Folge 48: Packende Zeitreise mit historischer Verantwortung

Shownotes

Uiii-juiiii-juiiii-juiiiii! Als Karl Banghard bei uns im Studio zu Gast ist, kann er tatsächlich vorführen, wie es in der Steinzeit geklungen hat. Das müsst ihr euch anhören! In unserer neuen Förderbande-Folge dreht sich diesmal alles um die Vergangenheit. Wir besuchen das Archäologische Freilichtmuseum Oerlinghausen im Teutoburger Wald. Wir treffen wir Jäger und Sammler, eine echte Wikingerfamilie und den Mann, der einen „Knochenjob“ übernommen hat – auf überraschend kunstvolle Weise, wie sich zeigt. Und spätestens, wenn Jung und Alt in der Museumstasche den Feuerstein entdecken, springt echt der Funke über.

Ehrenamtliche Kräfte mischen in Oerlinghausen auch ordentlich mit. Denn anders als sonst in Nordrhein-Westfalen üblich wird dieses Freilichtmuseum von einem Verein getragen. Eine Aufgabe mit historischer Verantwortung, denn das Archäologische Freilichtmuseum wurde 1936 als „Germanengehöft“ im Kontext nationalsozialistischer Propaganda gegründet. Sie vereinnahmte die Geschichte damals ideologisch. Das verklärte Bild vom „ewig kampfbereiten“ Germanen, der in blitzblanken, weiß getünchten Häusern lebte, ein vermeintliches Symbol der Reinheit, sei historisch schlichtweg falsch, stellt Museumsdirektor und Prähistoriker Karl Banghard klar. Und die Germanen hätten auch keine weiße Kleidung getragen, wie damals dargestellt. Sie hätten in ihren bunten Klamotten eher ausgesehen wie die „Fruchtzwerge“.

Ideologien entlarven, Zeichen setzen und Geschichte auf wissenschaftlich fundierter Basis zum packenden Erlebnis machen – das unterstützt auch die NRW-Stiftung. Kommt mit auf Zeitreise!

Host: Cornelia Wegerhoff

Studiogast: Karl Banghard, Direktor des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen

Aus der Vergangenheit vor Ort: Das Wikinger-Paar Alexandra und Tristan (Living-History-Gruppe „Hvergelmir“)

Aus der Gegenwart vor Ort: Dirk Becker, Vorsitzender des Vereins Archäologisches Freilichtmuseum Oerlinghausen e. V. Diana, Andreas, Bruno und Henry von der ehrenamtlichen Lehmbau-Gruppe Roman Mahr, Museumspädagoge Söhnke Raimann, Museums- und Archäotechniker

NRW-Stiftung: Markus Roos, Abteilung Heimat- und Kulturpflege

Ein besonderer Dank geht an die Besucherfamilie von Linda und Andre.

Produktion: Arnold Kaup, sounds fresh Tonstudio

Website des Archäologischen Freilichtmuseums Oerlinghausen: www.afm-oerlinghausen.de

Das Freilichtmuseum ist von April bis Oktober geöffnet. Von November bis März sind nach Anmeldung Gruppenbesuche möglich.

Literatur-Hinweis: Karl Banghard: Die wahre Geschichte der Germanen. Verlag Propyläen.

Mehr Infos zur NRW-Stiftung: www.nrw-stiftung.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Also über das Wochenende.

00:00:01: wohnen sie hier

00:00:02: wirklich?

00:00:03: Wir haben jetzt das Wochenendliche geschlafen.

00:00:04: Heute Abend bauen wir wieder ab und fahren zurück in die Neuzeit, aber es ist für die Besucher auch schön zu sehen wie so ein Haus bewohnt ist.

00:00:13: Und das ist jetzt aus welcher Zeit ungefähr?

00:00:15: Das ist Frühmitteilter.

00:00:17: Der Fund müsste so irgendwo ins siebte Jahrhundert datieren mein ich.

00:00:41: Feuer machen!

00:00:42: Für Menschen, die gerne grillen, ist das ja schon alleine Wissenschaft für sich.

00:00:46: Aber vielleicht liegt das ja in den Gehen.

00:00:49: In grauer Vorzeit war die Kontrolle über das Feuer schließlich einer der entscheidenden Entwicklungsschritte in der Menschheitsgeschichte, sagt die echte Wissenschaft, die, die in unserer Vergangenheit geräbt, die Archäologie.

00:01:02: und sie weiß auch wie unsere Urahnen das früher gemacht haben.

00:01:08: Familienvater André fragt sich gerade über eine Anleitung.

00:01:13: Seine Kinder warten schon ungeduldig, Romy mit einem graubraunen Stein, Yuri mit einem halbmondförmigen Stück Stahl in den

00:01:21: Händen.

00:01:22: Papa liest vor was damit zu tun ist.

00:01:25: Um Funken zu schlagen musste man mit dem Feuerstahl

00:01:28: ... von oben nach unten einen Feuerstein

00:01:30: im Langschlag.

00:01:30: Jetzt scharfkantiger

00:01:31: die Kanten

00:01:32: des Feuersteins sind,

00:01:33: an die du den

00:01:33: Feuerstein steckst, der zu mehr Funken entsteht.

00:01:36: Versuche die Schlagbewegung möglichst schnell

00:01:39: durchzuführen.".

00:01:42: Romy und Yuri wechseln sich ab!

00:01:44: Den Feuerstein an der richtigen Stölle zu treffen ist gar nicht so einfach... Da ist der Funkel übergesprungen.

00:01:54: Ich hoffe, das passiert bei Ihnen auch gleich!

00:01:56: Hallo und herzlich willkommen zu unserer neuen Förderbande Folge dieses Mal aus dem Kreis Lippel im Teuteburger Wald.

00:02:04: Wir sind zur Besuch im archäologischen Freilichtmuseum Erlinghausen.

00:02:09: Das besondere hier Anders als sonst in Nordrhein-Westfalen üblich wird dieses Freilichtmuseum nicht von einem der beiden großen Landschaftsverbände getragen, sondern von einem Verein und seinen vielen ehrenamtlichen Kräften.

00:02:21: Das ist das Engagement bei dem die NRW Stiftung Feuer und Flamme ist!

00:02:25: Mein Name ist Cornelia Wegerhoff und ich reise jetzt mit Ihnen durch Raum und Zeit.

00:02:35: Geht tatsächlich alles zu Fuß.

00:02:37: Schön am Waldrand entlang?

00:02:39: Der erste Halt liegt am Beginn

00:02:43: Das heißt ungefähr um neuntausendfünfhundert Jahre vor Christus.

00:02:47: Hier in unseren Breitengraden war das wohl die letzte Phase, in der die Menschen noch Jäger und Sammler waren.

00:02:53: Und zu welcher Gruppe dieser Mann hier damals gehört hätte?

00:02:56: Das ist schon auf den ersten Blick erkennbar!

00:02:59: Ein Pfeil und Bogen haben Sie sozusagen täglich morgens wenn sie zur Tür reinkommen.

00:03:04: Wenn man so möchtet dass mein Arbeitszeug ganz genau das ist immer dafür zu zeigen guckt man sowas ausgesehen.

00:03:11: Wie hat es dann ausgesehen?

00:03:12: Es hängt bei Ihnen in einem Lederbeutel, um Sie herum.

00:03:14: Ein großer

00:03:15: Leerbeuteln steckt als mögliche drin.

00:03:17: Da ist aber auch der klassische Bogen drinnen.

00:03:20: Das ist ein Holzbogen, wie wir nachgebaut haben und nachfunden.

00:03:24: Geschossen wird hier nur auf Wildschweine aus Gummi, erklärt mir Roman Marr.

00:03:29: Er isst Museumspädagoge!

00:03:33: Und jetzt können wir schon einen Schnitt sehen.

00:03:37: Der Kollege Sönke Reimann, Museums- und Archäotechniker demonstriert derweil mit welchen Techniken Knochen und Geweihe bearbeitet wurden.

00:03:46: In der Steinzeit bis hin zur Mittelalter.

00:03:51: Die von ihm detailgetreu angefertigten Rekonstruktionen zeigen Alltagsgegenstände Viele von ihnen erstaunlich filigran und kunstvoll.

00:03:59: zum Beispiel eine Speerschleuder die einer Hirschkuh nachempfunden ist.

00:04:03: oder dieser besondere Kamm

00:04:05: Das ist ein Dreilagenkamm mit einem Knochenfutteral.

00:04:09: Das war ein ganz feiner, kleiner Kamm?

00:04:11: Genau!

00:04:11: Dass die Zinken vom Kamm nicht abbrechen konnte man das eben in so eine Geweisschiene einstecken.

00:04:17: dann waren die Zinkengeschütze blockiert mit einem kleinen Stift.

00:04:21: Dann konnte man diesen Kamm für die Haare nicht nur zum Kämmen nehmen sondern wenn man ihn an einer Lederschnur oder an einen Kettchen gehängt hat konnte man es an der Kleidung tragen wie ein Schmuckstück.

00:04:33: Und die Leute brauchten Kämme, nicht nur unbedingt um sich den Scheitel zu ziehen.

00:04:40: Sondern das war auch eine Hygienemaßnahme, um kleine Mitbewohner loszuwerden.

00:04:46: Läuse!

00:04:48: Die Vergangenheit war eben nicht nur romantisch.

00:04:51: Das findet auch Linda, die Frau von André.

00:04:54: Die beiden sind zusammen mit den Kindern zum Familienausflug nach Erlinghausen gekommen ... aus Bielefeld.

00:04:59: Das ist schon

00:05:00: spannend, das kann man sich gar nicht vorstellen dass die Leute früher so viel

00:05:04: selber machen mussten und auf

00:05:06: was man heute im Supermarkt

00:05:07: kauft.

00:05:07: zu schnell das Mehl,

00:05:09: da steckt richtig viel Arbeit drin.

00:05:12: Die Mehl gemacht?

00:05:13: Wie habt ihr das denn gemacht?

00:05:14: Mögt ihr das mal mir erklären wie es ging?

00:05:16: Wir haben Weizen...

00:05:19: in so einer

00:05:20: Steinschale

00:05:21: mit dem Stein geschubbert.

00:05:24: Und dann war es heute noch mehr.

00:05:26: Das heißt, man muss sich ganz schön viel arbeiten machen?

00:05:28: Ich

00:05:28: fand's sehr anstrengend!

00:05:29: Aber die Kinder waren sehr ausdauernd und

00:05:32: haben dazu

00:05:32: Zeit verbraucht.

00:05:34: Getreide Körner und Mahlzeug waren genau wie der Feuerstein in der sogenannten Museumstasche.

00:05:40: Sie hängt gerade bei Mia, der Jüngsten am Kinderwagen.

00:05:43: Gegen Pfand kann sich jede Familie an der Museumskasse eine Tasche ausleihen Aber wir hier im Vorderbande-Studio bekommen jetzt ausnahmsweise eine Mitgebracht.

00:06:02: Ja, mit Gepäck ist er gekommen!

00:06:04: Karl Bang hat der Direktor des Archäologischen Freilichtmuseums Erlinghausens.

00:06:08: Schön dass Sie da sind –

00:06:09: hallo!

00:06:10: Geschichte zum Erlebnis machen Das ist der zündende Gedanke nicht nur wenn Feuerstein im Spiel ist.

00:06:16: Was steckt noch alles drin in der Museumstasche?

00:06:18: Wollen wir mal aufmachen die so schön orange leuchtend.

00:06:23: Wir haben hier zum Beispiel ein Schwerholz aus der Altsteinzeit und damit hat man sehr tiefe Töne erzeugt.

00:06:33: Okay, ich sehe jetzt erst mal nur ein Stück Holz so ungefähr Handflächen groß an den Enden schmal zulaufend ohne Kordel ist dran.

00:06:40: Und

00:06:40: die Schnur macht es spannender an diesem Holz weil sie ganz fest gedreht und dadurch gerät das in eine Rotation und dann entstehen so tiefe töne die beinahe an Infraschall erinnern.

00:06:53: Wollen

00:06:53: wir mal ausprobieren?

00:06:55: Gern!

00:07:01: Kalbanger hält die Schnur in der Hand, die Kordel und am Ende des Stück Holz dreht sich hier um die Korderl herum.

00:07:14: Uiuiuiui!

00:07:15: Wofür hat man das gebraucht vor?

00:07:17: Ja, das sind sehr tiefe Töne und tiefe Thöne tragen ja weit und wahrscheinlich hat man tatsächlich kommuniziert.

00:07:24: WhatsApp in der Steinzeit, die etwas andere Methode... Sie haben aus der Tasche gerade noch was anderes geholt.

00:07:31: Das sieht aus wie Knochen irgendwie.

00:07:33: Ja, das sind Mittelfußknochen von Schafen.

00:07:37: mit denen habt man in der Römerzeit gewürfelt.

00:07:40: Okay!

00:07:43: Die Würfel sind gefallen haben die Römern doch gesagt oder?

00:07:47: Zwei tolle Beispiele aus dem Museumstasche, die ist für Familien.

00:07:51: dann gibt es noch besondere Aktionstage, Workshops und Schulklassen kommen.

00:07:55: Das ist ein richtiger Erlebnis- und Bildungsort bei ihnen.

00:07:58: Ja, vor allem es ist ein niedrigschwelliger Bildungsort.

00:08:01: Also wir bekommen Leute die sonst nie ins Museum gehen und da sind wir auch stolz drauf und das macht auch Spaß also so zu arbeiten und nicht immer nur dieselbe Personengruppe zu bedienen.

00:08:13: Wenn wir von der Zeitreise sprechen im Freilichtmuseum Erlinghausen wo beginnt die und wo endet sie?

00:08:20: Welche Zeitspanne umfassen Sie?

00:08:22: Wir fangen an bei einem Rentierjägerzelt um zwölf Tausend vor Christus und hören auf so, um siebenhundert nach Christus.

00:08:34: Also das ist die Zeit, die man früher klassisch als Vor- und Frühgeschichte bezeichnet hat.

00:08:40: Ihr Museum gilt als ältestes Freilichmuseum der Welt, dass sich mit dem Thema Germanen auseinandersetzt.

00:08:46: von neunzig Jahren sind Sie gegründet worden?

00:08:48: Wer rechnet, das war neunzehntsechsunddreißig genau in der Zeit des Nationalsozialismus – Das ist auch ein schwieriges Erbe!

00:08:55: Wie gehen Sie damit um?

00:08:57: haben hier vielleicht sogar eine Chance, weil wir zeigen können wie abhängig Geschichte von politischen Umständen ist.

00:09:08: Dass die Präsentation völlig unterschiedlich sein kann wenn ein anderes System dran kommt und ich glaube viele Menschen kapieren das nicht.

00:09:17: Viele Menschen denken Geschichte ist einfach da und war so.

00:09:22: der Wissenschaftler wird schon richtig erläutert haben.

00:09:26: Aber wir haben halt alle möglichen Epochen im Museum.

00:09:31: Wir haben die Nazi-Zeit, wir haben die Sechzigerjahre – also die Gamanda-Stellung, die etwas verschämte.

00:09:39: Dann haben wir die Achtziger Jahre den Wiederbeginn von experimenteller Archäologie und dann haben wir Postmoderne drin.

00:09:46: Und jetzt auch ganz moderne Projekte.

00:09:49: Jede Zeit prägt natürlich unseren Blick auf die vergangenen Zeit.

00:09:54: Über diese große historische Verantwortung, die das mit sich bringt wollen wir gleich noch mal ausführlicher sprechen.

00:10:00: Die Germanen gehöft – das war das erste Gebäude was bei ihnen auf dem Museumsgeländestand.

00:10:06: inzwischen sind eitliche dazugekommen.

00:10:09: Worauf basieren diese Museumsbauten?

00:10:12: Ja, das was wir haben sind eben archäologische Befunde für dieses frühmittelalterliche Hallenhaus.

00:10:18: War es ein Haus aus Halle Künsebeck also bei Bielefeld Und für dieses Langhaus des Germanische war die Grundlage ein Befund aus Paderborn-Satental.

00:10:31: Aber je weiter ich im Haus von unten nach oben gehe, desto mehr muss ich rekonstruieren und letztlich ist unterm Dach wird es dann ganz spaßig so.

00:10:42: Die Germanen hätten sich wahrscheinlich totgelacht wenn sie in so einen Haus kommen selbst in unsere modern rekonstruitierten Häuser da.

00:10:50: Aber für die Besucher ist es halt ein ganz schöner Immaginationsraum, um sich vorzustellen wie es gewesen sein könnte.

00:10:59: Die NRW-Stiftung hat den Verein Archäologisches Freilichtmuseum Erlinghausen schon vor über zwanzig Jahren das erste Mal bei solch einem Bauprojekt unterstützt, zwei Tausend Fünf.

00:11:09: Da gab es die ersten fünfzigtausend Euro Fördermittel für dem Nachbau des Mero Winger Hallenhauses und zweitausendzweiundzwanzig dann noch mal hunderttausende Euro für die Rekonstruktion eines germanischen Langhauses.

00:11:23: Und eines der beiden Gebäude war tatsächlich bewohnt als ich vor Ort war!

00:11:32: Förderbande

00:11:34: unterwegs.

00:11:39: Einfach dreimal kräftig drauf!

00:11:41: Die Wikinger sind los.

00:11:42: an diesem Tag, gerade bildet sich eine kleine Menschen-Traube rund um Tristan.

00:11:47: Er trägt einen rosafarbenen, wollenen Wams der bis über die Hüften reicht lange Hosen typische Wikinger Beinenwickel selbst genähte Lederstiefel und jetzt trägt er auch wieder den Hammer, den er gerade verlegen hatte.

00:12:01: Wir schlagen grade bützantinische Silbermünzen.

00:12:05: Das ist tatsächlich eine Münze nach einem Pfund aus dem siebten Jahrhundert?

00:12:09: Aus Müzanz.

00:12:11: Und das ist tatsächlich so, wie im Mittelalter auch noch Münzen gebracht wurden.

00:12:14: Eigentlich einfach nur ein Stempel-Münzrohling dazwischen kräftig drauf hauen Und dann bleibt das Bild auf der Münze drauf und man hat eine fertige Münze.

00:12:22: Tristan ist zwar kein Museumspädagoge oder anderweitig Mitarbeiter im Archäologischen Freilichtmuseum, aber trotzdem sind er und seine Frau Alexandra zusammen mit anderen Wikingern hier viele Stunden im Jahr im Einsatz – und leben vor den Augen der Museumsbesucher nach historischem Vorbild!

00:12:40: Das ist zehnte Jahrhundert, entsprechend Heiterbuu In Schleswig eine der größten Handelstädte, die es damals gab.

00:12:48: Damals noch Süd-Dänemark.

00:12:50: Heute ist es Deutschland und wir haben halt die Möglichkeit hier das Miro Wingerhaus zu bewohnen.

00:12:56: Es ist nicht ganz unsere Zeit und nicht ganz unser Gegend eigentlich aber...

00:13:00: Na ja, weil aktuellem Wohnungsnot muss man manchmal zufrieden sein!

00:13:03: Und das Haus

00:13:04: ist toll!

00:13:04: Also über's Wochenende wohnen Sie hier wirklich?

00:13:06: Wir

00:13:06: wohn'n wirklich, ja.

00:13:07: Wir haben jetzt das Wochenende hier geschlafen.

00:13:08: heute Abend Bauen wir wieder ab und fahren wieder zurück in die Neuzeit.

00:13:13: Aber es ist für die Besucher auch schön zu sehen, wie so ein Haus bewohnt ist.

00:13:20: Auch Lasse der sechsjährige Sohn von Tristan und Alexandra ist mit dabei und hilft schon bei den kleinen Führungen.

00:13:27: Die Möbel haben wir uns entweder teilweise selber gemacht oder tatsächlich von Möbeltischland nach historischen Funden.

00:13:33: bauen lassen.

00:13:34: So ein paar Möbel sind auch hier vom Museum.

00:13:36: Also für euch ist wichtig, dass das wirklich auch auf Fakten basiert, auf historischen Fakte.

00:13:41: Das ist jetzt nicht ausgedacht?

00:13:42: Ja genau also das was wir da machen nennt sich landläufig im englischen Living History, also gelebete Geschichte.

00:13:47: Was macht so im wahren Leben?

00:13:49: Eigentlich bin ich Informatiker.

00:13:50: Ich sitze sehr lieben lang, Taram schreibt es vor dem Computer und für mich ist das ja einfach Realitätsflucht.

00:13:56: Alexandra ist Biologin, aber als Wikinger Frau ebenfalls in einer ganz anderen Welt.

00:14:02: Und mir fällt auf nicht nur ihre originalgetreuen Schmuckstücke glänzen – die bunten Glasperlen und silbernen Broschen?

00:14:09: sondern auch ihr Gewand.

00:14:10: Das ist ein Leuchten des Orange, man denkt immer ja früher die sind so in Sack und Asche gegangen überhaupt nicht.

00:14:16: sie haben blaues Kopftuch und einen grünen Umhang.

00:14:19: es sind Pflanzenfarben, Krabwurzel extra angebaut wirklich nur zum Fermen.

00:14:24: Die Pflanze ist nicht schön, die riecht nicht gut, kann nichts aber die machten traumhaftes Rot oder halt auch ein schönes Orangenstehen nach dem wie ich den Stoff bearbeite.

00:14:32: An der Wäscheleine hinterm Langhaus hängen auch gerade wieder leuchtend frisch gefärbte Tücher.

00:14:38: Mein Bild von der vermeintlich grauen Vorzeit ist dank Alexandra und ihrer kleinen Wikingerfamilie jetzt viel bunter.

00:14:46: Das ist ja das Schöne an solchen Museen, dass man sich mal anguckt wie haben die Leute gelebt?

00:14:51: Wenn wir hier vorne anfangen beim Eingang, Sie haben das eben gesehen so mit diesen einfachen Zelten.

00:14:57: Wie damals Jäger in so einfachen Zelten gelebt haben.

00:15:00: ich weiß nicht wie ihnen das geht.

00:15:01: Ich werd dann immer noch mal Kind.

00:15:04: Der Mann, der hier so schwärmt ist Dirk Becker.

00:15:07: Vorsitzender des Trägervereins Archäologisches Freilichtmuseum Erlinghausen.

00:15:11: Er war bis vor Kurzem auch noch Bürgermeister und er zeigt mir wie nahe im Ort alles beisammenlegt – Vergangenheit und Gegenwart, Stadt und Natur!

00:15:34: Sie sind hier aufgewachsen und wir stehen jetzt hier mitten in dem Freilichtmuseum drin.

00:15:38: Das war Teil ihrer Kindheit auch.

00:15:41: Besonders in Errung geblieben ist allerdings, als ich sieben Jahre alt war, ist dieses Museum ja abgebrannt.

00:15:47: Und das war schon abends ... Ich lach eigentlich schon im Bett und dann bin ich im Schlafanzug auf mein Rad und bin zu diesem Museum.

00:15:53: Dieses Museum stand komplett in Flammen.

00:15:55: am Ende des Tages war es vollständig zerstört.

00:15:58: In drei Jahren war das ein schwerer Einschnitt für das Freilichtmuseum Aber auch die Gelegenheit zu einem wichtigen Neuanfang stellt Dirk Becker fest.

00:16:08: Sie werden beim Blick in die Geschichtsbücher feststellen, dass insbesondere in der NS-Zeit die Geschichte der Gemahnen so dargestellt wurde wie es in die Philosophie

00:16:19: passte

00:16:20: aber nicht so, wie es tatsächlich war und das war auch eine der heutigen Kritikpunkte, Nach fünfundvierzig mit dem Neuaufbau sechzig, man im Wesentlichen bei der Darstellung verblieben ist.

00:16:32: Man hat zwar die ganzen NS-Zeichen Hakenkreuz und so was entfernt aber man war noch nicht weiter bei dem Thema wie haben sie denn wirklich gelebt?

00:16:39: Und das wurde dann erst in der Folgezeit aufgearbeitet und dass wird man hier auch wieder finden.

00:16:45: wir wollen keine Geschichten erzählen die nicht stimmen sondern wir wollen für die nächsten Generationen weitergeben und sagen so war das wirklich So haben die Menschen damals gelebt.

00:16:55: Daran könnt ihr mitarbeiten, wir erzählen keine Ideologie vom tollen

00:16:58: Gemacht.".

00:17:14: Welche Ideologie lag dem zur Grunde?

00:17:16: Wo findet man das wieder?

00:17:17: in diesem Germanen gehöfft, wie es damals genannt wurde.

00:17:20: Ja mit den Germanen konnte man eigentlich die komplette NS-Ideologie abbilden.

00:17:26: Man konnte den Antisemitismus abbildet, dass man sagt hier sind Germanen, die sind ganz anders drauf als die Juden im Anführungszeichen.

00:17:36: Man könnte Nationalismus abbilden, man konnte Führerkult abbilden Und man hat natürlich auch so ein bisschen Reinheit abgebildet.

00:17:47: Total weiß gekalkte Häuser, weiße Klamotten... Also die Vorgeschichte als also ein heeres Ideal nachdem er als Vorbild dann eben streben sollte.

00:18:00: Ein falsches?

00:18:01: Ja natürlich ein falsches!

00:18:03: Die Gamanen waren zum Beispiel Queetspund, sahen aus wie die Fruchtswerge.

00:18:08: Also die Häuser waren Teilweise krumm.

00:18:14: Der Speer hing nicht über dem Bett, also dass der Germane sofort losstürmen konnte mit seinem Speer wenn irgendein Feind natürlich in diesem Bild dann ständig da war.

00:18:26: Alles NS-Proker und Propaganda.

00:18:28: Karl Wang hat es weiterhin bei mir im Studio Direktor des Archäologischen Freilichtmuseums Erlinghausen und Prähistoriker.

00:18:35: Sie haben im vergangenen Jahr ein Buch herausgebracht, die wahre Geschichte der Germanen.

00:18:39: Ich habe festgestellt es gibt sogar Menschen, die sagen gar nicht gern mehr Germanen, die fühlen sich da schon unwohl.

00:18:46: sie benutzen den Begriff aber warum?

00:18:48: Ja ich benutze ihn offensiv weil man ein falsches Bild nicht durch einen Vakuum bekämpfen kann.

00:18:56: Irgendwas war doch dahinter und wir denken in der Zwischenzeit in der alten Geschichte und in der Archäologie das ist eher eine soziale oder eine wirtschaftliche Definition war.

00:19:10: Jetzt haben wir, Sie sprachen schon die alten Römer an, die sprachen ja auch von den Barbaren, Wildhau-Degen sind, die Germanen unzivilisiert.

00:19:19: Diese Fehleinschätzung ziehen sich ja irgendwie durch die Geschichte, oder?

00:19:23: Ja das gibt in der Zwischenzeit auch Forscher, die lehnen Barbaren ab.

00:19:28: was ist das?

00:19:29: Das ist der, der in seinem Bad rabbelt Baba.

00:19:32: und es Abwertend.

00:19:36: und je mehr wir forschen, desto mehr verschwimmen die Grenzen.

00:19:40: Kommen wir nochmal zurück zu diesem ideologisch geprägten Bild, diesen verzarten Bild der Germanen.

00:19:47: Kommt es vor dass Menschen bei ihnen als Museumsgäste auftauchen?

00:19:50: Immer noch mit diesem verklärten Blick?

00:19:53: Ja, wir waren immer auch so ein kleiner Pilgerort für Leute aus der völkischen Szene aber das nimmt so langsam ab.

00:20:02: Also so die letzten zehn Jahre beobachten wir, dass sich da die Besucherströme doch verschieben.

00:20:09: Aber wie gehen Sie mit den Leuten um?

00:20:10: Wenn die jetzt da stehen und was machen sie damit wenn die jetzt ihre Abzeichen haben...

00:20:15: Das Problem haben wir vor allem bei Großveranstaltungen und dann ist es bei uns geht's so zu wie bei Aminja auf der Alm oder im Bundestag.

00:20:25: also das sind wir auch nicht päpstlicher als der Papst aber die werden eben ab.

00:20:33: Die Zeichen werden dann abgeklebt.

00:20:38: Ideologien entlarven das Ziel eines neuen Ausstellungs- und Bildungsprojektes, es geht noch mal um die eigene NS Geschichte, die beleuchtet werden soll – auch in diesem Fall haben sie die Unterstützung der NRW-Stiftung.

00:20:52: Das Museum ist sich seiner historischen Verantwortung bewusst Und was wir als NRW-Stiftung machen, ist ja eine Stärkung der Demokratie in Nordrhein-Westfalen.

00:21:01: Eine Stärkung der Mitbeteiligung der Menschen sowohl im Ehrenamt wie auch im gesamten bürgerschaftlichen Engagement.

00:21:09: Die NRW Stiftung hat den Verein vor einigen Jahren schon mal bei der Entwicklung einer digitalen Geschichtswerkstatt unterstützt wo es darum ging dass Schülerinnen und Schülern der Sekundarstufe II, sprich der gymnasialen Oberstuve vermittelt wird inwiefern museale Arbeit wissenschaftliche Arbeit aus ideologisch oder zu ideologischen Zwecken umgeformt werden kann.

00:21:33: Sagt Markus Roos von der Abteilung Heimat- und Kulturpflege der NRW Stiftung – und nach der Bereitstellung von insgesamt bis lang hundredfünfundachzigtausend Euro Vordermitteln werden dem Archäologischen Freilichmuseum jetzt noch bis zu weitere sechzigtausend Euro bereitgestellt, um einen Lernort zu schaffen der Vergangenheit gegen Wart.

00:21:52: und gesellschaftliche Verantwortung miteinander verbindet.

00:21:55: Aktuell plant das Museum, ein Germanenhaus nach aktuellem Forschungsstand wieder zu errichten und dieses dann zuteilen damit auf einer Seite die Darstellung der Germanenzeit aus der NS-Zeit den modernen Forschungsergebnissen aus der Archäologie gegenübergestellt werden.

00:22:13: Herr Banger hat bei diesem neuen Germanen Haus wie kann ich mir das ungefähr vorstellen?

00:22:17: Wie wird das aussehen?

00:22:19: Ja es wird sehr schräg aussehen.

00:22:21: In allerersten Blick mitkriegen, Mensch was ist denn da los?

00:22:26: Ein Haus aus zwei Hälften.

00:22:28: Weil ein normales Haus ist ja immer spiegelsymetrisch und es hat zwei gleiche Hälfte.

00:22:34: auf der einen Seite haben wir dann die komplette NS-Zeit rückgebaut mit allem was da so drin ist Produktplacement nämlich Hagenkreuze weißgekalkten Wänden, alles schön sauber.

00:22:50: Betonfußböden.

00:22:52: und auf der anderen Seite halt die Zeit so wie wir sie uns heute vorstellen ist ganz anders also viel farbiger... Die

00:22:58: wissenschaftlich belegt das eben?

00:23:00: ...die wissenschaftliche Belegt ist, die aber natürlich auch noch nicht ein Entzustand ist weil wir können die Geschichte nicht reanimieren bis jetzt zumindest noch nicht.

00:23:12: Aber das was wir wissen sieht ja schon ganz anders aus.

00:23:16: Also und die Leute sehen dann auf den ersten Blick oben, man kann den selben archäologischen Befund völlig unterschiedlich interpretieren.

00:23:24: Und es ist uns auch ein großes Anliegen dass wir das den Leuten klar machen.

00:23:30: Die NRW-Stiftung ist dabei weiter an ihrer Seite.

00:23:33: Man kann sich aber auch noch auf ganz andere Art und Weise bei ihnen einbringen.

00:23:48: Als ich das erste Mal nach Uehrlinghausen komme, an einem verregneten ziemlich eisigen Tag im März sind Andreas Bruno, Diana und Henry schon seit ein paar Stunden bei der Arbeit.

00:23:59: Im germanischen Langhaus – das sei im Namen mit über dreißig Metern länger.

00:24:04: alle Ehre macht!

00:24:05: Den Rohbau aus rund zweihundert Eichenbaumstemmen haben Zimmerleute gefertigt.

00:24:10: Und die vier Freiwilligen hier sind von der Lehmbautruppe und quasi für den Innenausbau zuständig, erklärt Bruno.

00:24:17: Wir brauchen jetzt einen Mörtel, der sich durch dieses Geflecht durchdrückt und hängen bleibt, damit er nämlich im Prinzip eine Einheit bildet mit diesem Weidengeflecht.

00:24:32: Die erste Lage

00:24:33: ...

00:24:33: Und es ist der Armierungsputz, heißt das.

00:24:35: Deswegen ist dieses relativ lange Stroh da drin.

00:24:38: Das hält den Leben an Ort und stelle uns mit wegfließen.

00:24:41: Sag

00:24:44: mal Andreas, die Alten German hatten aber jetzt noch nicht so eine schöne Mischmaschine?

00:24:48: Die haben das denn in der Grube mit Füßen geweigt.

00:24:55: Was kommt da rein?

00:24:56: Gehechseltes Stroh.

00:24:58: Vorne haben wir ne Hexelmaschine.

00:25:01: Dann wird das ein bisschen kleiner gemacht damit sich das besser vermischt.

00:25:05: Ich sag, die erste Zeit hab ich das noch immer abzählen müssen.

00:25:08: Sechs Schaufeln, Lehm, sechs Hände Stroh.

00:25:12: Mittlerweile sieht man das einfach wie die Konsistenz so ist.

00:25:17: Wohne was meinst du?

00:25:18: Noch ein bisschen Wasser?

00:25:20: Lehmbau eine Kunst für sich merke ich!

00:25:23: Das Team ist eingespielt und hat Spaß wenn es richtig gut läuft.

00:25:26: Was sie eint, ist die Verbindung zur Geschichte zu diesem besonderen Ort zum archäologischen Freilichtmuseum Garlinghausen.

00:25:34: Ich bin seit über twenty-fünf Jahren hier im Förderverein Mitglied.

00:25:39: Und im Grunde genommen habe ich da immer so vorgeträumt, mal hier ein bisschen mitmischen zu können.

00:25:45: Mitmischen?

00:25:47: Ja ... war bewusst gewählt.

00:25:49: jetzt!

00:25:52: Ich hab für meine Jungs, als sie noch klein waren, einen Bogen gebaut hier.

00:25:56: Das war die erste Tat und bin an dem Wochenende auch noch eingetreten in den Förderfahren.

00:26:02: Und das ist schon über twenty fünf Jahre her.

00:26:05: Man war hier wie in einer Bubble, also in der Zeitkapsel.

00:26:09: Man hat die oben gesessen an der Feuerstelle.

00:26:13: Es war eine andere Zeit ganz großartig.

00:26:17: und dann diese Kombination dieser Location mit ein bisschen Handwerk das war schon schön.

00:26:22: Diana, die selbst Archäologie studiert verbringt diesen Samstag ebenfalls hier bei der Ehrenamtlichen Arbeit statt.

00:26:28: zu lesen will sie anpacken sagt sie.

00:26:31: Sie ist inzwischen auf das Gerüst nebenan geklettert und wischt mit einem Schwamm über das Weidengeflecht.

00:26:37: Ich klett doch mal hinterher, um mir das anzusehen.

00:26:40: Damit der neue Leben sich daran

00:26:42: festhalten kann

00:26:44: und das zusammenklebt,

00:26:46: muss das ein bisschen

00:26:46: angefeuchtet werden?

00:26:48: Weil es aber auch hier im Arbeitsplatz ... Wir sind hier so in zwei Meter, fünfzig drei Meter Höhe auf dem Gerüst.

00:26:56: Halleluja!

00:26:57: Mir zittern die Knie, zittern die dir auch Diana oder habt ihr's schon mal gewöhnt?

00:27:01: Ja, ich denke einfach nicht drüber nach.

00:27:04: Genau und dann sollte das eigentlich halten mal besser, mal weniger

00:27:08: gut.

00:27:09: wie viel schichtig ist deine Arbeit in Anschauungszeichen?

00:27:12: die Verschichten

00:27:12: müssen drauf.

00:27:13: Bruno hat es eben schon gesagt Ich weiß nicht zwei oder drei Schichten

00:27:16: kommen

00:27:17: hier noch drauf.

00:27:17: bei den Wänden die wir an den Seiten haben sind ein paar mehr.

00:27:20: ich glaube da hatte er was von sechs Schichten gesagt.

00:27:24: Zur Belohnung gibt's aber auch Kaffee und Kuchen zwischendurch.

00:27:28: Arten soll gegrillt werden, dann sitzt die Lehmbautruppe genauso im Langhaus am Lagerfeuer wie eins der alten Germanen.

00:27:36: Bis dahin will Henry noch im obersten Winkel die Wand mit Lehm verputzen.

00:27:41: Das macht er tatsächlich mit den bloßen Händen!

00:27:43: Es gibt

00:27:44: keine besseren Werkzeuge.

00:27:46: Mein Ehrring hab ich sogar noch dran ... Gott, wenn

00:27:50: die Frau das hört?

00:27:51: Ja, der steckt die hier tatsächlich mal da draußen im Putz.

00:27:56: Ich hab dann festgestellt, wo ist mein Ring?

00:27:59: Okay ... Der kann nur im Lehmputz stecken, also habe ich mir meinen Metalldetektor geschnappt und hab den auch tatsächlich wiedergefunden.

00:28:09: Aber daraus gelernt hast du nicht?

00:28:10: Du hast heute schon wieder an den Ehring.

00:28:12: Ja!

00:28:13: Ich hatte vorhin kurz den Gedanken, ihn wegzupacken, aber dann war ich doch wieder.

00:28:20: Ich

00:28:20: merke mir die Stelle.

00:28:27: Das nenne ich mal Einsatz, oder?

00:28:28: Die Lehmbautruppe ist ja auch nur ein Beispiel.

00:28:31: Herr Banger hat, wie wichtig ist das diese Freiwilligen in ihrem Museum von den Wikinger angefangen bis zur Handwerkstruppe?

00:28:37: Ja, es macht den Zauber des Museums aus.

00:28:39: und auch die Besonderheit also nur mit einem Kontakt so in die Mitte der lokalen Gesellschaft ist ein Museum ... Nicht einfach ein UFO, was irgendwo landet und einen Fremdkörper.

00:28:55: Sondern ist ein Teil der Umgebung.

00:28:58: Sie sind der Wissenschaftler?

00:29:00: Aber die sind alle auch total deep in der Historie drin beschäftigen sich da total mit... Das ist so richtig ein Virus, so ansteckend da!

00:29:08: Wenn

00:29:08: man dann einmal drin ist es schwer wieder rauszukommen.

00:29:11: Das sagen uns auch alle liefigen Historie-Leute, die sagen immer, es ist kein Problem rein zu kommen.

00:29:17: aber Man braucht so für den sanften Entzug aus dem sagen wir mal Frühmittelalter, so drei Tage.

00:29:25: Jetzt zum guten Schluss was wünscht sich ein Mann der die Vergangenheit erforscht für die Zukunft?

00:29:30: Ich wünsche mir dass die Menschen wieder mehr auch zurückblicken um nach vorne blicken zu können.

00:29:37: das ist zwar ein ziemlich billiger Satz aber ich glaube brauchen wir im Moment, weil das Geschichtsverständnis so ein Mainstream ist sowas von unten und ich denke auch für unsere politische Zukunft ist dieser Blick zurück enorm wichtig.

00:29:58: Also wer da geschichtsvergessen isst todelt einfach in der Landschaft herum.

00:30:05: Diese wichtige Aufgabe die erstellen Sie sich?

00:30:08: Das muss man wirklich sagen!

00:30:09: Und die Freiwilligen auch mit, das habe ich auch festgestellt dass sie das auch nach außen tragen wollen.

00:30:13: Ja, also das gehört natürlich auch dazu dass man dann auch als Nicht-Profi was zu sagen hat.

00:30:23: Dass man kommuniziert und mit den Besucherinnen und Besuchern in Kontakt tritt.

00:30:30: Das macht ja auch den Spaß aus!

00:30:34: Und die Niedrigschwelligkeit von dem Museum.

00:30:37: Karl Bangerhardt, Direktor des Archäologischen Freilichtmuseums Erlinghausen Danke für den Besuch im Förderband der Studium.

00:30:43: Alles Gute für Sie und Ihr wunderbares Team.

00:30:46: Mohammed Aloise an der Kasse, der gehört auch dazu.

00:30:49: Schöne Grüße an der Stelle!

00:30:51: Und er hat gesagt sie sollen die Museumstasche bitte auch dann mich vergessen.

00:30:55: man muss die vorne wieder abgeben ne?

00:30:56: Sie wissen Bescheid.

00:30:58: Mach ich gern ja und den Dank kann ich nur zurück geben.

00:31:02: Herzlichen Dank für die Einladung hier nach Köln Und bis bald.

00:31:06: Ja, und ich darf nicht vergessen auf die Website der NRW-Stiftung hinzuweisen.

00:31:11: unter nrw-stiftung.de gibt's noch mehr Infos über unsere Förderprojekte sind nach knapp vierzig Jahren wir feiern ja bald Jubiläum fast viertausend Natur-und Kulturprojekten und sie können sich auch daran beteiligen als Mitglied im Förderverein.

00:31:28: Danke an dieser Stelle fürs zuhören.

00:31:31: Nächsten Monat hören wir uns wieder.

00:31:33: Mein Thema dann fünf Jahre danach über die Sonderhilfen zur Flugkatastrophe.

00:31:39: Passen Sie auf sich auf, bis

00:32:03: bald!

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