Folge 47: Wo geklappert wird, da fliegen Störche
Shownotes
Die Geräuschkulisse in Petershagen im nordöstlichen Zipfel Nordrhein-Westfalens kann schon mal anders klingen als an anderen Orten. Man sollte sich auch nicht wundern, wenn plötzlich Gespräche verstummen und Leute fasziniert nach oben gucken. Auf etlichen Dächern oder in Baumkronen klappert es nämlich gehörig. Hier wohnt der Storch. Er baut sein Nest, paart sich, zieht die Jungen groß und stolziert durch die Gegend. Ganz familiär.
Für Ortsansässige ist das der Normalfall. Anfang Mai 2026 liegt die Zahl der Storchenpaare bei 190 Paaren. Vor etwa 40 Jahren sieht die Welt ganz anders aus. Nur noch 3 Paare leben damals hier – und das sind die letzten in ganz Nordrhein-Westfalen. Darum gründet sich 1987 das „Aktionskomitee zur Rettung der Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke“. Und weil der Vogel vor allem Lebensraum braucht, sucht der Verein finanzkräftige Unterstützung und findet: die Nordrhein-Westfalen-Stiftung, die ja kurz selbst kurz zuvor, 1986, ihre Arbeit aufgenommen hat. Ein perfektes Match und der Beginn einer bis heute andauernden Freundschaft. Im Lauf der nächsten Jahre werden Nester flottgemacht, Vögel beringt und vor allem: etliche Flächen gekauft und in fruchtbares Grünland umgewandelt. „Wir haben dem Storch das Büffet gedeckt“, sagt Stefan Ast, Geschäftsführer der NRW-Stiftung. Dass sich daran nicht nur der Storch, sondern viele andere Arten satt essen und erholen können, ist dabei das erklärte Ziel. Trotzdem steht der Storch als Symbolfigur für das Projekt, denn er thront nicht nur hoch oben in den Horsten, er steht auch für eine lange Kulturgeschichte, die uns Menschen prägt. Eine beflügelnde Geschichte!
Host: Marija Bakker
Studiogast: Dr. Dr. Alfons Rolf Bense, Aktionskomitee Weißstörche im Kreis Minden-Lübbecke e. V.
NRW-Stiftung: Stefan Ast, Geschäftsführer
Vor Ort: Evelyn Hotze, Stabstelle Stadtmarketing Petershagen Lothar Meckling, Aktionskomitee Weißstörche Eberhard Holthöfer, Hermann Humcke, Fährverein Hävern - Windheim e. V. Andrea Humke, Hof Humke, Jössen
Produktion: Thilo Ruthmann-Schultheis, sounds fresh
Weiterführende Links: https://www.nrw-stiftung.de - Infos/Kontakt Nordrhein-Westfalen-Stiftung, Antragsformulare, Ansprechpartner:innen
https://stoerche-minden-luebbecke.de/home - Infos/Kontakt Aktionskomitee Weißstörche e.V. mit Link zur StorchenCam
https://stoerche-minden-luebbecke.de/fileadmin/userupload/sonstiges/RadwandernStorchenroute_Petershagen.pdf - Flyer Storchenroute
https://www.teutoburgerwald.de/natur/in-der-natur/tour/storchenroute-petershagen - Storchenroute als Fahrradtour
https://www.komoot.com/de-de/smarttour/e72224622/storchenroute-von-petershagen-bis-schluesselburg-und-zurueck - Storchenroute komoot
https://petrasolara.de - Infos und Fahrplan Weserfähre Petra Solara (Fährverein Hävern – Windheim e.v.)
https://www.petershagen.de/Stadtmarketing - Infos Stadtleben und Umgebung
Transkript anzeigen
00:00:00: Das sind die ersten Frühlingsboten, die wir haben.
00:00:02: Und wenn man das Klappern wieder hört ... Das ist einfach schöne Geräusche!
00:00:06: Man weiß es geht wieder los und das Leben beginnt wieder.
00:00:10: Die Natur entwickelt sich wieder.
00:00:11: Das ist ja einfach schön.
00:00:13: Wo andere Leute auf den Boden blühen, gucken sie in Himmel?
00:00:17: Wir warten darauf, dass unsere Störche zurückkommen.
00:00:24: Der Storch ist heimgekommen, hört doch den frohen Ton.
00:00:43: Klapper die Klapp, klapper die Klapp, klappa nur klappa du immer
00:00:48: zu.".
00:00:50: Hoffmann von Fallersleben schreibt das etwa, und reiht sich damit ein in die lange Dichterriege, die alle diesen Vogel besingen.
00:00:59: Manche nennen ihn Adelbar oder Langbein oder einfach Klapperschorch aus bekannten Gründen.
00:01:06: Mein Name ist Maria Backe und ich lade Sie heute ein zu einem Ausflug in die Storichenhauptstadt Nordrhein-Westfalens, Petershagen.
00:01:14: Wir
00:01:14: haben sehr viele Storchenpaare bei uns.
00:01:17: wir haben ein wundervolles Storchemuseum und das passt einfach alles zu einer Storchnahauptstadt.
00:01:22: Nein!
00:01:23: Ein geschützter Begriff ist es nicht sagt Evelyn Hodze.
00:01:26: sie ist verantwortlich für das Stadtmarketing in Petershaken aber bislang sei auch noch niemand gekommen um den Titel für sich zu beanspruchen.
00:01:34: allerdings Die Konkurrenz schläft nicht.
00:01:36: Sonst waren wir ja immer vorne, jetzt muss ich mal gerade gucken.
00:01:39: Andrea Humke lebt auf einem Hof im Petershagener Ortsteil Jösen.
00:01:44: Vermutlich der Ort mit der größten Storchendichte im Land.
00:01:49: Aktuell sind hundertundachzig Horsten mit ein paar Belegter von siebzehn in Jößen und vierzehn In den Minderwiesen auf den Leitungsmasken.
00:01:56: Ist
00:01:57: das überhaupt
00:01:59: noch lauterer Wettkampf?
00:02:01: Das weiß
00:02:01: ich nicht.
00:02:02: Ich finde auch, wir müssen hier mal ein bisschen ...
00:02:05: Erstmal muss ich vielleicht ein paar ortskundliche Erläuterungen liefern.
00:02:09: Die Stadt Petershagen liegt direkt an der Weser im Kreis Minden Lübecke in Nordosten-Nordrhein-Westfalen.
00:02:16: Also ist es der Zipfel, der in weiten Teilen umrahmt ist von Niedersachsen.
00:02:20: Die Statt besteht aus neunundzwanzig Ortsteilen, die sich über mehr als zwanzig Kilometer an beiden Seiten der Weser in die Landschaft tupfen.
00:02:30: Wirklich, es ist sehr malerisch!
00:02:32: Man kann die Gegend super mit dem Fahrrad erschließen – am besten auf der Storchenroute, die kann ich empfehlen, wobei meine Storcheneise eigentlich in Düsseldorf beginnt.
00:02:42: Montagmorgen Ende April im Büro von Stefan Ast, dem Geschäftsführer der NRW-Stiftung.
00:02:48: Wir gucken auf den großen Computerbildschirm da läuft gerade Storchentv.
00:02:52: Es ist immer schon so gewesen dass das Aktionskomitee für die Weißstörche diese Webcam geschaltet hat um das Storchenerlebnis für alle Menschen möglich zu machen.
00:03:01: Im Augenblick ist es eher ruhig bei Storches aber man sieht Federschaf wie ein Storich im Nest liegt und brütet mit im Bild Die Dächer von Peters Hagen Fachwerkhäuser Und eine Kirche im Hintergrund.
00:03:14: Die Kamera steht auf dem Dach des alten Amtsgerichts und das schon seit einigen Jahren.
00:03:18: Sie hat entsprechend spektakuläre Momente eingefangen.
00:03:21: Erst habe ich gedacht, da ist irgendwie was in der Übertragung falsch.
00:03:24: Erst wackelt es alles nur und dann merkte man dass die Schale so langsam... Ja!
00:03:29: Es war nicht mehr ein intaktes Ei und dann hat's ein bisschen gedauert.
00:03:32: aber dann war dann Storch.
00:03:33: Er hat direkt in die Kamera
00:03:34: geguckt.
00:03:35: Ja, der hat natürlich gelächelt.
00:03:37: Bis heute ist Stefan Aß ganz beeindruckt von diesem Moment, der auch irgendwie gut zur Rolle der NRW-Stiftung passt, sagt er.
00:03:43: Die war nämlich vor vierzig Jahren eine Art Geburtshelferin für das Projekt, dass sich der Rettung der Weißstörche verschrieben hatte.
00:03:50: Weil
00:03:50: das Aktionskomitee was in den achtziger Jahren sich Innenminlöwecke gegründet hat sofort gemerkt hat, dass die damals neu gegründe NRW Stiftungen für sie eine tolle Partnerin ist.
00:04:02: Die haben nach Gründung der Stiftung Kontakt aufgenommen.
00:04:06: Ehrendamtliche, die sich dafür stark gemacht haben, dass der Weißstorch aus unserer Kulturlandschaft nicht
00:04:11: verschwindet.".
00:04:12: Denn das wäre fast passiert – damals gibt es nur noch drei Storchenpaare in der Region!
00:04:17: Das Aktionskomitee kauft also mithilfe der Stiftung immer wieder Flächen entlang der Weser und einem Nebenfluss.
00:04:23: Sie ermöglicht so die Wiedervernessung der Gebiete, dass aus intensiver nur noch extensive Landwirtschaft wird – und das auf inzwischen mehr als fünfhundert Hektar.
00:04:33: Wir
00:04:33: haben dem Steuerspifel gedeckt damit er seine Nahrung findet und das hat uns der Vogel gedankt.
00:04:38: Vierzig
00:04:38: Jahre gute Zusammenarbeit.
00:04:40: später sind aus drei Storchenpaaren in Petershagen wieder hundert, sechs und achtzig geworden.
00:04:46: Wobei der Storch zwar Leitfigur für das Engagement ist aber im Grunde geht es um den Lebensraum für diverse Arten.
00:04:53: Insgesamt hat die NRW-Stiftung das Projekt bzw.
00:04:56: die vielen Projekte im Laufe der Jahre mit weit über acht Millionen Euro gefördert Und einer, der in dieser Zeit sicher etliche Anträge geschrieben hat und die ganze Entwicklung begleitet hat ist mein heutiger Studiogast gerade aus Petershagen eingeflohen.
00:05:16: Ganz herzlich willkommen!
00:05:18: Das klappert es für Sie.
00:05:19: Alfons Rolf Bänse aus dem Vorstand des Aktionskomitees Weißstörche.
00:05:24: Schön dass sie da sind.
00:05:25: Ich
00:05:25: freue mich auch.
00:05:26: Früher Herr Bänsel hieß das Aktionskomitee zur Rettung der Weißstörche, also deutlich länger und die Rettungswärme drin.
00:05:33: Wann haben Sie sich umbenannt?
00:05:35: Das ist jetzt schon zwei Jahre her.
00:05:38: Wir hatten ja am Anfang wie sie gesagt haben drei Paar bei uns im Kreis in den Weserdürfern der Stadt Petershagen.
00:05:44: das waren die letzten drei Paare in ganz NRW Und im Jahr zwanzig fünfundzwanzig hatten wir nur bei uns dem Kreis Hundert neunzig Paar NRW weit waren es über tausend.
00:05:55: Ja, das ist toll.
00:05:56: Das ist echt eine Erfolgs-Sorry die für das ganze Land geht, die aber wirklich von Petershagen auch mit ausgeht.
00:06:02: und wenn wir mal diese gut vierzig Jahre sind es ja zurückspringen.
00:06:07: Wenn Sie uns mitnehmen.
00:06:08: wie war's da?
00:06:09: Mitte der achtziger Jahre in Petershaken nur noch drei Paare damals also noch weit entfernt von Storchenhauptstadt?
00:06:16: Na ja, wir waren immer schon konkurrenzlos.
00:06:20: Auch mit drei Paaren.
00:06:21: Von den dreien hatten übrigens nur noch zwei Nachwuchs.
00:06:26: Da haben wir natürlich Riesenängste gehabt.
00:06:29: wie wird es das nächste Jahr?
00:06:30: Wird der Stolch weg sein?
00:06:32: Warum hat Ihnen ausgerechnet der Vogel so gefehlt?
00:06:34: weil es fehlten andere auch?
00:06:36: Ja, der Storch ist natürlich ein Flaggschiff im Naturschutz und auch ich will mal sagen Flaggschiffe fürs Auge.
00:06:43: Und er hat eine riesige positive Kulturgeschichte.
00:06:46: Auf die kommen wir auf jeden Fall auch noch zu sprechen.
00:06:49: Wir bleiben jetzt mal ganz kurz in den achtziger Jahren als das Aktionskomitee angefangen hat dann wirklich aktiv zu werden für den Storich.
00:06:56: was haben Sie denn genau für Arbeiten gemacht?
00:06:59: Naja, wir mussten zunächst einmal mithilfe der Stiftung Flächen erwerben für die wir dann natürlich bestimmen konnten wie sie gepflegt werden.
00:07:08: Das heißt extensiv möglichst beweidet oder extensif gemäht ein Mal im Jahr.
00:07:15: das war zunächst sehr unüblich denn die Grünländer rein wären zwei bis drei mal im Jahr in der Wesau gemähte
00:07:24: Was natürlich den Lebensraum für Insekten etc.
00:07:26: alles, was dann da dranhängt stark reduziert?
00:07:29: Aber Sie haben auch an den Nestern gearbeitet, an den Horsten oder?
00:07:32: Ja wir haben Horste gebaut eine begrenzte Zahl aber sehr gezielt wo wir vermeintlich mit den Augen eines Storches einen günstigen Lebensraum sahen und waren dann so ab zweit Viertausend, zweitausendfünf recht erfolgreich damit.
00:07:51: So lange hat es dann doch gedauert?
00:07:52: Ja der Bestand dümpelte so von drei bis acht mal sieben mal zehn aber so um zwei tausend fünf explodierte der bestand dann doch.
00:08:02: was heißt das?
00:08:03: Naja, wir hatten Zuwachsraten von jährlich um zehn manchmal fünfzehn Prozent.
00:08:09: Schauen Sie mal im Jahr zwanzig-fünfundzwanzig auf dem hohen Niveau hatten wir eine Zunahme von fünfundzwanziger Paaren auf die Hundertneinzig.
00:08:18: Wie erklären sie sich das?
00:08:19: Also woher wussten Sie erst einmal, wo es Horste gab also die sind ja teilweise dann einfach nicht zurückgekommen und was die genau brauchen um auch den Weg zurück nach Petershagen zu finden.
00:08:29: Na ja, die Zugroute ist zum Teil angeboren.
00:08:32: Zum Teil wissen die Störchen natürlich wo sie erfolgreich gebrühtet haben und das suchen Sie schon gern wieder auf.
00:08:39: Übrigens nicht als Paar.
00:08:41: man kann sich wieder treffen aber man ist nicht verheiratet und schon gar nicht in Zuckzeiten.
00:08:47: Das
00:08:47: ist die Treue zum Horst und nicht zum Partner.
00:08:49: zu Partnerinnen
00:08:49: habe ich gelernt.
00:08:50: So sagt man manchmal haben wir durchaus viele Paare die sich in sofern treu sind, als sie sich am gleichen Ort wieder finden.
00:08:57: Das ist nicht zu selten!
00:08:59: Und das wissen Sie ja auch, weil sie viele Vögel beringt haben.
00:09:02: Auch das war sicher Teil der Arbeit?
00:09:05: Ja natürlich erheblich und das Beringen führte eben dazu, dass wir sehr engen Kontakt nicht nur zu den Horsten selbst sondern auch zu den Eigentümern von den Horstern hatten.
00:09:16: Wir mussten immer die Flächen befahren, wir mussten Fahrzeug dabei haben in Abstimmung miteinander.
00:09:22: Wir waren beim Beringnen immer gern gesehen.
00:09:24: Das war ein großes Hallo in den Dörfern!
00:09:26: Das wäre
00:09:27: eine Frage gewesen wie Bewohner darauf reagiert haben, dass sie ja dann auch öfter mal auf die Grundstücke spaziert sind um zu gucken was los ist im Horst und so.
00:09:36: Also ich bin immer herzlich begrüßt worden und leider bringen wir nicht mehr weil die Vogelwarte leider nicht mehr mitzieht.
00:09:43: aber das war wunderbar.
00:09:44: Lassen Sie uns die Klammer einmal öffnen und wieder schließen.
00:09:47: Die Vogel Warte.
00:09:47: Helgoland zieht nicht mehr mitheist.
00:09:50: Der Vogel ist in dieser Situation gerade nicht mehr im Notstand und deswegen bringen die nicht mehr.
00:09:54: Die haben sozusagen jetzt andere Vögel auf dem Schirm.
00:09:56: Ich sehe es etwas anders, ich würde gerne natürlich das Bringungswesen bei uns aufrechterhalten auf der anderen Seite.
00:10:03: Die Hundert neunzig Paar im letzten Jahr hatten über dreihundert Jungvögel Und da kann man das Pensum nicht mehr leisten und wir wissen auch vieles über den Storch Und es ist nicht realistisch so zu bringen, wie wir das vor zwanzig dreißig und mehr Jahren gemacht haben.
00:10:21: Und was haben Sie noch vor zwanzig, dreißig Jahren gemacht?
00:10:23: Was sie heute gar nicht mehr tun.
00:10:25: Ich hab von sehr viel Nestpflege gehört die gar nicht stattfindet.
00:10:28: Ja
00:10:29: wir waren motiviert bis auf die Knochen und wollten also möglichst alles tun damit die Brut wenn den Störche kommen auch gelingen können.
00:10:39: Wir haben die Nestra aufgearbeitet das heißt den Boden gelockert.
00:10:43: oft sehr oft haben wir Kunststoffe drin gefunden Gummimaterial als Nahrung eintragen oder Bindegarn, als Nistmaterial.
00:10:55: Gefährlich!
00:10:55: Oder sehr gefährlich.
00:10:57: also wir haben viele Jungstörche dadurch verloren.
00:11:00: Wenn die sich in so Bindegan verfangen und versuchen daraus zu kommen dann zieht sich die Schlinge immer mehr zu.
00:11:07: das waren schon ein paar grausame Bilder.
00:11:10: Wobei diese Gefahren gibt es ja heute auch noch.
00:11:12: aber heute machen sie nicht mehr sauber schaffen die Vögel dasselbe?
00:11:15: Also wir können etwas entspannter sein bei der Zahl der Störchen.
00:11:19: Wir müssen nicht mehr um jedes Paar so bangen, aber inzwischen ist die Situation auch etwas günstiger geworden.
00:11:26: Viele Störche haben von der gar nicht allzu nahen Mülldeponie das Kunststoffmaterial besorgt.
00:11:35: Und da achtet man mehr, dass es verschlossen bleibt und die Störche nicht mehr im gleichen Maße dieses blöde Material aufnehmen
00:11:42: können.".
00:11:43: Nun sind ja Störchen bekanntlich Zugvögel.
00:11:45: Das heißt sie überqueren diverse Ländergrenzen und erlauern auch etliche Gefahren.
00:11:52: Trotzdem haben Sie es geschafft durch die Arbeit in Petershagen, dass sich diese Population so vermehrt.
00:11:58: Haben Sie eine Erklärung dafür?
00:12:00: Also, wir haben schon sehr viel Glück gehabt.
00:12:02: Wir haben hart gearbeitet aber kein einziges Ei selber gelegt.
00:12:07: das haben die Störche schon gemacht.
00:12:09: also man muss natürlich wissen mehr Westzieher als Ostziehern.
00:12:14: Das ist ein großer Unterschied.
00:12:16: Die Ostzieher sind ewig diegleichen, da ist die Population ungefähr gleichgeblieben.
00:12:23: Die Weststörche haben aber sehr zugenommen
00:12:25: und das ... Müssen wir kurz erklären, Herr Bänse?
00:12:27: Ja!
00:12:27: Die Westzieer, das sind die über Marokko-Spanien Westeuropa einfliegen... Wichtig!
00:12:33: Und die anderen nehmen sozusagen die Balkanroute.
00:12:35: Ist das richtig?
00:12:36: Ja.
00:12:36: Und kommen von Ostafrika auch?
00:12:38: Ost bis Südafrika, die ziehen also deutlich weiter.
00:12:41: Deswegen sind sie später auch, ne?
00:12:43: Im Durchschnitt drei bis vier Wochen.
00:12:45: Wir haben inzwischen etwa um achtzig Prozent Westzieher die zunehmen weil ihre Bedingungen günstiger geworden sind.
00:12:54: Sie überwintern zunehmend in Spanien.
00:12:57: Ich hört mal denken, das hat dreiviertel unserer Störche überwintert in Spania manchmal schon Südfrankreich.
00:13:02: Das heißt... Die Strecke ist kürzer.
00:13:05: Sie fliegen nicht mehr über das freie Meer aus Störchen Nicht gut können, Gibralter.
00:13:10: Das sind zwölf Kilometer.
00:13:12: Danach kommt das Atlas-Gebirge, danach kommt die Sahara.
00:13:16: Das ist natürlich alles große Bedrohungen, die wegfallen wenn die Störche schon in Europa überwindern.
00:13:23: Wer die lange Reise sich spart hat früher gepaart?
00:13:26: Ja und nimmt die besten Plätze ein.
00:13:28: Deswegen gibt es auch mal Punk auf dem Horst!
00:13:30: Das kommt vor.
00:13:31: Das kann sehr heftig sein.
00:13:34: Ich habe mehrmals nach einem Kampf tote Störche vom Horst holen müssen, das Weibchen von den Eiern.
00:13:41: Ganz schön harter Tobak!
00:13:43: Aber gehört wohl alles dazu?
00:13:46: Jedenfalls gibt es in Petershagen eine große Verbundenheit zu den Weißstörchen und das merkt man auch daran dass die Strukturen im Ort oder in den vielen Ortsteilen richtig gut ineinandergreifen.
00:14:08: Es ist der letzte Tag im April und der fühlt sich fast schon nach Sommer an.
00:14:11: Ich bin am Morgen mit Evelyn Hotze und Lothar Meckling vom Aktionskomitee Weißstörche im Ortsteil Windheim verabredet, wir stehen vor dem Haus Windheim Nummer zwei ein denkmalgeschützter Fachwerkhof mit tief runtergezogenem Dach draußen Cafetische und im Garten Grasenschafe.
00:14:30: Warum ist das hier jetzt der beste Ort zum starten?
00:14:32: Weil wir hier an der Kernstätte sind, ist das Storchenmuseum beheimatet.
00:14:37: Wir haben einen Storchenspielplatz.
00:14:39: Hier dreht sich alles um die Störche.
00:14:41: Und jetzt?
00:14:42: Jetzt gehen wir zur Weser, weil dort die Fairleute uns erwarten und ein Blick in den Bereich werfen können nehmen, die NRW-Stiftung sehr viel Flächen erworben hat.
00:14:51: Lothar Meckling ist Biologe schon von Anfang an dabei.
00:14:54: Wir schlängeln uns auf schmalen Schleichpfaden zwischen Privatgrundstücken und Gärten durch.
00:15:00: Das nennt sich hier Görns, und ist tatsächlich ein offizieller Weg.
00:15:04: Genau wir haben ja einen Naturerlebnisfahrt der die Ortschaften Winterheim- und Häfern miteinander verbindet.
00:15:10: Und da kann man viel Wissenswertes über Tiere, über Lebensräume, Hausgärten und Ähnliches erfahren.
00:15:16: Kurze
00:15:17: Zeit später stehen wir am Weserufer.
00:15:19: Ein Pfeiler zeigt die bisherigen Hochwassermark an.
00:15:23: Sechs Meter dreißig waren es zwei Tausend Dreiundzwanzig.
00:15:26: Da stand hier alles unter Wasser.
00:15:29: Vermutlich hatten nur die Störche im Horst ganz oben auf dem Pfeiler noch trockene Füße, von da lugt auch heute ein Storchenkopf mal kurz über den Rand.
00:15:37: Dieser hier ist relativ regelmäßig tatsächlich belegt und die junge Störchen sind dann auch mal Richtung Fähre unterwegs begrüßen die Fährgäste.
00:15:46: Nein, die Kleinen!
00:15:48: Na ja, die so kleinen sind sie dann schon nicht mehr.
00:15:50: Die haben dann eine Größe von um die Achtzig Zentimeter.
00:15:53: Was heißt die begrüßen die?
00:15:54: Ja, die gucken wenn die Fähre ankommt wer da so kommt und laufen darum stolzieren schreiten... ...die sind neugierig!
00:16:02: Es wird noch ein paar Wochen dauern bis es diesmal soweit ist.
00:16:05: dafür ist heute netterweise die Fährere außerplanmäßig im Einsatz.
00:16:10: Das sehr toll dass wir fahren dürfen heute.
00:16:12: Eberhard Holthöfer und Hermann Humpke haben die Solarfähre Petra Solara startklar gemacht, die bringt uns von Windheim rüber nach Häfern!
00:16:22: Wir machen alles ehrenamtlich.
00:16:23: Es war eine Vereinsstruktur, wir haben so rund um achtzig
00:16:27: Fährleute, die dann auch hier Tag für Tag wenn der Fährbetrieb ist stattfindet, dann auch Dienst machen also
00:16:35: vier Personen am Tag
00:16:36: und vom ersten Juli bis Mitte September
00:16:39: fahren wir sogar jeden
00:16:40: Tag
00:16:42: in der Hauptferienzeit und sonst nur am Wochenende an
00:16:45: Feiertagen.".
00:16:46: Mit der Fähre lässt sich die Fahrrad-Storchenroute abkürzen Oder man setzt einfach so mal kurz rüber zum Storchen-Hotspot Windheim und zurück.
00:16:55: Es
00:16:55: lohnt sich eigentlich immer, eine Weserkreuzfahrt zu machen.
00:16:57: Die ist einfach immer Traumhoftschild!
00:16:59: Das ist
00:16:59: so süß, dass die Weser Kreuzfahrts sagen.
00:17:01: Ich dachte echt so oh, das wird ja länger... Aber sie kreuzen
00:17:06: einfach die Wesern.
00:17:07: Das ist unsere WeserkkreuzfahrT genau für den schmalen Geldbeutel.
00:17:14: Also was man hier schon sieht sind alles Flächen der NRW-Stiftung Alles, was hier vor dem Deich runtergeht.
00:17:21: Auch nach links Richtung Ovenstedt sind Grünlandflächen die die NRW-Stiftung im Laufe der Zeit erworben hat und die jetzt exzensiv bewirtschaftet
00:17:29: werden.".
00:17:30: Da ist es also das reicht gedeckte Büffi für die Störche.
00:17:34: Saftiges Grün Land in dem es wimmelt vor Regenwürmern, Mäusen, Fröschen und anderen Snacks!
00:17:40: Und davon profitieren eben auch Uferschnäpfel, Brachvogel oder Kiebitz.
00:17:45: Denn die brauchen ebenfalls jede Unterstützung, sagt Lothar Meckling, der darum auch gern von einem Lebensraumprojekt spricht.
00:17:52: Woher wissen Sie, dass das jetzt besonders hier gut ist Flächen zu erwerben?
00:17:56: Oder woher wussten sie es damals?
00:18:00: Im Nahbereich der Flüsse war eigentlich immer in früheren Zeiten Grünland, weil das war das einzige was man mit den damaligen Geräten bewirtschaften konnte.
00:18:09: Deswegen gibt es auch überall in den Flüssen Grünländer rein und hier gab's noch einen ganzen Teil.
00:18:14: aber durch die veränderten landwirtschaftlichen Bedingungen ist natürlich auch immer mehr Acker entstanden Und für den Fluss selbst ist natürlich Grünland am Rand auch besser, weil dort wird nicht gedüngt oder ganz wenig gedüngnt und der Lebensraum oder die Beeinflussung des Flusses auch geringer.
00:18:29: Deswegen wollen wir eigentlich das an allen Flüssen, die Auen im Grün-Land
00:18:34: sind.".
00:18:34: Obwohl ich noch nicht lange hier bin kann ich gut verstehen dass sich Storch und andere Tiere hier wohlfühlen.
00:18:40: Der Ort hat etwas Friedliches beruhigendes.
00:18:43: Evelyn Hotze bringt es auf den Punkt.
00:18:45: Wer hier nicht zur Ruhe kommt, der wird nirgends wo zu Ruhe kommen!
00:18:48: Was verändert das denn eigentlich in einer Landschaft?
00:18:51: Ob da jetzt so Störche wohnen oder nicht?
00:18:54: Das sind ja Mitbewohner letztlich...
00:18:56: Also es würde etwas fehlen wenn sie nicht da sind.
00:18:58: Insofern freuen wir uns auch im spät Januar Anfang Februar, wenn die ersten zurückkommen.
00:19:04: Das sind so die ersten Frühlingsboten, die wir haben und wenn man das Klappern wieder hört ... Schöne Geräusche.
00:19:10: Man weiß, es geht wieder los, das Leben beginnt wieder ... Die Natur entwickelt sich wieder.
00:19:15: Das ist einfach schön!
00:19:17: Wo andere Leute auf die Bodenblühe gucken, gucken sie in den Himmel?
00:19:21: Wir warten darauf, dass unsere Störche zurückkommen.
00:19:23: Zumindest eine zweite Perspektive.
00:19:25: Wir gucken auch auf den Boden und dann im Himmel und da ist noch was.
00:19:28: Und ich gucke jetzt mal wieder im Förderbandestudio vorbei.
00:19:31: Da ist ja auch noch jemand.
00:19:37: Da sind nämlich Alphons Rolf Bänse vom Aktionskomitee Weißstörche.
00:19:41: Offenbar ist wirklich ne Menge ... gelungen im Petershagen und ich würde schon fast sagen, der Storch ist omnipräsent.
00:19:48: Und habe auch Stimmen gehört die dann vielleicht so fragten, na kann das eigentlich mal zu viel werden?
00:19:54: Was sagen Sie?
00:19:55: Klares Nein!
00:19:56: Aha
00:19:56: warum?
00:19:57: Der Storche ist ein wunderbares Symbol für unsere Verbindung mit der Natur.
00:20:01: Die Natur kommt uns im Storchi ganz nahe.
00:20:05: manchmal nüsstet er ein paar Meter über uns auf dem Dachfürst Und diese Verbindung ist uns geblieben.
00:20:13: Wir denken ja manchmal von uns Menschen, dass wir gar nicht zu Natur gehören und sind erstaunt wenn uns die Natur in irgendeiner Weise erwischt.
00:20:23: Der Storch steht einfach dafür.
00:20:25: Es gibt kein zweites so großes Wildtier das sich uns so nah angeschlossen hat ohne ein Haustier zu werden.
00:20:32: Ja, wobei wenn es eng wird trifft das ja auch als erstes dann mal wieder die Störche.
00:20:37: Also wenn's zu wenig Horste gibt und so weiter, denn gibt es einfach mehr Zoffer auf den Dächern oder den Baumkronen?
00:20:42: Das hat sich verändert.
00:20:43: im Laufe der Zeit also um in einem Tiefpunkt der Entwicklung haben wir praktisch gedacht, der Storch braucht unbedingt Nisthilfe ohne Nistilfe.
00:20:55: Geht es nicht?
00:20:56: Aber der Stolch ist natürlich eine natürliche Vogelart ...
00:20:59: Muss das auch ohne Menschen können?
00:21:01: Natürlich!
00:21:02: Es muss auch ohne gehen und inzwischen ist das auch so.
00:21:06: Jetzt haben Sie durch die vielen Flächenkäufe oder durch die Wiedervernessung und durch andere Maßnahmen es geschafft, Dinge zum Guten zu wenden, die die Tiere in den Achtzigern und Neunzigern verprält haben.
00:21:18: Neue Gefahren, zwanzig sechsundzwanzig.
00:21:21: Wir haben Klimawandel, wir haben Vogelgrippe.
00:21:24: solche Dinge?
00:21:25: Wie sehr beunruhigt sie das?
00:21:27: Den Klimawandeln einzuschätzen auf den Butterfolge der Störche oder die Zahl der Paare ist sehr schwer und bleibt immer spekulativ.
00:21:39: Der Storch kann Wärme vertragen.
00:21:42: er kommt in sehr warmen Gebieten Nordafrika oder im Osten sehr gut zurecht.
00:21:48: Das ist nicht unbedingt der Punkt.
00:21:49: Wir hatten letztes Jahr die Vogelgrippe, die hat mit Sicherheit viele Störche dahingerafft.
00:21:55: für unser Gebiet können wir nicht richtig sagen wie viel Störchen erwischt worden sind.
00:21:59: Es sind jedenfalls keine bei uns beringte Tiere dabei gewesen.
00:22:04: dann hätten wir eine konkrete Rückmeldung.
00:22:07: aber wir hatten ja jahrelang eine Steigerung der Bootpaare und in diesem Jahr stagniert es.
00:22:14: Wir haben jetzt etwa Hundert neunzig, vielleicht habe ich gerade gestern eine Meldung gekriegt und im letzten Jahr waren es Hundertneunzig also nicht mehr diese Prozentsteigerung die wir hatten.
00:22:28: wenn sie diese Tiere die ja Horst treu sind, über so viele Jahre zum Teil begleiten und wissen auch wer das ist.
00:22:36: Wer da zurückkommt... Absolut!
00:22:38: Wie nah kommen Sie den Tieren?
00:22:39: Also was entsteht da für eine Bindung?
00:22:41: Geben sie den Namen oder...?
00:22:44: Ich habe mich an der Namensverteilung nicht so aktiv beteiligt aber es geht irgendwie ganz automatisch und sie kriegen nicht raus.
00:22:51: wo kommt denn jetzt der Name her?
00:22:53: also wir hatten einen Storch der hieß Peterchen
00:22:57: wie ein Peter Sagen.
00:23:00: Ich habe nicht rausgekriegt, wer ihn so getauft hat.
00:23:05: Das war aber ein Individuum.
00:23:07: Ganz interessant war ... ich habe seinen Lebenslauf zusammengeschrieben.
00:23:12: Sie waren sein Biograph?
00:23:14: Ja!
00:23:14: Er hatte in den Jahren neun verschiedene Partner gehabt und hat etwas über fünfzig Jungvögel zum Ausliegen gebracht.
00:23:23: Ich hab das in einem Buch zusammengeschrieben Und um auf dem aktuellen Stand zu sein, habe ich bei der Vogelwarte noch kurz vorher angefragt.
00:23:31: Gibt es denn nochmal eine Meldung?
00:23:32: Weil er war in diesem Jahr ausgefallen als Brutvogel.
00:23:36: Er war nicht zurück.
00:23:37: Vogel-Warte sagte Nein!
00:23:39: Der Druck wurde in Auftrag gegeben und dann kriegte ich plötzlich doch noch eine Melldung.
00:23:44: Es waren nämlich Knochen mit seinem Ring in Israel unter einer Stromleitung gefunden worden.
00:23:50: Da hat Peterchen dann, dem Toth gefunden, sehr schade aber eine wunderschöne Lebensgeschichte alles in allen.
00:24:00: Ich glaube ich habe von Peterchen gehört, aber unter dem Namen Methusalem
00:24:04: war er so
00:24:05: alt war.
00:24:06: Ja
00:24:06: wir hatten noch einen anderen Storch.
00:24:08: das der war Sohn von Peterchan und der wurde sogar dreißig Jahre
00:24:13: alt.
00:24:14: Das ist stattlich, das Alter.
00:24:15: Jetzt haben sie einiges rund um die Störche auch im westfälischen Storchenmuseum in eine Ausstellung überführt und da zeigen Sie ne ganze Bandbreite von der Biologie des Storchens, über Flugroten, diverse Todesursachen bis hin zur Kulturgeschichte.
00:24:31: Und dann möchte ich gerne einmal kurz mit Ihnen hin, denn damit haben Sie sich ja auch besonders beschäftigt Und sie sind von Berufpsychologe, deswegen bin ich neugierig zu hören.
00:24:38: Ob Sie eine Erklärung dafür haben, warum wir uns seit Jahrhunderten so unendlich viele Geschichten über den Storch erzählen?
00:24:45: Glücksbringer, Kinderbringer
00:24:46: etc.?
00:24:47: Ja!
00:24:49: Die Geschichte beginnt eigentlich, zwei Tausend Sechsund Sechsetzig vor Christus.
00:24:53: Da gab es einen Pharao.
00:24:54: der hatte in seinem Hieroglyphennamen den Störch.
00:24:58: die alten Ägypter glaubten dass die jungen Störche die Alten versorgen wenn die nicht mehr können.
00:25:04: das haben die Griechen als Nachfolgekultur übernommen, dann die Römer.
00:25:09: auch die christliche Kirche hat das im Grunde übernomen.
00:25:12: Wenn die Jungen die Alten versorgen, dann steht der Storch auch für das vierte Gebot.
00:25:18: Aber
00:25:19: warum haben sich schon damals die Menschen den StorCH ausgesucht?
00:25:25: Das werden wir im Detail nicht mehr so ganz herauskriegen.
00:25:28: in jedem Fall gehört dazu dass der Stork sein Leben offen sichtbar für die Menschenmacht.
00:25:35: Einschließlich Nestbau, Brutpflege, Sexualität ein Riesenthema und der Storch ist relativ wenig scheu.
00:25:44: Sie können also ins Nest reingucken je nach günstigen Bedingungen.
00:25:48: das können sie bei vielen anderen
00:25:50: Arten nicht.
00:25:50: Er kann sich auch schwer verbergen.
00:25:51: er is wirklich kein Tarnvogel das kann man so sagen.
00:25:55: Er spaziert offen und ungeniert durch die Landschaft.
00:25:58: Das mag es sein!
00:25:59: Sie haben etwas mitgebracht, eine kleine Skulptur.
00:26:02: Vielleicht können sie selbst die am besten beschreiben?
00:26:04: Weil sie kennen sich viel länger als ich.
00:26:05: Ja
00:26:05: das sind zwei Skulpturen, die stellen den Kampf des Storchens mit der Schlange dar.
00:26:11: Und in der Skulpture sieht das so aus dass das Ende des Kampfes überhaupt nicht klar ist.
00:26:16: Die Schlange windet sich um den Hals des Storrches sehr lang.
00:26:20: Der Storrich ist bedroht aber er wird singen.
00:26:24: In der Einskultur steht dieser Storch auf einer Eiche.
00:26:28: Die Eiche symbolisiert langes oder ewiges Leben und die Eiche steht auf drei Kröten, das sind Geburtshelferkröten Das Symbol für neues Leben.
00:26:39: aber die Schlange ist eben Symbol des Teufels Und in der Storche frisst die Schlangen und wurde dadurch zum Erlösern vom Bösen.
00:26:48: In der Zuspitzung im dritten vierten Jahrhundert in der christlichen Kirche Stand der Storch für Christus.
00:26:55: Das erklärt vieles,
00:26:56: das wissen wir heute
00:26:59: gar nicht mehr.
00:27:00: Ich glaube sozusagen die Wurzeln dieser Geschichte sind eigentlich weg.
00:27:02: Heute hat er nur noch ein Tüglein im Schnabel und bringt ständig Kinder
00:27:06: auch interessant auch interessant.
00:27:08: Und wenn wir heute einem Brautpaar einen Storch mit Kind im Schnabel schenken, dann ist das eigentlich die Wiederholung dieses Geschehens in Bethlehem vor zwei tausend sechsund zwanzig Jahren?
00:27:21: Ich glaube, wenn man sich dann nochmal vorstellt, früher war es ja der Normalfall dass Mensch und Storchs zusammen gelebt haben – Heute ist es die Ausnahme!
00:27:29: Auch da können sich viele Leute gar nicht mehr vorstellen, wie es ist, wenn's ständig auf dem Dach klappert oder raschelt.
00:27:35: Bei uns
00:27:36: schon!
00:27:36: Ich wollte gerade sagen, man lebt in Jössen zum Beispiel.
00:27:40: Das ist ein Ortsteil von Peters Hagen und da gehen wir noch mal kurz hin.
00:27:43: Es lohnt sich nämlich.
00:27:50: Siebzehn Nester sind das in Jürsen in diesem Jahr.
00:27:52: Davon sind eine ganze Reihe rund um den Hof der Familie Humke.
00:27:57: Hier waren die Störche auch nie ganz weg.
00:27:59: Hier bei uns im Garten ist ja das älteste Störchenest in NRW.
00:28:04: Als ich hierher gekommen bin, haben wir unsere Wohnung gebaut und mit dem Blick auf das Störchennest.
00:28:11: Das war sehr schön!
00:28:12: Andrea Humke führt öfter mal jemanden rum und erzählt über die Störche.
00:28:16: Etliche Fotografinnen und Fotografen haben sich schon über Stunden vor der Dachluke der Humkescheune positioniert, um zu dokumentieren was im Storchennest los ist.
00:28:26: Auch Kamerateams vom Fernsehen kommen regelmäßig her.
00:28:30: Manchmal passiert das Spannende aber viel früher beim Nestbau selbst.
00:28:34: Auf dem hinteren Giebel auf der hinteren Ecke ist auch eins und das können wir aus einem Küchenfenster sehen.
00:28:41: Ja, wie akribisch und mit wie viel Geduld die versuchen dieses Nest zu bauen.
00:28:45: Also man hat ja nur diesen kleinen schmalen Giebel und dann legen den Ast drauf und dann fällt er wieder runter und dann kommen sie mit dem nächsten Ast.
00:28:51: Und irgendwann wenn so zwei Äste halten, dann hat man das Gefühl, dann ist es safe!
00:28:57: Dann kriegen Sie das hin und dann geht das innerhalb von Tagen.
00:29:00: also ich glaube die haben zwei Wochen hinten gebraucht bis wirklich mal ein Ast liegen geblieben ist.
00:29:05: Aber immer und immer wieder, ich habe gerade so viel Geduld wie die haben.
00:29:10: Und so viel Frustrationstoleranz.
00:29:13: Da kann sich manchmal von uns was
00:29:15: abschneiden.".
00:29:16: Manchmal
00:29:16: fällt über den Winter auch ein Nest runter oder der Baum in den es gebaut wurde bricht weg – dann müssen die Störche auch wieder ran!
00:29:23: Also so ein ganz bisschen kann man da eine Storchel sehen.
00:29:26: Wenn Sie ganz bisschen durchgucken ...
00:29:28: Ich sehe die schwarze Spitze.
00:29:30: Da ist eins also mitten in diesem Bäumen
00:29:32: hier,
00:29:33: das ist auch immer spannend wenn die Jungen so groß sind dass die Eltern irgendwann beschließen so jetzt müsste mal fliegen lernen dann fliegen die Eltern immer auf den nächsten Baum oder auf die nächste Spitze und setzen sich dahin als ob sie denen sagen wollen so jetzt kommt mal legt mal los und hier stehen dann manchmal auch.
00:29:49: Wir vermenschlichen das natürlich, ist ja klar.
00:29:52: Sie stehen dann so am Rand, als ob sie sagen wollen, ich hab mal tief, soll ich mich trauen?
00:29:56: Wir laufen durch den Garten einmal ums Haus und alle paar Meter zeigt Andrea Humke auf ein altes oder neues Nest.
00:30:03: Sie spricht über Störche wie über Nachbarn – ganz selbstverständlich!
00:30:07: Also die laufen auch hier auf dem Hof rum.
00:30:09: Und wenn ich zum Auto gehe, also der steht dann hier auf der Einfahrt und ich komme hier raus Dann guckt er mich einmal schräg an und fliegt aber nicht mehr weg.
00:30:19: Ich weiß nicht, ob Sie das bei Fremden auch so machen oder ob sie da nicht doch wegfliegen würden.
00:30:24: Aber uns irgendwie haben die hier im System auf jeden Fall integriert als die Leben hier halt.
00:30:29: Nehmen
00:30:29: Sie das manchmal ein bisschen persönlich, dass die hierher kommen?
00:30:31: Weil es ist ja echt SSI Jösen und vor allem Ihr Hof!
00:30:36: Findest schon schön, ja.
00:30:38: Das macht einen irgendwie auch ... ich will nicht sagen stolz, weil schlussendlich können wir wenig daran ändern, ob sich jetzt kommen oder irgendwann beschließen, dass sie nicht mehr kommen.
00:30:48: Aber ich glaube, wir versuchen halt immer hier so ein bisschen das zu erhalten.
00:30:52: Die Natur zu erhalten den Hof zu erhalten und Ich sage mal so hier in Jürsen ist die Welt irgendwie ein bisschen in Ordnung noch ne.
00:30:58: also man kennt sich Man achtet aufeinander man versucht auch hier mit der natur vernünftig umzugehen Und vielleicht merken die Störche das auch und kommt deswegen so gerne.
00:31:14: Rund um den Humkohof gab es übrigens nicht nur viele Störche.
00:31:17: Es gab auch noch vierzig grau reier Nester, Rehe manchmal spazierten Kühe vorbei.
00:31:22: also insgesamt hatte ich den Eindruck waren da mehr Tiere als Menschen Herr Bensow.
00:31:26: und dann ist mir noch was aufgefallen.
00:31:28: ausgerechnet auf dem Dach des Storchenmuseums Windheim Nummer zwei war kein Storch obwohl da eine Vorrichtung ist.
00:31:34: haben sie ne Erklärungs?
00:31:36: Ja Tatsächlich brüteten Störche dort bis zu den Störchen von der Dachkonstruktion.
00:31:41: Da muss das Nest so groß und gewichtig gewesen sein, dass der Giebel einstürzte.
00:31:45: Das kann man von innen einer Dach-Konstruzion vom Storchemuseum her immer noch erkennen.
00:31:51: Wir haben natürlich, als wir das Haus restauriert haben um im Jahr zwei Tausend Fünf sofort eine Nisthilfe draufgebracht.
00:31:57: Da kommen auch Störcher zur Besuch.
00:31:59: Wir hatten schon eine Videoanlage vorbereitet für diesen Fall.
00:32:04: Aber der attraktivere Standort ist zurzeit auf dem Fährmast oder auf einer alten Kopfpappel an der Straße unter den Weiden.
00:32:14: Wie geht es von hier aus weiter, Herr Bänse?
00:32:17: In Winterheim in Petershagen – was würden Sie sich wünschen?
00:32:21: Ich würde mir zunächst mal wünscht, dass ein Stoichenpaar sich auf das Haus hinter dem Mood II begibt!
00:32:27: Für das Haus Winter nur zwei und das Steuermuseum würde ich mir wünschen, dass es uns gelingt die alte Scheune zu restaurieren.
00:32:35: Da wollen wir mit einem Teil dem biologischen Teil des Weißsteuchemuseumes rüber und in den bisher bestehenden Räumlichkeiten des Storchenmuseums noch mehr auf die Kulturgeschichte des Stoiches eingehen zu können.
00:32:48: Ich bin eifrig am Sammeln von attraktiven
00:32:51: Exponaten.".
00:32:52: Sie haben Pläne satt, das höre ich schon!
00:32:54: Vielen Dank, Herr Bänse, dass sie uns hier erzählt haben über die Arbeit, über was vor gut vierzig Jahren angefangen hat und was immer noch sehr lebendig weitergeht – dafür alles Gute?
00:33:04: Gerne, hat Spaß
00:33:05: gemacht!".
00:33:06: Und mein Dank geht auch an alle, die uns zugehört haben.
00:33:09: Empfehlen Sie uns gern weiter, geben Sie uns gerne Feedback und wer mehr NRW-Stiftung will dem empfehle ich Mitglied im Förderverein zu werden!
00:33:17: Wer die Stiftung als gute Partnerin für ein neues Projekt sucht, auch da gilt einfach melden – alle Kontaktinfos gibt's unter nrw-stiftungd.
00:33:25: In der nächsten Folge nimmt Cornelia Wegerhoff sie mit ins Archäologische Freilichtmuseum Erlinghausen.
00:33:31: Da treffen sie kein Storchenpaar sondern einen Wikingerpaar.
00:33:34: Zweiter Donnerstag im Juni.
00:33:36: Schöne Zeit bis dahin,
00:33:57: tschüss!
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