Folge 49: Nach der Flutkatastrophe 2021 - Engagiert statt resigniert

Shownotes

Erst ist es „nur“ Regen, dann eine Katastrophe. Selbst kleinste Flüsse verwandeln sich im Juli 2021 in reißende Fluten: Im Ahrtal, aber auch in großen Teilen von Nordrhein-Westfalen. Menschen sterben, Existenzen werden vernichtet. Eine Schneise der Verwüstung zieht sich durch die betroffenen Gemeinde und Städte. Es herrschen Trauer und Entsetzen.

Aber nach der Flut werden auch überall die Ärmel hochgekrempelt. Der Schlamm muss weg. „Wenn er antrocknet, wird er wie Beton“, sagt Gertrudis Symann aus Bad Münstereifel. Dort steht nach der Flut mit der historischen Altstadt auch das Schwanen-Apotheken-Museum mit seiner einzigartigen historischen Offizin mannshoch im Wasser. In Solingen wird unter anderem das Schleifermuseum Balkhauser Kotten überschwemmt, in Nettersheim auch die Biologische Station im Kreis Euskirchen. Es sind also dieses Mal gleich drei Beispiele, von denen wir euch erzählen: Bewegende Geschichten, aber auch ein toller Beleg dafür, was Menschen bewegen können, wenn sie in der Not zusammenhalten. Also nein, diese Förderbande-Folge ist keine durchgehend traurige Story, sondern super optimistisch!

Auch die NRW-Stiftung unterstützt damals ihre betroffenen Partner in Vereinen und ehrenamtlichen Initiativen schnell und unbürokratisch mit einem Soforthilfeprogramm. Aber wir sind ehrlich: Fünf Jahre danach zeigt sich auch, dass nach der Flut neben Schaufeln, Schubkarren und Geld auch ziemlich viel Geduld gefragt war. Und dass die ehrenamtlichen Kräfte inzwischen noch mal gut Verstärkung gebrauchen könnten. Vielleicht ja euch?

Host: Cornelia Wegerhoff

Studiogast: Nicole Molinari, Vorsitzende des Kuratoriums Balkhauser Kotten e. V.

In Bad Münstereifel: Gertrudis Symann, Sprecherin des Arbeitskreises Apothekenmuseum Günter Kirchner, Vorsitzender des Förderkreises für Denkmalpflege in der Stadt Bad Münstereifel e. V.

In Nettersheim: Stefan Meisberger, wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der Biologischen Station im Kreis Euskirchen e. V.

In Solingen: Ralf Hartkopf, Stellvertretender Vorsitzender Kuratorium Balkhauser Kotten e. V.

Für die NRW-Stiftung: Stefan Ast, Geschäftsführer

Produktion: Tizian Satlek, sounds fresh Tonstudio

Das Schwanen-Apothekenmuseum in Bad Münstereifel ist wieder geöffnet! Freitag, Samstag, Sonntag, jeweils von 14 bis 17 Uhr Eintrittspreise: Erwachsene: 3 Euro, Kinder: 1 Euro

Mehr Infos zum Balkhauser Kotten in Solingen: www.balkhauser-kotten.de

Mehr Infos zur Arbeit der Biologischen Station im Kreis Euskirchen: www.biostationeuskirchen.de

Mehr Infos zur NRW-Stiftung: www.nrw-stiftung.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Es war alles verschlammt, es war alles verdreckt.

00:00:03: Am Anfang ist alles zu Tode betrübt, alles kaputt und man schrie mir das wieder hin.

00:00:08: Und wenn man dann mal sieht wie da vorwärts geht, dass Leute da sind die mit anpacken, das ist schon toll, wirklich toll!

00:00:20: Förderbange ein Podcast der LW-Stiftung.

00:00:32: Es begann mit Regen, Dauerregen und das Mitten im Sommer.

00:00:38: Fünf Jahre ist das jetzt her, aber Stefan Meißberger weiß genau, dass er am vierzehnten Juli, beim Kreis Euskirchen mit Kollegen bei Sammsaas um wieder Zufalles will über Maßnahmen für den Wasserrückhalt in der Bördellandschaft zu sprechen.

00:00:53: Weil es dort sonst in Teilen des Jahres viel zu wenig Wasser gibt und dadurch die Schutzgebiete austrocknen können.

00:01:00: Man saß dann da und hat gesehen wie's geregnet hat als wir an diesem Antrag gearbeitet haben.

00:01:06: Stefan Meißberger ist wissenschaftlicher Leiter und Geschäftsführer der biologischen Station im Kreis Euskirchen.

00:01:12: Ich erinnere mich am Abend vor dem Flutag kam ja dann auch dieser relativ krasse Wetterbericht, wo aber ich glaube die meisten sich nicht so ganz vorstellen konnten was das heißt für einen Hundertfünfzig oder sogar zweihundert Millimeter Regen auf den Quadratmeter fallen an einem Tag.

00:01:28: Ich hätte mir da schon grundsätzlich Sorgen gemacht, aber dachte jetzt gar nicht so an die Station.

00:01:32: Dachte eher so einen Mitarbeiter der abends mal durchgegeben hat an dem vierzehnten Juli das bei ihm ist Wasser im Keller

00:01:38: steht.".

00:01:38: Die biologische Station selbst hat ihren Sitz in der Eifel – in Nettersheim einer von vielen Orten, an denen der Starkregen damals zur Katastrophe führt.

00:01:48: Am verheerensten im Ahrtal in Rheinland-Pfalz, aber auch in Nordrhein-Westfalen wo sich selbst kleinste Flüsse über Nacht in reißende Fluten verwandeln.

00:01:58: Die dramatischen Folgen zeigen sich am nächsten Morgen, am fünften Juli.

00:02:02: Dann kam ich hier in Nettersheim von oben vom Berg runter ins Urteil gefahren und plötzlich an der Schnur gezogen.

00:02:09: Hier unten auf der Talsohle waren dann halt alle Häuser überflutet gewesen.

00:02:14: das Wasser war aber nicht mehr zu sehen.

00:02:15: man hat nur die Leute gesehen die vor ihren Häusern standen und ihren Hausrat gesichert haben.

00:02:20: Und dann kam ich hier vor die Station.

00:02:22: Da lagen unsere drei Stationsautos, wir haben die Dienstfahrzeuge gehabt, übereinander gestapelt vor der

00:02:27: Station.".

00:02:28: Total

00:02:28: schaden Aber schon im nächsten Moment irgendwie auch total unwichtig, weil viel Schlimmeres passiert ist.

00:02:35: Also

00:02:35: hier waren dann Leute auf der Straße, die erzählt haben ein Feuerwehrmann, ein ehemaliger ist ertrunken Dann eine Frau in ihrem Auto ertrunken, dann einen Nachbar von einer Kollegin hier von der Station ist erteunten in seinem Haus.

00:02:47: also so Sachen waren und wir haben Dreithudes-Opferjern in das Heim gehabt Und es gab schon eine schwere Betroffenheit.

00:02:53: persönlich

00:02:54: Fünf Jahre danach in dieser neuen Förderbandefolge geht es um die Auswirkungen der Flutkatastrophe, was die Menschen bis heute bewegt und vor allem um das, was sie seit ihr selbst alles in Bewegung gebracht haben.

00:03:08: Die NRW-Stiftung hat damals ein Soforthilfeprogramm gestartet aber den Schlamm weggeschaufelt, die Trümmer weggetragen, Stück für Stück abgewischt, was noch irgendwie erhalten werden konnte – das haben die Leute vor Ort!

00:03:22: Hallo und herzlich willkommen.

00:03:23: Mein Name ist Conny der Wegehoff, ich möchte Ihnen heute beispielhaft einige Menschen vorstellen die damals mit angepackt haben und entschieden haben wir wollen uns engagieren statt zu resignieren.

00:03:35: mein Studiogast gehört auch dazu.

00:03:43: Ja und das erste mal, dass ich sie getroffen habe.

00:03:44: Da stand sie im Bergischen Land hinter einem Bauzaun.

00:03:48: Jetzt sitzt sie mir gegenüber am Mikrofon.

00:03:50: Nicole Molinari, Vorsitzende des Kuratoriums Balkauserkotten.

00:03:54: Schön Sie wiederzusehen.

00:03:55: Hallo!

00:03:55: Ja

00:03:55: finde ich auch, freu mich auch.

00:03:57: Zwei Dinge müssen wir als erstes klären.

00:03:59: Wo genau ist Balkhausen?

00:04:01: Und was genau ist ein Kotten?

00:04:02: Das weiß gar nicht jeder.

00:04:04: Ja, also der Balkauser Kotten ist unter anderem auch ein Name für eine Ortschaft die sich in Solingen befindet.

00:04:12: Die ist ne Verbindung nach Burscheid, Witzhelden alles kleine Dörfchen und liegt direkt an der Wuppa.

00:04:18: Und ja, Solingen, die Klingen statt, die klingen mussten früher auch geschliffen werden Und das war ein Schleiferkotten dabei.

00:04:27: Während viele den Koten als kleines Bauernhaus kennen, ist bei uns im Solinger Gebiet der Kotten halt einen Schleiferkotten, der immer an den Flüssen gestanden hat und wir gehören zu einer der größten Anlagen.

00:04:42: Früher gab es mal hundertneuen Kottenanlagen in Solingen.

00:04:46: Wir sind jetzt noch zwei Kotten die für die Öffentlichkeit zugänglich sind.

00:04:51: Was ist damals bei Ihnen passiert?

00:04:53: im Sommer vor fünf Jahren.

00:04:55: Bei uns fing es wirklich damit an, dass die Wuppa langsam anschwollt und solange sie noch im Bett bleibt oder nur auf die Wiese geht ist das für uns noch unproblematisch.

00:05:06: aber Sie kamen dann so langsam in den Korten rein und ich war selber in einer Besprechung.

00:05:11: und es gibt halt die Möglichkeit Sandsecke zu bekommen weil wir ja schon mal öfters mit Hochwasserinsolingen zu tun haben aber eben nicht bei uns.

00:05:20: Ja, und dann habe ich per WhatsApp die Leute mobilisiert.

00:05:24: Und die sind mit Privat-Pkw gekommen um Säcke abzuholen und zu versuchen den Kotten noch zu schützen.

00:05:31: Wette man's gewusst war es natürlich eine völlig unnötige Arbeit.

00:05:35: aber da hatten wir schon die ersten Leute die gesagt haben egal was passiert wir sind für euch da.

00:05:39: Toll!

00:05:40: Aber nochmal kurz gefragt bei Ihnen war auch eine Familie die im Haus gelebt hat?

00:05:45: Genau In der ersten Etage sind die Leute, die sich damals um den Kotten gekümmert haben.

00:05:51: Unsere Kustorenfamilie.

00:05:54: Von denen bin ich immer informiert worden.

00:05:57: Das Wasser steht bis zur Treppe und im Kotten.

00:05:59: Da ist Ziemagumistiefel an.

00:06:01: Jetzt stehe ich bei besseren Wartosaanen.

00:06:02: Dann wurden sie evakuiert.

00:06:04: Also Glück im Unglück für diese Familie.

00:06:07: Wir haben ja auch aus Nethersheim gehört, es gab viele Todesopfer beim Hochwasser.

00:06:11: Über hundred-achtzig Menschen sind ums Leben gekommen, neunvierzig in NRW.

00:06:15: also dieses menschliche Leid kann man gar nicht oft genug hervorheben.

00:06:18: Richtig!

00:06:19: Auch wie viele Existenzen da über Nacht zerstört wurden.

00:06:22: aber eben auch Kirchen, Museen, Kulturschätz sind ein Stück Heimat und der Balkauserkotten ist ja eines der Wahrzeichen von Solingen.

00:06:29: Und als ich sie beim ersten Mal getroffen habe, da haben Sie mir ganz anschaulich beschrieben.

00:06:34: Wie es damals aussah.

00:06:35: Das sah hier so aus, das hätte ein großer Riese unseren Kotten in die Hand genommen über sich geschüttelt und einmal quer durch den Wupperschlamm gezogen und hätte alles fallen lassen.

00:06:46: Gibt es wirklich anschaulich?

00:06:48: Da kam auch nicht nur Wasser vorbei.

00:06:50: Nein, dieses Wasser bringt natürlich viel Schlamm, Exkremente, Schadstoffe.

00:06:56: da kamen Kühlschränke.

00:06:57: wir haben unmittelbar neben uns ein Campingplatz.

00:06:59: da kam dann insgesamt zwölf Wohnwagen an uns vorbeigeschippert die dann etwas weiter von uns entfernt unter der Wo-Power Brücke quasi geschreddert wurden.

00:07:09: Zu meiner Güte!

00:07:10: Jetzt ist das Kuratorium Balkauserkotten ja ein Verein.

00:07:13: Sie kümmern sich rein ehrenamtlich um den Erhalt dieses historischen Bauwerks, was ist Ihnen da durch den Kopf gegangen damals?

00:07:22: Ja ich bin also in der Nacht noch verbotenerweise hingegangen weil ich einfach gucken wollte ob mein Baby noch steht und bin dann nach Hause gegangen und hab nur gedacht dass schaffen wir nicht.

00:07:33: Ich habe einfach gedacht dass so viele Leute können wir nicht zusammen kriegen.

00:07:36: Wir sind nun ein kleiner Verein.

00:07:39: Ja und dann habe ich eine WhatsApp-Gruppe gegründet, nochmal eine.

00:07:42: Und da waren dann insgesamt hundertseptzig Helfer die wirklich nicht nur aus Neugierde in der Gruppe waren sondern die alle Hand angelegt haben.

00:07:50: Es sind Schlamm und Chaos, das ist eine Sache.

00:07:53: Aber Sie sind auch selbst Bauingenieurin, wie stand es um die Bausubstanz?

00:07:57: Ja, das war der Grund, weswegen ich geguckt habe.

00:08:00: Grundsätzlich mal sind Fachwerkhäuser sehr geduldig.

00:08:04: Die können schon relativ viel ab.

00:08:06: Die drücken vielleicht mal Gefache raus.

00:08:09: Das ist bei uns noch nicht passiert.

00:08:11: Es ist noch keine Scheibe kaputtgegangen.

00:08:13: Obwohl das so hoch voll Wasser war, war eben rundherum.

00:08:17: Der Druck war auf allen Seiten gleich.

00:08:19: Aber ich hatte natürlich auch Sorge.

00:08:21: Unser Kotten hat das grundsätzliche Datum vom Fünfzehnhundertvier und da sind schon ein paar Jährchen drüber gegangen.

00:08:29: Fünf Jahre ist das jetzt her?

00:08:31: Ich hab mir mal angesehen, bis heute bei Ihnen aussieht!

00:08:43: In einem weiten Bogen fließt die Wuppa am Balkauserkotten in Solingen vorbei.

00:08:48: Die düllisch eingerahmt vom Bergischen Wald liegt sie hier viele Meter tiefer unter uns im Flussbett Als ich zusammen mit Ralf Hartkopf auf der Wiese vor dem Haus am steilen Ufer stehe.

00:09:00: Kann man sich gar nicht vorstellen, dass das Wasser auch die Straße so dermaßen überschwemmt hat und dann quasi bis in meine Höhe im Kottenstand, also knapp an die einzeinundzig hoch.

00:09:11: Am alten Fachwerkhaus selbst haben die Überreste vom Schlamm noch zwei Jahre lang den Hochwasser stand von zweitausendbeinundzwanzig angezeigt aber inzwischen strahlt die Fassade frisch saniert im Sonnenschein.

00:09:23: Nach der Flut konnte ich damals durch etliche Löcher in den Lehmwinden direkt ins Gebäude hineinschauen.

00:09:29: Jetzt muss man dazu schon die Tür aufnehmen!

00:09:33: Ralf Hartkopf ist der stellvertretende Vorsitzende des Kuratoriums Balkauserkotten, er hat sein Ehrenamt erst nach der Katastrophe angenommen, denn der Verein brauchte damals dringend Verstärkung Und auch eine Menge Geduld war nötig, wie er ganz ehrlich erzählt.

00:09:48: Vor

00:09:48: zwei Jahren hier, als wir gearbeitet haben, kamen Radfahrer vorbei und macht der bald wieder auf.

00:09:52: die freuen sich alle.

00:09:53: Da muss man sagen, wir sind noch nicht so weit.

00:09:55: Das dauert leider mal was.

00:09:56: Es ist jetzt ja auch noch nicht alles hundert Prozent.

00:09:59: Auch wenn wir um einen guten Weg sind.

00:10:01: aber uns fehlen da tatsächlich die Menschen.

00:10:03: Muss man ganz klar sagen Wir sind ein kleiner Verein.

00:10:05: Der

00:10:06: aber eine Menge geleistet hat zusammen mit der Stadt Solingen.

00:10:12: Auch drinnen sind die Wände wieder ganz ordentlich verputzt, bis auf eine Stelle.

00:10:16: Aber da kann man auch reingucken in einen Sinsgeflecht?

00:10:19: Genau so bleiben.

00:10:20: Das ist alte Gefache und da kommt ne große Glasscheibe vor damit man das immer sehen kann wie das damals gemacht worden ist.

00:10:27: Hier soll ja auch ne Küche rein wenn wir dann unseren Waffeltag machen, unseren Reibekuchen Tag, unseren Grünkohltag.

00:10:34: Die brauchen wir natürlich hier auch.

00:10:35: und sowas alles.

00:10:36: Die Stromleitungen sind schon erneuert worden.

00:10:39: Eine neue Gasheizung und neue Toiletten wurden eingebaut.

00:10:42: Das jahrhundertealte Herzstück des Kottens, der Schleifstein ist unversehrt geblieben, liegt aber immer noch in Folie gepackt am alten Fleck.

00:10:50: Man sieht

00:10:51: hat man das auch schon länger nicht mehr aufgemacht.

00:10:53: Das Wasserrad draußen ist aus Sicherheitsgründen festgezogen.

00:10:56: Der Antriebsmechanismus der Schleicherei noch stillgelegt.

00:10:59: Wenn wir ein funktionierendes Museum haben wollen muss das hier da laufen.

00:11:03: Das ist das, was die Leute sehen wollen.

00:11:05: Die Achse dreht sich hier, da liegen dann die Rohlinge und vorne kann man das fertige Messer kaufen.

00:11:11: Das ist auch so ein kleiner Anreiz.

00:11:13: Ich finde es ist unnämlich wichtig unsere Geschichte.

00:11:17: Und wie viele Kotten hatten wir früher an der Wuppa?

00:11:19: Ralf Hartkopf ist in der Nähe aufgewachsen und schon als Kim mit dem Fahrrad zum Balkauserkotten gefahren.

00:11:25: Seine Großmutter und seine Mutter waren in einem Solingerbetrieb tätig in den Messer hergestellt worden.

00:11:31: Dadurch hatten wir immer super Messer zu Hause.

00:11:33: Ich habe heute noch Messer, die ewig alt sind.

00:11:36: Die sind absolut top!

00:11:37: Da merkt man eben was gutes Handwerk ausmacht.

00:11:41: Wir schauen uns einige der historischen Stücke

00:11:43: an –

00:11:44: Messer und Scheren.

00:11:45: Auch die Holzschuhe, die die Schleifer hier früher getragen haben, die schliepau blotzen.

00:11:50: Ich spüre die Begeisterung von Ralf Hartkopf und auch ein bisschen stolz auf alle, die seit der Flut im Balkauserkotten mitgewirkt haben.

00:11:58: Auch wenn der Weg so mühsam war.

00:12:00: Am Anfang ist alles ... Ja, zu Tode betrübt.

00:12:03: Alles kaputt und man schrie mir das wieder hin.

00:12:05: Und wenn man dann mal sieht wie da vorwärts geht dass Leute da sind die mit anpacken.

00:12:10: Das ist schon toll.

00:12:11: Ist wirklich toll!

00:12:12: Diese Bereitschaft dieses hohe Engagement das hat uns tief berührt.

00:12:16: Das hat uns wirklich verblüfft.

00:12:17: Stefan Ast ist der Geschäftsführer der NRW-Stiftung.

00:12:20: Ihn habe ich in Düsseldorf besucht, die Bilder von der Flutkatastrophe, haben damals große Betroffenheit ausgelöst, berichtet er.

00:12:28: Die größte Sorge galt dabei den Vereinen und Initiativen, die die Stiftung schon früher unterstützt hatte.

00:12:34: Zum Beispiel auch der Deilbach Hammer im Essenkupferdreh ein tolles Technikensemble.

00:12:39: Die waren gerade mit der Sanierung fertig.

00:12:41: da stürzte die Flut herein Tonnen schwere Hammer-Säulen, die aus dem Deilbachhammer rausgerissen worden sind und die Ruhe hat sie weitergetragen.

00:12:51: Und die haben einen nahe an der Ruhrmündung am Rhein in Duisburg

00:12:55: gefunden.".

00:12:56: Also da muss man sich dann vorstellen welche Dimensionen, welche Kräfte am Spiel waren oder die Muttenteilbahn an der alten Zeche Theresia entwitten.

00:13:03: Da sind viele Lokomotiven und auch Anhänger durch den Bergrutsch verschüttet worden.

00:13:09: Das sind auch Gebäude beschädigt worden und das war pure Verwüstung!

00:13:13: Der NRW-Stiftung war sofort klar, dass sie helfen muss, sagt Stefan Ast.

00:13:17: Ein Soforthilfeprogramm wurde aufgesetzt und natürlich hätten die vertrauten Partner in dieser Situation keine großen Formulare mehr ausfüllen müssen sondern nur ...

00:13:27: Kurz schreiben welche Initiative für wen stellt man den Antrag?

00:13:31: Was ist nötig, Trocknungsgeräte, Entschlammungen oder schnell irgendwo einen Stromgenerator aufzustellen?

00:13:38: Und Sie haben das ganz schlank und wirklich nahezu unbürokratisch gemacht.

00:13:42: Häufig konnte man sehr schnell fünftausend bis zu zwanzichtausend Euro beantragen und es ist uns auch gelungen, ganz oft am gleichen Tag noch den Förderbescheid zu geben.

00:14:00: Frau Molina, Sie haben sich damals auch an die NRW-Stiftung gewandt.

00:14:03: Ging

00:14:03: das so flott?

00:14:04: Das ging wirklich so flot und wirklich so unbürokratisch Und wir hatten ja schon Kontakt vorher gehabt mit der NRW Stiftung und waren da schon im Gespräch gewesen.

00:14:14: Ja und man kann sich gar nicht vorstellen wie schnell so eine Hilfeleistung also das Geld was einfach gebraucht wird Die Spenden die wir bekommen das heißt auch Schaufelschubkarre usw.

00:14:28: Aber Auch das Tablett voller Kuchen, geschmierter Brötchen, kalter Getränke.

00:14:35: Man kann es sich nicht vorstellen aber einen Tag später haben wir alle mit der Schaufel da gestanden und wir haben Spaß bei der Arbeit gehabt auch wenn man sich das nicht vorstellen kann.

00:14:45: Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl und diese Hilfe, die bringt einen einfach dann in so eine emotionale Hochwelle.

00:14:52: Nicole Molinari ist weiter zu Gast bei mir im Förderband des Studievorsitzenden der Diskoratoriums Balkauserkotten.

00:14:58: Fünf Tausend Euro Soforthilfe gab es damals von der NRW Stiftung für ihren Verein Und auch der Wippercotten das ist der zweite denes noch gibt.

00:15:05: in Soligen ist damals mit einer ähnlich hohen Summe unterstützt worden.

00:15:09: Wir haben gerade schon von ihrem Stellvertreter gehört Es war ne Menge Arbeit.

00:15:12: Ich nimm an In einem Schleiferkotten mussten sie messerscharf auch kalkulieren.

00:15:18: Ja, auf jeden Fall!

00:15:19: Wir haben halt nur Spenden zur Verfügung.

00:15:21: wir sind ein gemeindetziger Verein und da muss man natürlich ganz sorgsam mit jedem Cent umgehen und wenn so eine Katastrophe plötzlich kommt ist man schon froh, wenn man einen Schatzmeister hat der ein gutes Auge draufhält.

00:15:35: Jetzt habe ich aber festgestellt der Bauzaun durch den wir uns kennengelernt haben beim ersten mal.

00:15:39: Der steht immer noch da.

00:15:41: Genau, wir sind auch noch nicht fertig.

00:15:43: Ich wollte gerade sagen aber warum dauert das so lange?

00:15:45: Es soll

00:15:46: kein Vorwurf sein weil ich habe das überall erlebt.

00:15:48: Ja also bei unserem Fall kann ich da auch eine ganz klare Erklärung zu geben.

00:15:54: Ich hab gesagt dass es ein altes Fachwerkhaus Da sind natürlich auch Gefache die schön gestrichen waren Aber die Flut hat sie freigelegt Es sind Gebelg Schäden aufgetreten Die wir vorher überhaupt nicht vermutet haben Also

00:16:08: quasi Altschäden.

00:16:11: Ich sag einfach, also jetzt nach der Flut.

00:16:14: So schlimm sich das vielleicht anhört aber dem Kotten hat viel geholfen dass wir auch solche unentdeckten Stellen gefunden haben und die jetzt halt in Ordnung gebracht worden sind.

00:16:25: Weil alle im Jahrhundert der alten Haus jetzt einfach mal grundlich sowieso

00:16:30: genau Man holt ja nicht einfach ein Gefahr raus und sagt sich, guck mal ob der Balken auf der Seite auch noch in Ordnung ist.

00:16:35: Also da waren schon ordentliche Schäden.

00:16:38: Wo man auch sehr viel von gehört hat oder viele haben es erlebt Es gab keine Handwerker.

00:16:43: Haben sie so schnell Leute gefunden die ihnen dazu arbeiten konnten?

00:16:46: Und diese fachlichen Sachen erledigen konnten?

00:16:50: Also viel der Planung, dafür habe ich halt selber gemacht aus meiner beruflichen Erfahrung heraus.

00:16:56: Aber jetzt muss man natürlich sagen die Stadt Solingen hat die Handwerker bestellt weil sie Eigentümerin des Gebäudes ist.

00:17:04: wir sind ja nur Der Betreiber, der Betreuer.

00:17:08: Wir haben den eigentlich so unter unseren Fittichen.

00:17:11: Also das Museumsbetrieb

00:17:12: da?

00:17:12: Richtig genau aber auch eben halt in Ordnung zu halten.

00:17:16: und die Stadt Solingen hat sicherlich auch Mühe gehabt.

00:17:19: also das kommt natürlich zu allem noch dazu

00:17:22: Gab ja genügend Baustellen überall.

00:17:24: Auf jeden Fall,

00:17:25: also

00:17:26: ich sag jetzt einfach mal kam da jemand der so aussah wie ein Handwerker dann wurde der sofort schon in irgendeinen Hauch ausgezerrt.

00:17:32: weil natürlich auch was muss man jetzt mal sagen viele viele viele Privatgebäude wo eine Familie drin wohnt, wo ne Oma drinnen wohnt die auch saniert hatten und gerade erst fachdich wurden Die haben natürlich auch diese Hilfe gebraucht.

00:17:47: Ja, in der Nähe von ihnen ist Schlossburg Da wird das ganze Haus weg

00:17:50: richtig

00:17:51: geschwemmt worden, muss man wirklich sagen.

00:17:54: Welche Folgen hat das für das Ehrenamt?

00:17:56: Wenn sich alles so zieht und Jahre sind, zieht vielleicht auch an den Nerven und zährt an die Nerven.

00:18:02: Das zert auf jeden Fall auch an der Nerven des Vorstands.

00:18:06: Weil natürlich in jeder Vorstandssitzung wieder Stand des Wiederaufbaus kann ich manchmal gar nicht viel zu sagen.

00:18:13: Aber im Bereich des Ehrenamtes muss ich eben halt auch nochmal deutlich machen, dass die Leute am Anfang geschockt von dieser Situation auch geholfen

00:18:23: haben.

00:18:24: Aber aus dieser großen Gruppe, die uns damals geholft hat und die wir eigentlich immer noch brauchen ist jetzt noch ein Händchen voll Menschen übriggeblieben.

00:18:32: Das kann ich auch keinem verwehren, dass man sich dann andere Dinge annimmt.

00:18:35: Aber für uns ist die Situation eigentlich noch wie am fünfzehnten Juli-Zweitausender-Einenzwanzig?

00:18:40: Also die Welle der Hilfsbereitschaft ist dann leider irgendwann alle abgeäppt, muss man sagen.

00:18:44: Ja das ist einfach so.

00:18:45: Brauchen Sie für die Eröffnung nochmal wieder tatkräftige Unterstützung?

00:18:49: auf

00:18:49: jeden Fall!

00:18:50: Ein anderes Förderprojekt der NRW Stiftung, das Zwei-Tausend-Ein-Zwanzig auch schwer in Mitleidenschaft gezogen wurde, ist schon eröffnet worden.

00:18:57: Ihnen zum Trost Frau Molineri, das ist auch gerade erst vergangenen Monat her.

00:19:09: Es

00:19:09: war alles verschlammt, es war alles verdreckt.

00:19:13: Der Todes-Sümmern steht mit mir in der schwanen Apotheke in Bad Münster Eifel die ebenfalls beim Hochwasser überschwemmt wurde sowie die gesamte historische Altstadt durch die sich damals eine Schneise der Verwüstung zog.

00:19:25: Hier

00:19:25: stand ein großer Mörser,

00:19:27: ein

00:19:28: Bronzemörser den einen einzelnen Mann normal nicht tragen kann so schwer ist er.

00:19:34: Er wurde von Wasser runtergetragen auf dem Boden.

00:19:37: Zwarzig Jahre lang hat Gerd Hodis Sümmern zusammen mit ihrem Mantierdor die schwanen Apotheke geführt in der siebten Generation.

00:19:45: Danach ist hier ein einzigartiges Museum entstanden.

00:19:48: Das hier ist die apotheken Eingangstür gewesen, dort kam der Kunde rein ...

00:19:52: Wer hier eintritt, stauntscht denn er wird jetzt wieder zurückversetzt ins Jahr six, das Gründungsjahr der Apothekel Die wunderschöne Offizien, so heißt der Holz vertäfelte Verkaufsraum.

00:20:04: Die bei der Flut fast mans hoch im Breckwasser gestanden hat, hat wieder ihren alten Scham.

00:20:10: Nur eine Flasche vom legendären Stefinski Magenbitter, der hier auch mal hergestellt wurde erinnert noch an das alte Chaos.

00:20:17: Sie steht in einer Vitrine völlig verschlammt.

00:20:20: Der Schlamm wenn der

00:20:22: antrocknet wird ja wie Beton.

00:20:24: Man muss also ganz

00:20:26: am Anfang nach der

00:20:27: flut möglichst alles rausbringen und auch absprühen.

00:20:31: Sonst ist es

00:20:32: verloren.".

00:20:33: Und genau das haben die vielen freiwilligen Helferinnen und Helfer damals gemacht.

00:20:37: Jedes einzelne Medizinfläschchen, jeder Behälter aus Porzellan, jede Pillendose – auch die Zäpfchen-Gießform, die die Sümmerns noch benutzt haben wurde behutsam abgewaschen und getrocknet.

00:20:49: Die Deckenhohenregalwendete Offizien wurden auseinandergebaut, getrocknet und aufwändig restauriert.

00:20:56: Die vielen schmalen Schubladen funktionieren wieder einwandfrei.

00:20:59: Nur eine kleine Tür ist immer noch leicht verzogen, aber vielleicht besser so?

00:21:04: Es ist das Gift-Schränkchen!

00:21:06: Der Wille wieder aufzubauen der war eigentlich von Anfang an da.

00:21:10: Wir ahnten natürlich nicht was wir uns da aufgelastet haben.

00:21:14: Günter Kirchner ist der Vorsitzende des Vorderkreises für Denkmalflege in der Stadt Bad Münster Eifel.

00:21:19: Der Verein ist der Eigentümer des Apotheken Museums.

00:21:22: Es war mühsam, man muss immer wieder mit Überraschungen rechnen.

00:21:27: Und die hatten wir in vielfacher Hinsicht mal Flossen, die Mittel nicht schnell genug und mal hatten wir schonmal mit dem einen oder anderen Handwerk ein Problem.

00:21:37: also Probleme, die Bauherren gerne haben aber hat es ja gelohnt.

00:21:42: Am zwanzigsten Juni konnte das Schwahnen-Apotheken Museum in Bad Münster Eifel endlich feierlich eröffnet werden auch wenn Gertrudis Sümann zugibt dass sie zwischendurch nicht immer sicher war, ob das auch alles wirklich gelingt.

00:21:55: Vor allen Dingen die Gelder.

00:21:57: wusste man nicht, wo man die hernehmen sollte.

00:22:00: Da war das ja eine Hilfe?

00:22:01: Dass die NRW-Stiftung auch ein bisschen was gegeben hat?

00:22:02: Die NRW

00:22:03: Stiftung war Gold wert!

00:22:06: Das haben wir uns ein.

00:22:08: Der Förderkreis für Denkmalpflege in Bad Münster-Eife hat zur Sanierung des Apothekenmuseums tatsächlich den höchsten Betrag aus dem Soforthilfeprogramm der NRW Stiftung erhalten, insgesamt zweiundsechzigtausend Euro.

00:22:20: Wo?

00:22:20: mit dieser Soforthhilfe waren wir in der Lage nach wenigen Tagen damit zu beginnen Heizung herzustellen, Stromversorgung schaffen?

00:22:28: das wäre also ohne diese Soforth Hilfe so schnell nicht möglich gewesen.

00:22:32: Das Wörtchen sofort macht also den großen Unterschied.

00:22:35: Das bestätigt auch Stefan Meisberger in Nettersheim.

00:22:38: Es war hier so, dass wir im Stationsgebäude einzelne Schäden hatten, die wurden nicht... von der Versicherung reguliert in einem relativ kleinen Umfang, aber nichtsdestotrotz.

00:22:49: Und da haben wir uns diese fünftausend Euro eben geholfen, relativ zeitnah neue Sachen anzuschaffen die wir ansonsten hätten aus dem eigenen Säckel bezahlen müssen.

00:22:56: Das war damals natürlich sehr

00:22:58: hilfreich.".

00:22:58: Auch die biologische Station im Kreis Oiskirchen wird von einem Verein getragen – das Stationsgebäude befindet sich in Nettersheim in einem alten Hof, der in den neunziger Jahren mit Mitteln der NRW-Stiftung saniert worden war.

00:23:11: Dass das Hochwasser draußen die Dienstfahrzeuge aufeinander gestapelt hat, hatte Stefan Meißberger ja schon erzählt.

00:23:18: Aber auch drinnen herrschte Chaos!

00:23:20: Heike Günther zuständig für das Kulturlandschaftsprogramm sitzt heute wieder im Erdgeschoss in ihrem Büro aber sie erinnert sich noch genau wie sie damals die Akten getrocknet hat.

00:23:29: Und da waren die ganzen Kattierungen, haben wir nur Wäscheleinen aufgehangen und so.

00:23:32: und wenn ich dann jetzt die Ordner aufmache,

00:23:34: dann erinnere ich mich dann nach dort.

00:23:36: Kann man's noch riechen oder sieht man es nur an den gewählten Blättern?

00:23:39: Die ganz schlimme haben wir weggeschmissen, die ganz braunen waren.

00:23:41: Heike Günthe und ihre Kollegin mussten außerdem für ein paar Monate eine Etage höher ziehen.

00:23:46: Das Erdgeschoss musste erst saniert werden.

00:23:48: Der Holzfußboden war nach der Flut hinüber.

00:23:51: Aber Stefan Meißberger will das alles nicht so hochhängen.

00:23:54: Das Team, die Gemeinde Nettersheim – alle hätten dafür gesorgt dass es zügig vorangeht.

00:23:59: Also wir konnten ja direkt nach der Flut.

00:24:01: also ich schätze mal so anderthalb bis zwei Wochen danach fast wieder normal arbeiten.

00:24:04: das einzige was halt pfutsch war bei die Telefonanlage was uns dann wirklich gehindert hat auch da miteinander zu kommunizieren.

00:24:11: Ein gutes Jahr später war am Großteil der Sanierungsarbeit bei uns auch schon abgeschlossen.

00:24:15: Wir haben natürlich das Leid rundherum gesehen, wir haben die Hilfsbereitschaft hier gesehen.

00:24:20: Wir hatten selbst ein Kollege vom Kreis, der hier zwei Tage lang geholfen hat aufzuräumen und wir haben mit unseren Freunden und Begründen im Umfeld zu helfen.

00:24:30: Und insofern glaube ich, war das für unsere Station.

00:24:33: Das war ein einschneidendes Ereignis, aber auch jetzt kein existenzielles.

00:24:38: Also nicht existenziell bedrohlich das muss ich auch sagen.

00:24:41: Das ging hier sicherlich anderen im Umfeld noch mal wesentlich schlechter.

00:24:44: Hilfsbereitschaft zusammenhalt Worte die nach der Flutkatastrophe von großer Bedeutung waren.

00:24:50: überall im Land und auch in der NRW-Stiftung kamen damals viele Anrufe und Anfragen an wie in der Not geholfen werden kann.

00:24:58: Es sind ja viele Leute auch in die Flutgebiete gefahren und haben mit angepackt.

00:25:02: Und wir haben gedacht, für all diejenigen, die diese Möglichkeit nicht haben und die aber unterstützen wollen, haben wir einen Spendenaufruf gestartet.

00:25:09: Der richtete sich vor allen Dingen an unseren Förderfeind NRW-Stiftung mit seinen vielen, vielen tausend Mitgliedern Und wir waren überwältigt.

00:25:16: Wir sind über hundertachtzigtausend Euro zusammengekommen und tatsächlich konnten wir mit diesem Geld die ersten Soforthilfe-Maßnahmen für die betroffenen Projekte finanzieren.

00:25:27: Das ist eine große Solidarität, das ist ne große Hilfsbereitschaft für Sinter, sehr dankbar!

00:25:37: Ja auf den Vorderverein der NRW Stiftung weisen wir hier in unseren Podcast folgen ja auch immerhin... Eine Mitgliedschaft für die Familie kostet gerade mal thirty-fünf Euro.

00:25:47: Mehr Informationen unter nrw-stiftung.de und auch der Balkauser Kottenfrauenmodinari hat eine eigene Website, ich gucke da immer wieder einmal drauf weil ich wachte auf dieses Eröffnungsdatum.

00:26:01: Ja wir haben es also schon von Ende zwei tausend einen zwanzig als alle sagten das ist ganz schnell geschehen jetzt auf Ende zweitausend sechsundzwanzig geschoben vielleicht mit unserem Grünkohltag.

00:26:15: Der ist im November am ersten Sonntag, im November.

00:26:19: ich

00:26:20: weiß nicht ob wir dann wirklich richtig fertig sein werden aber trotz alledem sind einfach ganz viele Menschen die an unserem Schicksal teilnehmen und auch auf unserer Seite gucken oder eben halt in den sozialen Medien sich informieren und immer wieder fragen wann macht ihr denn auf?

00:26:36: Und selbst wenn man nicht ganz fertig sind

00:26:41: was

00:26:42: genauso wie in den anderen geschilderten Objekten in kleiner Heimarbeit dann in Ordnung gebracht wurden.

00:26:48: Es sind einzelne Zöpken, kleine Messer

00:26:52: gepreist.

00:26:52: So heißen die bei ihnen?

00:26:53: Ja

00:26:54: genau!

00:26:55: Das kommt von der Zoppe.

00:26:56: Da hat man die Zutaten für diese Suppe klein geschnippelt mit und deswegen ist das ein Zöppchen

00:27:02: Ah, und dann konnte man auch zoppeln in der Suppe sozusagen.

00:27:06: Sein Stück Brot reinzoppeln oder so.

00:27:08: Wunderbar Zöpkeln!

00:27:10: Es gab ja die spannende Geschichte dass sie kistenweise Zöppeln kleine Messerchen auf Lager hatten... Und die waren alle weg?

00:27:18: Ja

00:27:18: also weg nicht.

00:27:20: Die schwammen im Kotten und die haben wir alle wirklich einzeln da wieder rausgepiddelt und aus dem genauso geschilderten Schlamm, der Beton hart.

00:27:30: dann wird wenn man nicht schnell genug reagiert und die haben wir dann tatsächlich gegen Spenden verkauft.

00:27:37: Und wir haben glaube ich jetzt kein einziges mehr davon.

00:27:41: also sie sind alle weggegangen und das waren hunderte

00:27:44: müssen Sie neu anschaffen denn das Kottenlädchen wird es auch wieder geben

00:27:48: aber natürlich und vor allen Dingen sogar mit einer komplett neuen Kollektion einer Nachflut denn wir sind alle sehr optimistisch mit erhobenen Haupt in die Zukunft jetzt rein und haben dafür eigentlich schon viel vorbereitet.

00:28:03: Und das wartet jetzt darauf, dass es gekauft wird.

00:28:07: Gut, vierhundert Jahre alt ist der Balkauserkotten-Sie und ihr Team haben es geschafft dieses Kultur gut zu erhalten.

00:28:13: Was wünschen Sie sich für die Zukunft neben einem Eröffnungstermilien?

00:28:17: Tja,

00:28:19: das sind ganze Wünsche.

00:28:21: Also wir sind alle im gleichen Alter Das heißt so um die Sechzig rum die wir uns darum kümmern.

00:28:28: Wir haben Gott sei Dank einige junge Leute mit dabei, die auch im Vorstand arbeiten.

00:28:34: aber ich wünsche mir nicht nur für uns sondern für das Ehrenamt dass sich mehr junge Leute nochmal dafür interessieren.

00:28:42: Ich weiß es ist Leben heute ganz anders läuft.

00:28:45: Das ist in meiner Jugend war Aber wir brauchen das und ohne ehrenamt gehen wir ja ganz traurigen Zeiten entgegen.

00:28:53: Draußen bei Ihnen vor dem Haus steht eine große Linde.

00:28:56: Die Wiese ist da und natürlich weiterhin die Wuppa, ich hatte mit Herrn Meisbager lange darüber sprechen können auch wie wichtig Renaturierung ist.

00:29:06: Auslaufflächen hat sich auch ein bisschen was getan.

00:29:09: Bei ihnen muss man sich mit dem Fluss versöhnen?

00:29:13: Ich glaube nicht dass wir Streit mit den Fluss in Wirklichkeit hatten.

00:29:17: also die Wupper isst für uns Solinger und mit all ihren Nebenflüssen immer das Teil gewesen, was unsere Tradition überhaupt hervorgebracht hat.

00:29:29: Und dass sie mal über die Strenge geschlagen hat – das ist halt so!

00:29:32: Sie hatte uns achthundert Quadratmeter unserer Wiese genommen und wie das in der Natur so ist bildet die sich jetzt gerade auf der anderen Seite.

00:29:40: Der Wuppa hilft uns zwar nicht aber nein also Unsere Wuppe haben wir nach wie vor lieb.

00:29:45: Und die wird auch eines Tages, wenn das Wasserrad vielleicht wieder ersetzt ist am Haus sozusagen umgeleitet?

00:29:50: Das Wasser kommt bei Ihnen wieder vorbei auf

00:29:52: jeden Fall

00:29:53: damit der Schleifstand wieder läuft.

00:29:54: ganz genau

00:29:55: wunderbar.

00:29:55: ich drücke Ihnen und Ihrem Verein die Daumen.

00:29:58: Nicole Molinari vom Kuratorium Balkauserkotten in Solingen danke für den Besuch im Förderbandestudio.

00:30:03: Ich bedanke mich auch

00:30:05: und ihnen meine Damen und Herren Danke fürs zuhören in unserer nächsten Folge.

00:30:10: da geht es in die Truppacher Heide.

00:30:12: Die Truppenübungen und Panzer haben früher ziemlich grobe Spuren hinterlassen.

00:30:17: Aber heute beeindruckender Natur, Pur- und Artenvielfalt!

00:30:21: Meine Kollegin Maria Backe hat mir erzählt im August, wenn unsere neue Folge da ist, braucht man beim Wandern keine rosa Brille mehr?

00:30:30: Das übernimmt die Heide.

00:30:33: Ich wünsche Ihnen eine gute Zeit, genießen Sie den Sommer bis bald.

00:30:41: Ein Podcast der NRW-Stiftung Naturschutz,

00:30:45: Heimat

00:30:45: und Kulturpflege mit Cornelia Wegerhoff Produziert by Sounds Fresh.

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