen Gewässer also Teiche.

00:06:09: Sie haben also erstmal Tauschware besorgt?

00:06:12: Zum Teil genau!

00:06:13: Es hat wirklich funktioniert und letztlich ist daraus eine Win-win Situation entstanden weil die Flächeneigentümer halt Ackerland bekommen haben für ihre landwirtschaftlichen Betriebe aber im Gegenzug halt unter speziellen Konditionen dann auch das Grünland zurückpachten konnten.

00:06:28: Das war für den Nabu bei unseren Aktionen, die wir dann halt so nach und nach geplant haben eine gute Ausgangssituation.

00:06:33: Um es einmal kurz einzuordnen wie die Verbindungen sind der Nabukreisverband Kleve hat damals um das Ganze überhaupt stemmen zu können das Naturschutzzentrum Gelderland ins Leben gerufen.

00:06:46: Also die Gründung des Naturschutzzentrums Gelderland ist im Jahr three-neunzig erfolgt, also später nach dem Ankauf.

00:06:51: Und das erste hauptamtliche Personal haben wir damals über Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen halt einstellen können erst im Jahr ninezig.

00:06:58: Sie waren ja damals offenbar alarmiert.

00:07:00: Also haben Handlungsbedarf gesehen was diese Flächen betraf?

00:07:04: Wie war denn der Zustand in den frühen Neunzigern in den Floyd Kuhlen?

00:07:08: Wir haben damals den Trend gesehen, dass zunehmend entlang der Isommer-Fleut Grünland also Wiesen und Weiden umgebrochen worden sind.

00:07:15: Umgebrochene?

00:07:16: Umgewochen heißt, dass man daraus Maisackerflächen gemacht hat.

00:07:20: Und Mais wird halt sehr stark gedüngt, sodass dieses Fließgewässer Isommar-Floid ein kleiner Flachlandbach relativ viele Nährstoffe abgekriegt hat Tabe sie im direkten Kontakt mit diesen alten Torfstichgewässern.

00:07:34: Tabe

00:07:35: entwässern aber auch Torf- stich Gewässer und Nebengräben in die Istomer-Fleut hinein.

00:07:39: Das war uns ein Anliegen, diese Nährstoffeintrag unter anderem zu minimieren.

00:07:43: Ich habe nachgeschaut.

00:07:44: das Wort Floyd kommt aus dem niederdeutschen.

00:07:46: Da steckt das Wort flieten Fliesen drin.

00:07:49: Aber was sind denn jetzt eigentlich Floyd-Kuhlen?

00:07:52: Ist ja irgendwie ein Widerspruch.

00:07:54: Ja, so'n bisschen auf den ersten Blick schon... aber letztendlich ist immer Floyd fließt als kleiner Bach heute in sogenannten nacheiszeitlichen Rinnen.

00:08:05: Das heißt vor zehn tausend Jahren ungefähr haben sich die letzten Gletscher am Niederrhein zurückgezogen und der Rhein als Riesengewässer hat damals jede Menge Kiese und Sande halt am Niedereien abgelagert.

00:08:17: Und in diese relativ unwirksame Landschaft haben sich dann halt Rinnendstrukturen eingeschliffen.

00:08:23: Die Ismar-Fleut nutzt heute eine solche nacheiszeitliche Rinne, und es gab aber eben noch mehr Rinnestrukturen.

00:08:29: In einigen dieser Rinnen hat es Verlandungsprozesse gegeben, sodass Niedermore entstanden sind.

00:08:34: Sie sind halt im sechzehnten, siebzehn-, achzehn Jahrhundert ausgetorft worden.

00:08:39: Da hat man den Torf gewonnen weil das ein wertvoller Brennstoff war und weil man den auch für andere Dinge genutzt

00:08:44: hat.

00:08:44: Damals gab es natürlich auch noch nicht die Ortsmarken.

00:08:46: Aber wir haben sie heute und man kann sagen, dass ist so eine Art Dreieck gibt rund um die Floyd-Kuhlen.

00:08:53: Wir sind ja in Geldern gestartet aber es ist eigentlich zwischen drei Städten.

00:08:57: Mögen Sie uns einmal kurz skizzieren wo wir da sind?

00:09:00: Zwischen Geldern dann der Ortschaft Geldern Kapellen Und Isum Der Gemeinde Isum.

00:09:06: Also in diesem Bereich liegen die Floyd-Kuhlen.

00:09:08: Ein Großteil des Schutzgebietes gehört zum Stadtgebiet von Geldern, ein kleinerer Teil das Teilgebiet Wittai.

00:09:15: Das Licht im Süden der Gemeinde ist um und das sozusagen eigenständig hat auch einen etwas anderen Charakter teilweise.

00:09:21: Wer jetzt durchs Land radelt oder fährt und sich da umguckt?

00:09:24: Wir haben es gehört!

00:09:25: Sieht erst mal nichts Auffälliges.

00:09:27: aber wenn man weiß worauf man achten muss dann sieht man ja schon auch Unterschiede.

00:09:33: Wir sind nämlich im Kendall und Donkenland, da würde ich Sie jetzt noch mal bitten um eine kleine Vokabellehre?

00:09:38: Ja die Donken sind die höher gelegenen Bereiche in dieser durch die Nacheiszeit geschaffenen Landschaft.

00:09:47: Also Höhe ist immer so ein Meter einen halb

00:09:49: ne?

00:09:49: Genau da geht es um einen halben zwei Meter und darauf befinden sich auf die Siedellagen.

00:09:54: also Das hört man auch oft im Namen Wachtendonk, Winikendonkk.

00:09:59: Das sind Ortslagen auf einer Donk und damit waren diese Ortslagen hochwassersicher.

00:10:04: Und die Kendall sind im Prinzip diese nacheistradlichen Rinnen, wo halt dann eben entweder deniers oder die ist mal fleute Gelder nach fleut also verschiedene kleine Flachlandflüsse durchgehen oder halt eben die zu fließenden Gräben.

00:10:16: Um die Gegend und vor allem die Arbeit in den Floyd-Coolen kennenzulernen, habe ich Anfang März einen Tag dort verbracht.

00:10:21: Da hatten mich Monika Härtel zusammen mit Stefan Wallnei, dem Geschäftsführer des Naturschutzzentrums Gelderland, Kreuz und Quer durch die Gegende geführt.

00:10:29: Die Ansage war, Gummistiefel mitbringen und los geht's!

00:10:42: Das ist jetzt hier der erste Teich, den wir uns angucken.

00:10:45: Ich packe mal von der Schranke.

00:10:49: Gummestiefe?

00:10:51: Ähm,

00:10:51: hier noch nicht unbedingt.

00:10:55: Das ist das für ein

00:10:55: hübsches Anwesen dort?

00:10:58: Haus Beerenburg!

00:11:00: Ein weißes Herrenhaus mit geschwungenem Giebeln gehört zu den bedeutenden Schlössern und Burgen im Gelderland wie ich später nachlese.

00:11:07: Deswegen heißt dieser Teich bei uns Beerenburger Kuhle also gibt keine offiziellen Bezeichnung.

00:11:15: halt für solche Gewässer.

00:11:16: Und dass es jetzt in der W-Stiftungsgebiet oder ...

00:11:20: Auf der linken Seite ist Stockente, also die typischen mit dem grünen Kopf.

00:11:23: Und auf der rechten Seite haben wir welche mit so einer schwarzen Flanke, grauen Flügeldecken und braunen Kopf.

00:11:29: Das sind Schnatterhänden, werden in letzter Zeit wieder ein bisschen mehr und sind typisch für unsere Kugelngewässer.

00:11:35: Wollen Sie mal gucken?

00:11:36: Ja!

00:11:37: Mit Fernglas.

00:11:38: Stefan Wallnay hört die Vögel meist schon bevor wir sie sehen.

00:11:42: Er hat die Vogelstimmen so gut im Ohr wie eine Dirigentseinorchester.

00:11:46: Er sieht sie aber auch von Weitem.

00:11:49: Die schwarze Flanke hinten ist sehr einfach zu erkennen.

00:11:52: Abgefahren,

00:11:53: ja!

00:11:53: Und irgendeine Spezialisierung braucht man dann nun mal.

00:11:56: Also man braucht eine Berechtigung, an der Biostation arbeiten zu dürfen.

00:12:00: Ich empfinde das immer wieder so ein bisschen als Privileg tatsächlich hier arbeiten zu durfen.

00:12:04: wenn man sich jetzt das Vogelkonzert anhört Brutvogelkartiernes morgens halt echt schon schön.

00:12:10: ich weiß was er meint.

00:12:12: vor uns liegt einen Teich in dem sich das Haus Beerenbruck malere spiegelt die Sonne scheint Hier und da brechen erste Schwertlilien durch die Erde.

00:12:22: Aber dieses Szenerie hat noch viel mehr zu erzählen.

00:12:25: Die beiden führen mich an diesen Ort, weil hier noch vor drei Jahren alles zugewachsen war.

00:12:30: So zugewachsen, dass man Haus Beerenburg dahinter gar nicht mehr gesehen hat?

00:12:34: Ja ja, das heißt wir haben hier vor drei jahren halt eine sogenannte Markomaßnahme also eine Maßnahme nach dem Maßnahm-Konzept Flollkuheln halt durchgeführt Und zwei, dreimal sind sehr viele Bäume rausgeschlagen worden ganz bewusst Weil das ein wichtiges Gewässer einmal für Libellen ist, aber eben auch zum Beispiel halt für den kleinen Wasserfrosch.

00:12:52: Das ist eine Art die durch die Flora Fauna Habitat Richtlinie zusätzlich geschützt ist also eben nicht nur auf der roten Liste steht sondern noch einen zusätzlichen Schutzstatus hat.

00:13:02: sozusagen Die haben ja immer schon geleicht und dementsprechend auch geballst vorher natürlich Aber sind.

00:13:09: nachdem wir das freigestellt haben waren es plötzlich viel mehr

00:13:12: Super.

00:13:12: Ein paar Schritte weiter liegt ein sogenannte Erlenbruch, also einen Wald der auf sumpfigem Boden steht und permanent nass ist.

00:13:22: Oder sein sollte?

00:13:23: Da kommen wir leider noch mal auf das Thema Veränderung der Landschaft zu sprechen, denn bei den Ehren sieht man so Knie.

00:13:31: Sie sehen diese stärkeren Ausbuchtungen.

00:13:33: Unten drunter ist ein Geflecht, was an Mangroven erinnert.

00:13:36: Ich

00:13:36: hätte erst mal Wurzelwerk gesagt, aber das ist es wohl nicht!

00:13:39: Doch ist es, allerdings ist das traurigerweise leider schon effekt.

00:13:44: Davon, dass an den Stellen das Moa sich zurückzieht wie so eine Toffboden, sich mineralisiert.

00:13:51: Diese Knie dann quasi freistehen und damit die Bäume weiter standhalten werden halt seitlich Wurzeln gebildet um die Bäome zu stabilisieren.

00:13:58: Oh der Hand sieht man, dass sie schon echt nachgearbeitet hat.

00:14:01: Richtig

00:14:01: genau also.

00:14:02: das heißt wir haben an der Stelle in der Vergangenheit schon dieses Stückchen Moaboden verloren.

00:14:07: Das ist fast Meter.

00:14:09: Ja das ist nicht wenig

00:14:10: Ein Phänomen, das auch vor Heiligtümern nicht halt macht.

00:14:14: Wir werden diesen erlen Knien heute noch öfter begegnen.

00:14:17: Aber erst mal begegne ich einem absoluten Winzling in diesem Biotop nur durch die Profilupe überhaupt erkennbar.

00:14:25: Nicht so viel

00:14:26: Brusten!

00:14:27: Die müssen wirklich ganz, ganz, und dann sehen Sie ... Das ist eine der unserer Windelschnecken?

00:14:36: Nein, sie haben sie noch im Ärmel.

00:14:41: Aber ich habe sie gesehen.

00:14:42: Sie ist das Bild schön!

00:14:46: Ich würde sagen, viele würden ja sagen unscheinbar... sehr unscheINBA!

00:14:52: Aber tatsächlich ist das eine.

00:14:53: Nein, wie viele Granen das da genug ist?

00:14:55: Genau

00:14:56: und innen drin hat dieses Mund des Gehäuses sind halt so ganz viele kleine Zähnchen drinnen die halt zur Strukturen bilden.

00:15:02: daran kann man die Schneckenart genau bestimmen.

00:15:04: Diese Schnecken sind halt eben an großblättige Sauerkräser gebunden.

00:15:09: oder dass andere besondere Gras.

00:15:10: was wir hier noch an wenigen Stellen am ganz ganz wenigen stellen haben Das ist die sogenannte Schneide.

00:15:15: Und über diese Schneide kann uns Monika Härtel noch ein bisschen mehr erzählen.

00:15:20: Aber wir setzen hier auch einen Schnitt und reden im Studio weiter.

00:15:31: Ja, Frau Härtl ... Ich hab immer noch in der Fingerkuppe einen kleinen Schnitt

00:15:36: von dieser

00:15:37: Klanze.

00:15:39: Das war ganz schön tief!

00:15:40: Aber Sie haben, sag ich mal, noch einschneidendere Erfahrungen gemacht?

00:15:44: Ganz

00:15:44: so dramatisch was nicht.

00:15:45: Wir wissen ja mit welchem Kraut wir da zu tun haben.

00:15:48: Stellen Sie es uns doch bitte vor.

00:15:49: die Schneide

00:15:50: Also die Schneide ist in etwa ein Meter zwanzig hohes Gras mit Blättern, die so etwa einen Zentimeter breit sind.

00:15:58: Die Blätter sind an den Rändern und an der Rückseite also an der Mitte-Rippe relativ scharf gezähnt.

00:16:07: Wir hören es mal!

00:16:09: Da sind wir mit dem Finger nage drüber gegangen.

00:16:12: Genau perfekt Wenn die Schneiden blüht dann schiebt sie aus ihrer Mitte halt Blüttenstände, die dann bis zu einem Meter achtzig hoch sind.

00:16:21: Das ist wahrscheinlich ein terzieres Relikt.

00:16:23: Also eine Pflanze aus dem Terziers stammt, genau.

00:16:27: Sind wir dabei diesen Zehntausend Jahren ungefähr?

00:16:29: Nee da sind wir ja noch weiter zurück und das ist vor allen Dingen eine Pflanzen die aus eigentlich Warmzeiten stammten.

00:16:36: aber irgendwie hat sie es geschafft und als ich die Floyd-Coolen kennengelernt habe Anfang der neunziger Jahre deutlich mehr Bestände, als wir sie heute haben.

00:16:45: Heute ist die Schneide wirklich nur noch an ganz wenigen Stellen zu finden.

00:16:48: Es wird aber einmal kurz werden, weil Sie haben mir damals erzählt, dass Sie irgendwann mal Unterholz aus so einem schneiden Gebiet rausnehmen mussten?

00:16:55: Genau ich habe mit unserer Mitarbeiterin zusammen und wir haben beide halt ... Die Schneide freigestellt sagt man so schön.

00:17:00: das heißt wir haben da im Prinzip weidengebisch junge Weiden, die da aufgewachsen sind.

00:17:05: Die haben wir rausgeschnitten mit einer Hand säge und sind dadurch gelaufen und hatten hinterher beide rechts und links in Gesicht ein paar leichte Schmisse.

00:17:12: Das mochte sie wohl nicht, die Schneide.

00:17:16: Wir haben ja nicht in einer Schneider rumgeschneiden, sondern wir haben halt sich freigestellt, weil die Schneidere reagiert relativ empfindlich auf Beschattung und zieht sich dann wirklich zurück beziehungsweise blüht erst mal nicht mehr, fruchtet nicht mehr und der nächste Schritt ist halt dass sie eben wirklich weniger wird.

00:17:31: Was macht Sie jetzt so besonders wertvoll für die Floyd Kuhlen?

00:17:34: Naja, sie ist unter anderem halt Lebensraum für die Bauchwegewindelschnecke also diese FFH-Anhangart Also auch noch mal eine Art, die halt nach europäischem Gesetz besonders geschützt ist.

00:17:46: Ist denn dieser Schneide auch dieser Begriff Heiligtum zu verdanken?

00:17:51: Ist es das oder ist es dann die Windelschnecke?

00:17:54: Heute kann man das durchaus darauf beziehen.

00:17:56: Damals hat diesen Begriff nicht jemand geprägt der... dort regelmäßig nach Vögeln geguckt hat.

00:18:02: Weil er das heilig empfunden hat?

00:18:04: Ja, weil es eben ein besonderes Gebiet ist.

00:18:06: Es ist wirklich nicht zugänglich schwierig zu erreichen und bietet aber schon einige spezielle Besonderheiten, spezielle Pflanzen und spezielle Tiere.

00:18:15: Nun ist ja die kleine Windelschnecke ganz sicher kein Problem für die Schneide im Gegenteil.

00:18:20: Die lebt da drauf und futtert dem Gras einen Pilz vom Halm.

00:18:23: Was wird denn eigentlich zum Problem für diese Schneide?

00:18:27: Dass die Schneide so stark zurückgegangen

00:18:28: ist,

00:18:29: liegt natürlich einerseits ganz generell auch im Klimawandel.

00:18:32: Dass eben diese trockenen Jahre gegeben hat und sie dadurch bedrängt wird.

00:18:37: Die braucht feuchte Füße?

00:18:38: Ja,

00:18:39: aber der Hauptfaktor den wir identifizieren konnten war halt dass die schneiden Wurzeln, ihre Zome von Nutriers weggefressen worden sind.

00:18:50: Die Schneide ist an fast allen Stellen verschwunden wo die Nutrieres wirklich an diese Wurzel ran tauchen konnten.

00:18:56: Zusätzlich haben wahrscheinlich die Graugänse auch noch ein bisschen nachher rumgezupft und die Blätter ein bisschen ruiniert, aber entscheidend ist mit Sicherheit der Fraß von den Nutriers.

00:19:05: Und jetzt werden die Nutrias gefangen wenn möglich?

00:19:08: Aber sie haben mir auch andere Maßnahmen gezeigt.

00:19:10: das waren so Draht-Zäune in den Kulen im Wasser um die Nutriers abzuhalten.

00:19:15: Können Sie es einmal kurz erklären, was das für eine Maßnahme ist?

00:19:17: Ja der Hintergrund ist dass wir seit Längerem feststellen, dass halt Schilfrüter insgesamt in dem Gebiet also in den insgesamt sechsten Malteckter großen Gebiet zurückgegangen sind und aufgrund dessen ist halt nach diesem Maßnahmenkonzept die außerigetroffen wurden, dass halt Schilf zusätzlich wieder geschaffen werden soll.

00:19:35: Und dazu haben wir an geeigneten Stellen Gewässer neu geschaffen bzw alte Gewässern, die sehr stark verbuscht und verlandet waren.

00:19:44: Die haben wir wieder geöffnet und haben dann gleichzeitig eben Schilfe gepflanzt.

00:19:48: Damit die Nutriers uns das frisch gepflanzte Schilfen nicht weg fressen ist es in solche Kästen gesetzt

00:19:54: worden.".

00:19:54: Wie kommt denn eigentlich der Biber?

00:19:57: Hier im Grunde dann auch hergehört.

00:19:59: Wie kommt der eigentlich mit dem Nutrierklan zurecht?

00:20:01: Also irgendwie, weil die sich gegenseitig verdrängen ist meines Wissens wohl noch ein bisschen umstritten.

00:20:06: also es gab wohl mal auch Aussagen das da wo Biber sind dass da keine Nutriers mehr sind.

00:20:10: das können wir nicht bestätigen.

00:20:12: Biber staunen in bestimmten Bereichen halt.

00:20:15: die Nebengewässer der Esmerfleut versuchen immer wieder allerdings auch die Esmerfleut zu staunnen und das ist dann immer ein bisschen schwierig weil eben die Esmarfleut hauptvorfluter ist und freigehalten werden muss.

00:20:26: Aber so grundsätzlich tolerieren Sie den Biber dann schon, wenn der hier mal irgendwo dran knabbert.

00:20:30: Dann ist das okay oder?

00:20:32: Der Biber frisst in der Regel keine Wurzeln von Schilf.

00:20:35: also der Biber ernährt sich im Winter halt von der Rinde von dem Bäumen die er halt gefällt hat und ihm in den Sommermonaten also Frühjahr bis Herbst sage ich mal frist alles mögliche Grünzeug was da halt eben so am Rand von den Gewässern steht.

00:20:48: Das ist unproblematisch dass weg nach und fertig ist.

00:20:51: Apropos Biber und Bibertätigkeiten, ich hab ja einen Ort kennengelernt, an dem sie Bibermaßnahmen von Menschenhand gemacht haben.

00:20:59: Und da zoomen wir jetzt einfach mal rein.

00:21:04: Man sieht also jetzt auf dem Handy-Display was die Kamera sieht?

00:21:09: Michael Papenkort steht mit seiner Drohne an der Issumer Floyd, die gemächtlich vorbei fließt.

00:21:15: An der Fernbedienung kann man hier Fotos machen oder hier Videos aufnehmen.

00:21:20: Jetzt starten wir die Mal!

00:21:28: Die DrohNE kann sich in jede Richtung bewegen oder auch in der Luft stehen bleiben.

00:21:32: Und sofort haben wir einen fantastischen Überblick über die Gegend.

00:21:36: Jetzt

00:21:36: kann man auch ein Foto machen, ja?

00:21:40: Wenn wir jetzt drehen, dann kann man schön sehen ... Da kommt der Löwshof, ne?

00:21:45: Ja!

00:21:45: Man dreht weiter und da kann man wunderschön sehen... dass durch dieses kleine Wehrwerfer, das Wasser angestaut worden ist.

00:21:52: Da hinten sind die Flächen zu

00:21:54: erkennen.".

00:21:54: Mit einer zwei bis drei Meter breiten Holzkonstruktion wird ein Altarm der Isomafleut gestaut damit das Wasser nicht sofort in die Fleut abfließt und die Fläche dahinter gut feucht bleibt.

00:22:06: Um das zu erreichen, hat Michael Papenkort schon einige Maßnahmen mitgestaltet.

00:22:11: Auch in anderen Bereichen der Floyd-Coolen.

00:22:13: Alles Stellen, die einfach von der Natur aus überwuchert wurden ... Mit Brombeeren und Erlen oder Weiden.

00:22:21: Und die dann im großen Stil mit Baggern und schwerem Gerät freigeschaufelt wurden.

00:22:27: Sodass ich da jetzt wieder Säcken und Schilf ansiedeln kann um entsprechende ... Vögel zum Beispiel, was haben wir gesagt?

00:22:35: Rohre Ammern und solche Tiere wieder ansiedeln können.

00:22:39: Also ohne an dieser Aufnahme können dann die Mitarbeiter vom Naturschutzzentrum beurteilen, hat die Maßnahme erfolgt gehabt.

00:22:47: Was müssen man noch verändern?

00:22:49: Wo müssen wir eventuell noch Bäume roten oder roten lassen?

00:22:52: So jetzt ist hier sieben achtzig Komma.

00:22:53: fünf Meter Biscuit können wir noch steigen.

00:22:55: Jetzt sagt der gleich

00:22:56: Maximum Flight Altitude

00:22:58: reached

00:22:59: Also maximale Flucke erreicht.

00:23:01: Auch von dem ganzen Verlauf kann man schön Fotos machen!

00:23:04: Die Isomafleut sieht von oben aus wie eine langgezogene Linie, die an einer Seite glatt und an der anderen etwas ausgefranst ist.

00:23:12: Das sind Naturschutzbuchten.

00:23:14: Es sind acht Stück, die wir da geschaffen haben.

00:23:16: Das ist wirklich ein Gewinnhalt für das Gebiet.

00:23:20: Soll sie wieder da landen?

00:23:22: Ja, sogar führen uns erst mal

00:23:23: selber hin.

00:23:25: Lächeln da oben

00:23:29: hin.

00:23:39: Und wir sind wieder im Förderbandestudio gelandet.

00:23:41: Zusammen mit Monika Härte, der Vorsitzenden vom NABU-Kreisverband Kleve.

00:23:46: Frau Härte haben da offenbar sehr engagierte und fitte Ehrenamtliche am Start.

00:23:52: Michael Papenkort ist schon sieben Jahre.

00:23:54: dabei hat er mir erzählt.

00:23:56: Der kannte sich ja super aus!

00:23:57: Er hat auch sehr geschwärmt von der Arbeit von dem Miteinander das er da erlebt.

00:24:02: Er trifft sich da offenbar immer Mittwochs mit seinen Leuten.

00:24:05: Wie kommen sie an die Menschen?

00:24:06: oder wie kommen die Leute an Sie?

00:24:08: Bei dieser Mietwochsgruppe sind es oft Menschen, die halt nicht mehr arbeiten und für sich einfach in der Natur eine Beschäftigung suchen, die uns ansprechen und wo wir dann sagen, guckt ihr das mal an ist das was für euch.

00:24:19: Und da spielt eben zum einen halt die Betätigung in der freien Natur halt eine Rolle, zum zweiten aber auch ja der Zusammenhalt innerhalb der Gruppe.

00:24:27: Dann haben wir andere Menschen, die halt andere Fähigkeiten haben und dann eben sich dort einbringen.

00:24:33: Also man kann sich einfach melden im Grunde erstmal?

00:24:35: Genau!

00:24:36: Gibt es dann sowas wie Schulungen oder Einführungskurse weil teilweise ist das Wissen ja sehr spezifisch dass man braucht.

00:24:41: also allein bei einem Heckenschnitt würde ich jetzt nicht jemanden ran lassen der nicht weiß was er tut.

00:24:46: Also das ist so ein bisschen unterschiedlich, also dass manchmal Learning by Doing in dem man halt in so einer Gruppe mit dabei ist und dann eben von den anderen Gruppenmitgliedern sozusagen eingeführt wird.

00:24:56: Wir haben aber gerade aktuell auch einen Projekt wo halt Ehrenamtliche im Bereich Naturschutz ausgebildet werden.

00:25:02: Daran nehmen fast zwanzig Personen teil, ob die jetzt alle hinterher im Bereich der Floyd-Kuhlen aktiv werden oder ob sie meintwegen im Amphibienschutz eine eigene Schwerpunkt sehen.

00:25:12: Oder beim Schutz von Schleierrollen und Steinkolzen muss man dann eben sehen.

00:25:17: Auf jeden Fall ist die ehrenamtliche Arbeit eine gute Möglichkeit um die Floyd Kuhlen wirklich kennenzulernen.

00:25:23: das ist ja sonst echt ein bisschen schwierig.

00:25:26: Es gibt nur wenige Stellen, wo man wirklich einen Einblick bekommt.

00:25:30: Da, wo wir waren an der Beerenburg-Kuhle in der Nähe von Haus Beerenbruck im Teilgebiet Finkenhorst, da kriegt man noch einen guten Einblick.

00:25:38: Es gibt ein paar andere Stellen, die wir in einer Broschüre, die vor vielen Jahren rausgegeben haben auf einer Karte auch gekennzeichnet haben und wo man Gewässer sieht und in die Gewässe reingucken kann.

00:25:50: Aber es ist meistens schwierig, weil das Gebiet so ein bisschen barockig in die Landschaft gegossen ist oft eben von Ackerflächen und Waldgebieten, die aber nicht zugänglich sind umgeben ist.

00:26:02: Und es gibt auch keine Wege, die halt so durchführen.

00:26:04: Wie gehen Sie denn damit um?

00:26:06: Dass man diesen großen Schatz, den sie da hegen und pflegen, von außen kaum erkennt.

00:26:10: Stell ich mir schwierig vor!

00:26:12: Ist das auch... Also im Moment sind wir gerade dabei uns ein Projekt zu überlegen was halt die Floyd-Kuhlen sichtbarer und erlebbarer machen soll.

00:26:22: Das ist aber noch in der Planung.

00:26:24: Auf jeden Fall haben sie im Naturschutzzentrum Gelderland Menschen, die ganz genau wissen wofür sie sich da jeden Tag einsetzen.

00:26:31: Ich möchte an dieser Stelle gerne noch mal Stefan Wallner zu Wort kommen lassen der sich mir als Geschäftsführer in Einarbeitung vorgestellt hat und als wir in der Nähe vom Heiligtum unterwegs waren, hat er nämlich eine Geschichte erzählt, die er vor zwei Jahren dort erlebt hat.

00:26:46: Die ist schon echt besonders!

00:26:49: Und ich bin morgens beim Kartieren um dieses Gewässer drum rumgelaufen, um alle Wasservögel zu zählen und plötzlich habe ich gesehen dass so drei vier Meter von mir entfernt plötzlich was in der Wiese sich bewegt.

00:26:59: Das fand ich ganz erstaunlich und hab dann festgestellt das sind leichende Karpfen.

00:27:02: die haben in der wiese abgeleicht.

00:27:04: die nutzen Pflanzen die ins Wasser reinragen um ihre Eier abzulegen und die schwammen wirklich durch die Wiese und machen dabei ja so schlängelnde Bewegung hinten mit der Schwanzflosse Kapfen durften das auch nach ganz gut hingekriegt haben, wieder zurück ins Gewässer zu kommen bevor es ausgetrocknet ist.

00:27:23: Das war wirklich ... Das kenne ich ansonsten nur von Natur-Dokus muss man ganz ehrlich sagen.

00:27:29: und das war das erste Mal dass ich dann da stand und dachte so ja okay gut mir war vorher schon bewusst was für ein wertvolles Gebiet hier um die Nase habe aber dass sich sogar leichende Kapfen quasi direkt zu meinen Füßen stehen haben.

00:27:41: Auf der Weide!

00:27:42: Das ist halt schon irgendwie das schon irgendwie bisschen etwas besonderes.

00:27:46: Ist schon doll, oder?

00:27:47: Gehört das dazu, dass man nicht nur Heiligtümer sondern auch so kleine Wundererlebte bei Ihnen.

00:27:51: Ja es kommt immer wieder vor.

00:27:53: also es sind manchmal halt wirklich überraschende Dinge.

00:27:56: Also ich untersuche seit einiger Zeit Nachtfalter und da haben wir ja auch so einige Besonderheiten schon als wir uns die Nächte um die Ohren gehauen haben.

00:28:04: Ein großes Eichenkamin unter anderem ist schon eine Besonderheit.

00:28:11: Wie sieht der aus?

00:28:11: Ein relativ großer Nachtfalter.

00:28:13: Er hat Vorderflügel, die so grau-brauen mehliert sind, sehr unscheinbar aber die Hinterflüge sind richtig quietschrot.

00:28:22: Das klingt auf jeden Fall auch nach einer besonderen Begegnung!

00:28:25: Ich würde gerne ein bisschen in die Zukunft gucken.

00:28:28: im Nabunaturschutzzentrum hat es ja inzwischen schon einen Generationenwechsel gegeben das ist zumindest mein Eindruck.

00:28:35: da rückt gerade die jüngere Riege nach.

00:28:38: wie sind sie gestimmt mit dem Blick nach vorne?

00:28:40: Ich bin da ganz optimistisch.

00:28:42: Wir haben einfach sehr viel Glück gehabt, dass wir im Hauptamt schon mal einen guten Generationen zur Wechsel hingekriegt haben und im Ehrenamt müssen wir jetzt so nach und nach da halt auch ran.

00:28:51: Gibt

00:28:51: es Wünsche?

00:28:52: Haben Sie Wünschen für die nächsten wichtigen Schritte, die so anstehen?

00:28:55: weil sie sagten ja eben auch, da ist einiges in Arbeit?

00:28:57: Ja, wir wünschen uns vor allen Dingen wirklich ein paar mehr Menschen, die halt zwischen dreißig und fünfzig sind und sich langsam einarbeiten ... dann auch dabei begleitet werden können und dann aber auch einen langen Atem haben, weil den braucht man im Naturschutz, im Kreis Kleve.

00:29:15: Also ich kann für mich nur sagen, ich habe einmal mehr einen wunderschönen Flecken Nordrhein-Westfalen kennengelernt und bin wirklich froh darüber – also ich wäre sofort dabei glaube ich!

00:29:25: Die Floyd Coolen haben mich nämlich echt berührt und ihre Arbeit auch.

00:29:28: darum vielen, vielen Dank dass sie mir vor Ort ganz viel gezeigt haben und auch hier am Studio nochmal einiges erzählt haben.

00:29:34: Monica Härthel, vielen dank.

00:29:35: Danke für die Möglichkeit.

00:29:37: Dann geht wie immer auch an alle, die uns zugehört haben.

00:29:40: Wenn es Ihnen gefallen hat, empfehlen Sie uns gerne weiter!

00:29:42: Wir freuen uns natürlich auch über Feedback und wenn sie mehr NRW-Stiftung erleben wollen dann werden Sie doch ganz einfach Mitglied im Förderverein.

00:29:49: – Alle Infos gibt's unter nrw-stiftung.de.

00:29:53: Meldet sich auch gern, wenn Sie Unterstützung für Ihr spannendes Projekt suchen.

00:29:56: Es könnte der Beginn einer langen Freundschaft sein.

00:29:58: Darum gehts ja auch immer wieder hier im Podcast.

00:30:00: Ich sag tschüss für heute.

00:30:01: Nächstes Mal geht's mit Cornelia Wegerhoff übrigens auch an den Niederrhein und zwar ins BC Kuckuckhaus, da treffen sie auf den Prinzen der Landschaftsmalerei.

00:30:29: Bis dahin!

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