Folge 50: Die erstaunliche Geschichte der Trupbacher Heide

Shownotes

Die Landschaft im Nordwesten von Siegen ist ein echter Hingucker. Besonders im Spätsommer, wenn die Heide blüht und große Flächen in schönstem Rosa stehen. Auf den sanft geschwungenen Hügeln gibt es mal Offenland mit Magerwiesen, dann wieder Büsche, Bäume, Waldrand. Genau diese Abwechslung schafft optimale Bedingungen für seltene Tier- und Pflanzenarten. Heidelerche und Baumpieper sind hier genauso unterwegs wie der kleine Wasserfrosch oder der Argusbläuling, eine Schmetterlingsart.

Aber was hier so nach Paradies klingt hat eine sehr kriegerische und auch hart umkämpfte Vergangenheit. 1930 wird das Gelände zum Truppenübungsplatz erklärt, Landwirte werden enteignet, Bäume gefällt, Panzer rollen. Nach dem zweiten Weltkrieg übernimmt das belgische Militär bis 1993. Aber nun geht ein anderer Kampf um das Terrain los.

Gewerbepark oder Naturschutzgebiet heißen jetzt die Fronten. Die Stadt Siegen will auf dem Gelände Industrieflächen schaffen, eine Bürgerinitiative stemmt sich dem aber mit aller Kraft entgegen. Wie lief das damals ab? Warum rollen auch heute ab und zu noch Panzer durch’s Naturschutzgebiet? Und was hat sich verändert, seit die NRW-Stiftung seit 2016 die Trupbacher Heide als Nationales Naturerbe verantwortet? Antworten und jede Menge Eindrücke dazu gibt es in der aktuellen Förderbandefolge.

Host: Marija Bakker

Studiogast: Thomas Härtel, NRW-Stiftung

Vor Ort: Manuel Graf, Biostation Siegen-Wittgenstein Armin Küthe, Schäfer Mechthild und Ulrich Lorenz, Gründungsmitglieder der „Bürgerinitiative Truppenübungsplatz Stopp dem Landschafts- und Naturverbrauch“

Produktion: Erik Gierig, sounds fresh Tonstudio

Weiterführende Links:

Infos/ Kontakt Nordrhein-Westfalen-Stiftung, Antragsformulare, Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner www.nrw-stiftung.de

Flyer zur Trupbacher Heide mit Wanderrouten www.nrw-stiftung.de/fileadmin/pdf/broschüren/Trupbacher_Heide_Faltblatt.pdf

Bilogische Siegen-Wittgenstein https://biostation-siwi.de

Schäferei Küthe https://www.gutesvomschaf.de

Transkript anzeigen

00:00:00: Ich bin als Kind hier groß geworden und wir sind also sehr oft hier oben gewesen.

00:00:05: Und haben natürlich auch geguckt, wenn die Belga Manöver gehabt haben was da an abgeschossene Munitionen dann noch rumliegt und haben die Lehren und auch zum Teil den nicht abgeschossenen Patronen eingesammelt.

00:00:16: Das ist aber ein gefährlicher Spielplatz?

00:00:18: Ja, wir haben ja nix damit gemacht.

00:00:20: Wir haben ihn nur gesammelt!

00:00:22: Damit angegeben, wer am meisten hat.

00:00:25: Die Pokémon von damals.

00:00:45: Manchmal ist in der Truppe Reheide bei Siegen die Hölle los.

00:00:48: Ganze Bereiche stehen in Flammen, dunkle Rauchwolken steigen auf und wovor kurzem noch Heido oder Ginster wuchsen liegt alles schwarz verkohlt.

00:00:57: Oder?

00:00:59: Es rollen schwere Planierraupen und Panzer quer durchs Terrain und ziehen tiefe Furchen in den Boden!

00:01:05: Die Erde wird gleichzeitig aufgerissen und plattgefahren.

00:01:09: Entwurzelte Pflanzen und Erdklumpen liegen verstreut, Wasser aus Pfützen und kleinen Tümpeln spritzt.

00:01:16: Was ich mir auf Fotos und in Filmaufnahmen zur Truppacher Heide ansehen kann, wirkt als Wolle hier jemand Krieg gegen die Natur führen.

00:01:24: Dabei ist das Gegenteil der Fall – heute zumindest!

00:01:29: Früher war hier Panzerfahr-Übungsbetrieb Schwere Bodenverbundungen, vor allem die Heideflächen entstanden.

00:01:40: Das sind mit den wichtigsten Offenlandtypen für dieses Gebiet hier.

00:01:44: Manuel Graf, Mitarbeiter der biologischen Station Siegen-Wittgenstein und Naturschutzfachlicher Betreuer der Truppbacher Heide.

00:01:51: Die verdankt ihren Namen genau dieser brachialen Vorgehensweise.

00:01:56: Die Heide ist eine Pionierart, die auf bestimmte Störungen angewiesen ist beispielsweise durch die Panzer oder aber auch durch Feuer.

00:02:06: Vorher ist hier Niederwald gewesen und hier wo wir jetzt gerade stehen waren, hier auch noch Ecker bis in die dreißiger Jahre rein.

00:02:14: Dann wurde Stadt Siegen dann in den dreißig Jahren Garnitionsstadt und bekam dann auch einen eigenen Dummübungsplatz.

00:02:20: Und im Grunde beginnt mit dem damaligen Truppenübungsplatz auch die Geschichte, die wir in diesem Podcast erzählen wollen.

00:02:27: Darin werden auch Weltpolitik, Europapolitik und Lokalpolitik eine Rolle spielen und immer wieder das bürgerschaftliche Engagement.

00:02:35: Wir haben gesagt, wir treffen uns ab Samstag neun Uhr hier auf dem Gelände und jeder bringt Werkzeug mit um die Birken und den Ginzer zurückzuschneiden.

00:02:45: Ich bin dann immer gegen zehn Uhr hingefahren und hatte zwei kringelheiße Fleischwurst- und Brötchen.

00:02:51: Das ist auch wichtig, das ist total wichtig!

00:02:54: Mächthild und Ulrich Lorenz gehören in den Gründungsteam der Bürgerinitiative Truppenübungsplatz Stopp dem Landschafts- und Naturverbrauch.

00:03:04: Ohne sie gäbe es heute keine Trubbacher Heide.

00:03:07: Wir haben Plakate gemalt, wir haben Leserbriefe geschrieben.

00:03:11: Wir haben Politiker eingeladen und diskutiert.

00:03:14: Wir hatten Versammlungen in den einzelnen Ortschaften gemacht und die Menschen dort informierten darüber was hier

00:03:20: läuft.".

00:03:21: Und damit haben wir schon ein paar wichtige Stimmen gehört – fehlen noch?

00:03:28: Der Schäfer Armin Küte zusammen mit seinen Hütehunden seinem Landschaftspflegeteam auf vier Beinen, das in Ziegen und vor allem Schafe.

00:03:41: Das Tier sollten wir mal wirklich feiern.

00:03:43: Machen wir!

00:03:44: Und wir feiern dass die NRW-Stiftung seit gut zehn Jahren Teil dieser Geschichte ist.

00:03:49: Ihr gehören seit zwei tausendsechzehn die Flächen der Truppbacherheide.

00:03:55: Ja, und damit ganz herzlich willkommen zur fünftigsten Förderbandefolge im vierzigsten Jubiläumsjahr der NRW-Stiftung.

00:04:02: Ich bin Maria Bakker und freue mich sehr dass bei mir im Studio heute Thomas Härtel von der NR W Stiftung ist.

00:04:07: er leitet die Abteilung Liegenschaften bringt eine Menge Einblicke mit.

00:04:11: schön das sie hier sind.

00:04:12: Vielen Dank

00:04:13: Herr Härtl.

00:04:14: Sie kennen ich glaube alle Akteure in der Truppbacher Heide persönlich Und gut und das Gebiet selbst natürlich auch.

00:04:19: was es das erste Dass sich jemandem erzählen den noch nichts darüber weiß

00:04:25: Das ist eine wunderbare Parklandschaft mit Heide, wo man schöner Ausblicke hat im Siegeland.

00:04:30: Wo sehr viel Wald sonst ist und wo man wirklich sonst eigentlich im Wald steht.

00:04:34: Und dort hat man einen wunderbaren Blick in die Landschaft aufsiegen.

00:04:40: Es irritiert ja erst mal das ausgerechnet der Ort, der für Zerstörung steht so was Schönes wie die Heide hervorbringt.

00:04:47: Warum?

00:04:47: ist dieser Kreislauf nötig von Zerstörung, Neubeginn, Wachstum und Zerstörung.

00:04:52: Können wir das einmal kurz erklären?

00:04:54: Ja, das liegt in der Natur der Pflanze selber.

00:04:56: Die Heide hat die Eigenschaft, dass sie halt sehr dauerhaft ist und einfach wächst und wächst.

00:05:01: Und dabei aber ... Das vergisst sich zu verjügen sozusagen als sie verholzt.

00:05:05: Und wächst teilweise im Gebieten, die es nährstoffreich sind relativ hoch auf.

00:05:09: Da gibt's Heide, die wirklich einem bis zur Brust geht Aber das verarmt dann dadurch auch sehr stark.

00:05:15: Die braucht dann sozusagen einmal einen Schlag entweder, also durch Feuer und Mähen oder durch militärische Nutzung die Panzerketten, die das Ganze immer wieder zermalmt haben.

00:05:27: Und dadurch wird die Heide angerichtet zu wachsen neu.

00:05:31: Das Gebiet ist rund dreihundert Hektar groß?

00:05:34: Richtig!

00:05:35: Ich habe unterschiedliche Zahlen gehört aber knapp dreihundert.

00:05:38: Also drei Quadratkilometer und offenbar ist es auch ein sehr arbeitsintensives Gelände.

00:05:43: Wer sorgt heute dafür, dass Offenland und Heidel in der Form bestehen bleiben?

00:05:49: Also konkret ist es hauptsächlich der Schäferalbetrieb Küte, der quasi mit den Schärfen ziegen dort die Offenhaltung sicherstellt also durch landwirtschaftliche Nutzung, auch durch Maat.

00:06:00: Im zweiten Schritt ist dann immer die Biostation zusammen mit dem Kreis Siegen-Mitkenstein, der mit seinem Pflegetrupp dort auch aktiv ist und die Biustation halt als Organisator des Ganzen vor Ort.

00:06:11: Die Auge drauf haben und auch den Schäfer kontrollieren, dass da soweit alles läuft.

00:06:18: Das ist eine große Aufgabe, die auch schwierig ist.

00:06:21: Die Natur ist sehr agil und da kommt man schwer gegen an.

00:06:25: Man kämpft in ständigen Kampf gegen das Zuwachsen, weil der Natur die Zustand wäre schon ohne Tiere bald.

00:06:32: Und es zeigt sich ständig!

00:06:34: Also ein arbeitsintensiver Bereich.

00:06:37: rollen heute noch Panzer durch?

00:06:39: Ja also für den Naturschutz als Pflegepanzer weil der ja quasi jetzt nicht mehr militärischen Übungsbetrieb ist, sondern rein in naturschutzfachlicher Zielsetzung verfolgt.

00:06:51: Aber man kann mit so einer Panzerlerfette was es nur noch ist, den Übungspotrieb simulieren.

00:06:56: und der Panzer hat einen entscheidenden Vorteil, er hat unheimlich Bewegungsfähigkeit und ist Gewicht und Geschwindigkeit.

00:07:02: wenn man damit ein Kettenbacker rumfahren würde, der ähnliche Eigenschaften von der Kette allein hat würde man Tagel brauchen um die gleichen Effekte zu erzielen, weil der Vergleich dazu eine Schnecke ist.

00:07:12: Okay, also wenn da heute noch so was durchwärt dann nur im Dienst des Naturschutz ist das schon mal klar.

00:07:17: Vielleicht gehen wir nochmal in die Historie kurz.

00:07:19: Da waren doch mich noch ein paar Lücken, neunzighundertdreißig Siegen is gar nie.

00:07:22: Sohnstadt haben wie eben gehört und sollen militärisches Übungsgelände schaffen.

00:07:27: Das hat damals das Reichskriegsministerium gefordert.

00:07:30: Damals gibt es noch keine Truppacherheide richtig?

00:07:33: Genau.

00:07:33: Da oben war quasi normale Nutzung, wie es im Siegland auch ist, hauptsächlich Niederwald, Privatwald wahrscheinlich und vielleicht, Graf hat's ja gesagt so ein bisschen Landwirtschaftliche Nutzungen auf der Höhe.

00:07:42: aber das kann nur sehr beschränkt gewesen sein.

00:07:45: Ich habe gehört diese Landwirte damals sind dann enteignet worden?

00:07:49: Genau, da war das Reich sehr restriktiv.

00:07:52: die haben gesagt so brauchen wir jetzt, da unten ist die Garnison sie brauchen Übungsfläche und diese Leute sind wahrscheinlich relativ andatzlos Vielleicht auch entschädigt worden sind sicherlich damals aber freiwillig gegangen sicherlich keine.

00:08:03: Dann kommt der Zweite Weltkrieg.

00:08:05: Auch da spielt die Truppereide tatsächlich eine Rolle, es war wohl mal so ein bisschen ... Ein Ablenkungsmanöver das dort Lichter aufgestellt wurden um zu simulieren dass da eine Ortschaft ist, die wichtig ist um dann eben von der Stadt Siegen abzulenken.

00:08:19: Kriegsende, nineteen und vierzig.

00:08:21: Da gab's ein paar Jahre Ackerbau.

00:08:23: Die Bevölkerung hat dann das Land sofort wieder in den Schlacht genommen, weil sie auf Hunger waren.

00:08:29: Das ist wahrscheinlich so, dass dort auch Landwirtschaft betrieben wurde im bescheidenen Rahmen.

00:08:35: Allerdings ist aus der Zeit natürlich wenig dokumentiert, weil die Leute hatten andere Sorgen als was aufzuschreiben.

00:08:41: Dokumentiert ist dann nämlich wieder ab neunzehnundfünfzig, dass die Belgier übernehmen als Schutz und Besatzungsmacht und haben da eben auch wiederum einen Truppenübungsplatz.

00:08:52: Was bei den Führungen, die ich gemacht habe immer wieder gesagt wurde.

00:08:55: Dass wenig oder keine Düngung stattgefunden hat und dass das auch das Entscheidende war.

00:09:00: Auf jeden Fall!

00:09:00: Also man kann ja sagen bei der Historie, die wir gerade erzählt haben da ist nie intensive Landwirtschaft betrieben worden.

00:09:06: Das war Hauptsache Wald und der Übersbetrieb hatte auch nur Fahrbetrieb gehabt.

00:09:10: letztendlich und Übungsschießen mit Übungsmunitionen also kein Schafe schießen dafür ist der Platz viel zu klein.

00:09:16: Das heißt auch die Belastung mit Kaufmitteln ist quasi nicht vorhanden oder nur sehr gering Und die geringe Düngung hat dazu beigetragen, dass das Gebiet in einem sehr naturnahen Zustand ist der Boden.

00:09:27: Und dieser Zustand hat sich ja immerhin über sechzig Jahre dann gehalten durch die Nutzung als Truppenübungsplatz oder militärisches Gelände wobei so ganz Naturnahr – das war schon ein Brachjalaumgang gewesen, der da stattgefunden hat.

00:09:42: also das ist dann wieder die Kehrseite für den Naturschutz.

00:09:45: natürlich jetzt super!

00:09:46: Genau, das sieht immer brachial aus.

00:09:48: Letztendlich hat es aber viele Abfallprodukte in meinem Naturschutz.

00:09:51: Ist das sehr wertvoll?

00:09:53: Gerade wenn man auch sieht dass die Truppereite war in den sechziger Jahren quasi kahl.

00:09:57: Das war wie eine Mondlandschaft.

00:09:58: selbst die Täler waren ohne bewaldet mit der Hauptsache und diese Waldanteile kamen nur dadurch zustande Dass die Erkenntnis gereift ist Wenn es starke Regenfälle gibt, dass alles in Truppach und in den Dörfern rum runterfließt da wirklich Probleme entstehen durch Erosion.

00:10:15: Dass man dazugelassen hat, dass sich Teile wieder bewaldet haben und aktiv auch gepflanzt hat wahrscheinlich.

00:10:21: Deswegen sind die Höhen zum Übungsbetrieb frei gehalten worden und die Täler sind bewalded was jetzt das schöne abwechslungsreiche Bild ergibt.

00:10:29: Auf unserer Zeitleiste sind wir dann in den Anfang neunzigern.

00:10:34: Da ist der kalte Krieg vorbei, die Sowjetunion zerfällt und auf dem Truppenübungsplatz.

00:10:38: bei Siegen verabschiedet sich das belgische Militär.

00:10:44: Und diese Zeit ist nun wieder entscheidend für die Trubacherheide.

00:10:47: Darum würde ich jetzt gerne Mächthild- und Ulrich Lorenz ausführlicher zu Wort kommen lassen.

00:10:51: Die beiden sind damals ganz zentrale Figuren Unterwegs.

00:11:03: Da ist der Fischbacher Berg, da waren drei Hochhäuser, sehr viele von den belgischen Streitkräften wohnhaft

00:11:11: und auf der Richtung nach neunzig Grad sehen sie den Kindelsberg vom Kreuztal.

00:11:16: Die Finger von Mettelt und Ulrich Lorenz zeigen in diverse Himmelsrichtungen.

00:11:20: Mir wird schnell klar, sie wohnen nicht nur in der Nähe – Sie kennen hier jeden Stein!

00:11:24: Ich bin als Kind hier groß geworden und wir sind da also sehr oft hier oben gewesen und haben natürlich auch geguckt wenn die Belga Manöver gehabt haben was da an abgeschossene Munition dann noch rumliegt und haben die Lehren und auch zum Teil den nicht abgeschossenen Patronen eingesammelt.

00:11:41: Das ist aber ein gefährlicher Spielplatz.

00:11:43: Wir haben ja nichts damit gemacht, wir haben ihn nur gesammelt.

00:11:46: Und dann?

00:11:47: Damit angegeben wäre meistens.

00:11:50: Die Pokémon von damals!

00:11:52: Es ist ein Samstagmorgen Anfang August noch angenehme Temperaturen aber die Hitze liegt schon in der Luft.

00:11:58: Wir streifen durch eine sanft geschwungene Landschaft.

00:12:02: Hier eine Wildblumenwiese, da einzelne Baumgruppen.

00:12:05: Dazwischen Magerwiesen auf denen immer wieder kleine Ginsterbüsche hochlucken und dazwisch ganz zart rosa die erste Heide Kaluna vulgaris.

00:12:15: Das ist ein zu blühendes Lohn sich jetzt hier über die Heide zu gehen.

00:12:20: Was uns allen auffällt es ist extrem trocken.

00:12:24: Normalerweise bleiben wir irgendwelche Fützen erhalten.

00:12:28: Aber

00:12:29: auch ein Feuchtgebiet, das wir uns genauer ansehen, zeigt keine Spuren von Wasser mehr.

00:12:34: Das sehen Sie noch den Mast?

00:12:35: Spuren des belgischen Militärs sind dagegen noch sehr präsent.

00:12:39: Da war das Andreas Kreuz also Vorsicht und wenn die scharf schossen dann hinter der rote Fahne bloß ... Wenn sie dann schossen, dann war er ja schon hier her!

00:12:52: Und war da hinten im Wald.

00:12:54: Da konnten sie hergehen und finden noch Geschoss im Boden.

00:12:58: Wir bleiben auf den Wegen, das ist ohnehin gewünscht ... Und setzen uns auf eine der Bänke, die die Bürgerinitiative kurz vor ihrer Auflösung hier platziert hat.

00:13:07: Ein guter Ort, um auf die Anfänge zu sprechen zu kommen!

00:13:11: Wir springen auch gleich ins Jahr... Der Abzug der Belgier ist gerade angekündigt.

00:13:17: Da liebäugelt die Stadt Siegen mit einem Gewerbepark auf dem Terrain, das sei gut fürs Wirtschaftswachstum und schaffe Arbeitsplätze.

00:13:23: Es wurde auch eine Zahl genannt wir brauchen hundertfünfzig Hektar Gewerbefläche zusätzlich.

00:13:29: für uns also man jetzt verschiedene Anwohner hier aus Langeholdinghausen aus Drobbach aus Seelbach aus Arlchen war es nicht nachvollziehbar weil wir diese Landschaftsform hier einfach und meinten sie sei schützenswert.

00:13:46: Etwa zehn Leute finden sich zusammen, darunter auch Ornithologen und Botaniker, die schnell das Potenzial der Fläche erkennen und benennen.

00:13:54: Und?

00:13:54: Vierneinzig bis siebenneinzig wurde dann noch von der Löffel dieser Anschalt für Ökologie vom Land ein Gutachten hier erstellt und da wurden also nachgewiesen über sechzig Arten an Pflanzen.

00:14:07: Und hier und die auf der rote Liste stehen.

00:14:09: Schon

00:14:10: vorher war das Gebiet übrigens von der EU als Schutzgebiet ausgewiesen worden.

00:14:14: Im Rahmen der sogenannten Habitat-Richtlinie sollten wertvolle und gefährdete Lebensräume erhalten bleiben und entwickelt werden.

00:14:22: Die Stadt Siegen wollte davon aber eine Ausnahmegenehmigung erwirken, weil der Bedarf an Industrieflächen so groß sei.

00:14:29: Gleichzeitig hatte sie aber einen Prospekt herausgegeben für mögliche Industriebetriebe zusammen mit der IHK, wo gezeigt wurde welche Flächen innerhalb der Stadt ziegen denn zur Verfügung standen.

00:14:42: Und das waren ganz viele.

00:14:43: also Contra und dieses Schreiben kriegten wir in den

00:14:47: Griff.".

00:14:47: Und organisierten sich kurzerhand einen Termin beim damaligen EU-Kommissar.

00:15:01: Die Ausnahmegenehmigung der Stadt Ziegen wurde nicht erteilt.

00:15:04: Es wurde abgelehnt?

00:15:05: Das war eine knappe Kiste!

00:15:08: Richtig, da haben wir aufgeatmet und gesagt, so jetzt haben wir gewonnen.

00:15:11: Die Stadt Zigen hat natürlich geschimpft

00:15:13: ... Ich dachte, der Landrat sind illegal nach Brüssel gefahren.

00:15:18: Und dann haben sie hoffentlich scheinengelachtlich.

00:15:22: Ja.

00:15:22: Aber

00:15:23: es ist aber nicht immer zum Lachen was damals passiert.

00:15:26: Im Nachhinein wirkt das eher grotesk.

00:15:29: Als endlich klar ist, die Truppbacher Heide wird nicht bebaut, stellt sich natürlich die Frage wer kümmert sich drum.

00:15:35: Auch da springen die Ehrenamtlichen mit eigenem Werkzeug und an ihren Wochenenden ein.

00:15:40: Hier

00:15:40: sind wir einmal gewesen und haben alles zurückgeschnitten – die Birken- und Enginster, sodass dann wirklich wieder Offenlandbereich war.

00:15:49: Und das haben wir bestimmt zwei oder drei Jahre.

00:15:52: der Landrat wie hieß er denn noch mal?

00:15:54: Hat uns beschimpft, als die Ginsterschläger.

00:15:57: Illegale

00:15:57: Ginsterschläger oder so was?

00:15:59: Die Ginster-Gangs da fände ich gut!

00:16:02: Haben Sie heute wenigstens wie eine Ehrennadel der Stadt Siegen und sagt die Stadt heute Danke oder so?

00:16:07: Nee aber das Geländes sagt uns danke.

00:16:09: Wir sind immer noch sehr froh dass das so gekommen ist.

00:16:12: wir haben dann im Nachgang allmählich angefangen zu überlegen Was wird mit dem Geländen sind auch auf die Nordrhein-Westfalen Stiftung zugekommen.

00:16:21: Es hat dann aber doch eine ganze Weile noch gedauert, bis die NRW-Stiftung das Gelände mit übernommen hat.

00:16:26: So dass wir unseren Verein auflösen

00:16:29: konnten.

00:16:36: Und zurück im Studio wo Thomas Härtel von der NRW Stiftung auch mit zugehört hat.

00:16:39: da sind jetzt ja immer noch ein paar Lücken in der Zeitachse.

00:16:42: In three ninety gründet sich die Bürgerinitiative erst zehn Jahre später.

00:16:47: Zwei tausend drei gibt es die Entscheidung der EU Kommissionen Und bis dahin weiß ich, hatte die Bundeswehr das Gelände noch genutzt.

00:16:54: Weitere zehn Jahre später, Jahrzehnte, löst sich die Gruppe auf und Jahrzehn übernimmt dann die NRW-Stiftung.

00:17:02: Wie lief das damals ab?

00:17:03: Wer hat das Gelände betreut?

00:17:05: Und wie kam es dazu, dass die NRWe Stiftung diese Flächen gekauft oder übernommen hat?

00:17:10: Erzählen Sie!

00:17:10: Das

00:17:12: ist die Bundesweh abgezogen.

00:17:14: Dann gab's eine Zwischennutzung unter einem Landwirt, der damals Rinder dort gehalten hat Und ganz viel Ehrenamt.

00:17:21: Der Nabusien hat sich sehr stark engagiert, was Lorenzen auch schon beschrieben haben, dass da sehr stark ehrenamtlich gearbeitet wurde und der Ginzer zurückgetränkt wurde.

00:17:30: Ziel war immer diesen Lebensraum zu erhalten und nicht zuwachsen zu lassen.

00:17:35: Der Ginzer ist dann ein ganz harter Gegner weil er wirklich sofort losliegt und auch weite Flächen zuwächst und den muss man immer stark aufpassen und auch zurückschneiden.

00:17:45: Das ist ja für Handarbeit gewesen.

00:17:46: die haben sich da sehr verdient gemacht Weil Zuwachsen heißt der Gleichzeit, dass auch dann naturschussfachliche Wert sinkt und letztendlich die Möglichkeiten vielleicht andere Nutzungen.

00:17:55: Ah!

00:17:55: Die Industriegebiet ist eines davon, dass das wieder ein bisschen nach oben kommt um den Wert zu erhalten.

00:18:01: Und das wirklich auch dauerhafte Sicherung.

00:18:03: dabei war halt auch dieser Zwischenzeit wo noch nicht klar war was.

00:18:05: damit wird auch dieses ehrenamtliche Engagement wesentlich.

00:18:08: Dann kommt die NRW-Stiftung ins Spiel.

00:18:11: ich nehme an, das war sicherlich auch noch ein Prozess der dann stattgefunden hat.

00:18:13: man sagt ja nicht okay wir übernehmen und dann ist es so.

00:18:16: Erstmal gab es diesen ersten Beschluss, dass der Bund das Nationale Naturjahr überhaupt erst mal auf der Taufe geroben hat.

00:18:22: Wichtig

00:18:23: ist dich was?

00:18:23: Genau!

00:18:24: Das gab dann diesen Koalitionsvertrag wo das erstmalig aufgenommen wurde und die erste große Koalition war das... Und dann hat sich das so langsam entwickelt, dass da der Bund Flächen reingemeldet hat.

00:18:35: Der Bund hat gesagt okay ist ein Fläch entbehrlich, da findet kein Übungsbetrieb mehr statt.

00:18:39: Die können wir abgeben.

00:18:40: und da gab's einen großen Pool Und da ist auch die NRW-Stiftung in Nordrhein-Westfalen sozusagen vom Land als Ziel benannt worden.

00:18:47: und dann haben wir eben gesagt, gut diese Flächen können wir uns gut vorstellen.

00:18:51: Da gehört auch die Truppereiheide dazu.

00:18:54: Dann ist glaube ich der Vertrag dazu dass wir die wirklich übernehmen ist von unseren damaligen Präsidenten Harry Vogtsberger auf dem Petersberg unterzeichnet worden und das ist im Jahr zwei tausend zwölf dreizehn.

00:19:06: Und letztendlich haben wir dann, das haben wir anfangs schon mal erwähnt.

00:19:11: Dann diese drei Jahre hat es noch gedauert bis man da die ganzen Verträge, die dahinter stehen auch soweit verhandelt und abgeschlossen hatte dass man dann auch unterschreiben konnte und der wirkliche Besitzübergang über den Schenkungsvertrag auch nutteriell festgemacht worden

00:19:24: ist.

00:19:24: Das heißt, das hat erstmal nichts gekostet?

00:19:26: Die Kosten entstehen dadurch, dass man jetzt betreut?

00:19:28: Genau!

00:19:29: Wir haben ja mit dem Bundesforstbetrieb Rhein-Weser, mit Herrn Pesch, dem Revierferster werden Graf zwei quasi verantwortliche vor Ort, die gemeinsam noch arbeiten und gut zusammenarbeiten.

00:19:41: Nun ist ja die Truppache Heide das haben sie eben gesagt ein nationales Naturerbe.

00:19:46: Das ist vielleicht sowas wie Naturschutzgebiet plus also Sie gehört nochmal zu einer besonderen Kategorie von Naturschutzgebiet oder?

00:19:55: Also das ist keine Schutzkategorie an sich, aber der Bund hat durch die Verträge auch grundbuchlich gesichert gesagt was da passieren soll oder was besser nicht passieren soll.

00:20:04: Es ist eine mittelfristige aus der Nutzungnahme der Waldflächen und es ist ne Fortführung und Sicherung der sehr extensiven Bewirtschaftung der Offenlandflächen.

00:20:14: Das heißt auch ein Erhalt der wertvollen offener Lebensraumtypen.

00:20:18: Ich weiß, dass acht Naturerbeflächen im Besitz der NRW-Stiftung sind und einige haben eine militärische Vergangenheit.

00:20:25: Andere so sicherheitspolitisch kann man sagen – wir haben hier schon mal über den Petersberg gesprochen, es ist auch eine eigene Folge.

00:20:31: Ist das die Bedingung?

00:20:32: Ja, Bedingungen ist es ja nicht aber es ist ne logische Folge.

00:20:35: Die militärischen Nutzung hat auf großen Flächen die Menschen draußen gehalten aus Sicherheitsgründen und hat auch landwirtschaftlich Nutzungen nicht zugelassen.

00:20:44: Sowohl der Mensch als auch der Menschen seinen wirtschaftlichen Handeln sind oft für die Natur ein Problem.

00:20:50: Durch, ich sag mal, starke Übernutzung durch Düngungen, durch Beunruhigung und das alles gibt es auf diesen Flächen nicht.

00:20:57: Und so eine Heidepflanze einen Ziegenmärker oder eine Heidelärche also besonders seltene Vogelarten Mit so einem Panzer können die gut umgehen.

00:21:07: Das ist kalkulierbar, es folgt aber letztendlich gewöhnen auch die Tiere sich dran und manche Pflanzen wie wir vorhin schon gesagt haben, wie die Heide brauchen auch.

00:21:16: Gewisse intensive Störungen.

00:21:18: Eins noch waren andere Naturerbeflächen der Stiftung ähnlich umkämpft und umstritten als die Truppacherheide?

00:21:24: Also fast ein Krimi hier.

00:21:26: Ja,

00:21:26: das ist in der Tat eine Besonderheit weil die anderen Flächen haben das nicht gehabt.

00:21:31: da gab es diese Konflikte in der Form gar nicht.

00:21:33: In den anderen Flachen waren die meisten schon akzeptiert auch kommunal akzeptierte Nahehohlungsflächen und auch wertvolle Naturschutzflächen.

00:21:42: Das war ja in Siegen erstaunlicherweise nicht von Anfang an so.

00:21:47: Heute wirkt es da alles sehr, sehr friedlich in der Truppbacherheide.

00:21:50: Dabei muss man wirklich sagen kein bisschen langweilig.

00:21:52: Wenn wie jetzt im August-September die Heide blüht ist das natürlich super schön.

00:21:56: aber ich war Mitte Juni auch schon dort.

00:21:58: übrigens ein wirklich lausig kalter Tag völlig andere Stimmung Aber auch toll!

00:22:10: Die meisten Vogelarten sind jetzt gerade noch aktiv also ich höre auch schon einige.

00:22:14: Jetzt weit entfernen zum Beispiel Bufink.

00:22:16: Dann hört man jetzt hier Nadem Zilpzalp Der singt seinen Namen Der Baumpieber, auch eine typische Art von so ein Halboffenland.

00:22:27: Mit Manuel Graf von der Biostation Siegen-Wittgenstein durch die Heide zu gehen ist als würde man neue Ohren bekommen.

00:22:33: Mitten im Satz unterbricht er um ... Goldammer!

00:22:35: Wie macht sie?

00:22:39: Goldamma ist unsere einzige Ammarart neben der Rohrammer.

00:22:43: Die Rohrkam hier früher auch vor aus einer tief seltener Art und dann gibt's noch den Ortolan.

00:22:49: Und das singt auch ähnlich wie die Gold-Amazon.

00:22:55: Da hat Beethoven für der fünfte Sinfonie, wenn ich es jetzt richtig gesagt

00:22:59: habe.".

00:23:05: Beethoven's Fünfte – genau richtig!

00:23:07: Kleiner Werbeblock an dieser Stelle?

00:23:09: Wer bei Beethoven hellhörig wird kann gern mal in die klangvolle Förderbandefolge zweiundvierzig rein hören.

00:23:15: Da sind wir im Beethovenhaus Bonn auch ein Förderprojekt der Stifte.

00:23:19: Die Heidelärche hat sich jetzt noch nicht gemeldet, oder?

00:23:22: Ja, just in dem Moment.

00:23:23: Jetzt höre ich eine da die Richtung.

00:23:27: Ja genau oben ist ne ... sieht man so ein solitär Fichte da einer Fläche und da sieht man ein kleines Vögelchen obendrauf.

00:23:35: Zum Singen steigt es auf ähnliche Feldlöcher und dann sinkt sie über mehrere Minuten.

00:23:40: Die hört nicht wieder auf, ne?

00:23:41: Die hören gar nicht auf.

00:23:42: Bei der Feldlösche ist das noch schlimmer.

00:23:45: Aber man mag drauf achten, ne Gesang.

00:23:46: Ein ganz weicher melodischer Gesang

00:23:53: Der Heidelärche geht's hier inzwischen richtig gut, sagt Manuel Graf.

00:23:57: Der Bestand hat sich erholt!

00:23:59: Als naturschutzfachlicher Betreuer der Truppbacher Heidekartiert er die Vögel Schmetterlinge und Amphibien.

00:24:05: Er hatte heute den Kescher dabei um mir besondere Exemplare zeigen zu können.

00:24:09: aber weder Molch noch Geldbauchunke lassen sich bei der Kälte blicken.

00:24:14: Wir gucken etwas ratlos auf zwei Pfützen.

00:24:17: Die sind eigentlich prädestiniert dafür als Fortplanungsgeverser für die Geldbauchtunge Kleingewässer, die regelmäßig auch mal austrocknen.

00:24:25: So dass da der Predationsdruck sinkt oder beispielsweise die Bellenarfen oder Wasserkäfer, die die Larven dann fressen

00:24:34: würden.".

00:24:34: Die Larven der seltenen Geldbauchunke sind als Futter ziemlich begehrt.

00:24:38: darum leicht sie strategisch klug nicht alles auf einmal ab sondern verteilt es auf mehrere kleine Leichgänge im Jahr und zwar bevorzugt in solche Pfützen.

00:24:48: das soll die Chancen für den Nachwuchs erhöhen.

00:24:52: Einige Meter weiter kommt der Kescher doch noch zum Einsatz.

00:24:55: Manuel Graf holt ziemlich lässig zwei Schmetterlinge ins Netz.

00:24:59: Guckt mal ganz unten die Fleckenreihe, da sind so blau- metallische Topfer hier.

00:25:04: Da sieht man einen blauen Punkt und auch der Argosbleuling, die hervorkommt.

00:25:08: Die raufend fressen unter anderem an Besenheide aber auch am Ginster ein.

00:25:13: Argospleuling heißt er deshalb nach der griechischen Mythologie.

00:25:17: Die Geschichte vom Riesen-Argus mit seinen Hundert Augen ist natürlich legendär.

00:25:22: Sogar im Schlaf blieb bei ihm mindestens ein Auge immer offen, heißt es.

00:25:27: Daher Argosbleuling weil die dunkle Fleckenreihe an der Unterseite, also schwarzen Punkte meisten davon zusehen und einen Teil davon sind auf.

00:25:36: Obwohl es so ein kalt Trübertag ist und wir dachten heute zeigt sich gar kein Tier gibt es dann doch einiges zu sehen.

00:25:43: Außerdem sind wir ja noch mit einer ganzen Schafherde verabredet und mit Armin Küte, dem Schäfer.

00:25:49: Es sind große Flächen und hier könnten die jetzt schon einen ganzen Tag gehütet werden.

00:25:54: Und wenn es natürlich richtig heiß ist, dann ist hier kein Schatten.

00:25:57: Da muss ich gucken, wo ich ein paar Bäume hau ... Komm, Sam!

00:26:01: Armin Küte erzählt mir von den Herausforderungen als Schäfers, von Mountainbikern, die quer durch die Schaferde fahren, Wildschweinen vom Wolf und Kosten für Schutzzäune.

00:26:12: Sein wichtigster Punkt ist aber, dass das Schaf an sich viel mehr Wertschätzung verdient.

00:26:17: Das scharf zeichnet aus, dass es heute einfach in der Landschaftspflege nicht mehr wegzudenken ist.

00:26:22: Die Schaf-Harweihten, die über Jahrzehnte oder Jahrhunderte teilweise wo die Schafe gehütet wurden ... Es sind Bioturbe, die sind unverstellbar eine hohe Biodiversität, die das Schaff erzeugt und in der Landeschaftspflege ist es heute nichts mehr weg zu denken.

00:26:38: Während wir reden, machen die Schafe schon ihren Job und knabbern an allem was die Wiese zu bieten hat.

00:26:44: Manuel Graf deutet auf ein paar Stare, die sich dazugesellen und die Insekten rund um den Schafskot futtern.

00:26:50: Bei dem einen oder anderen Star kann man beobachten, da vorne setzen sie sich auf den Rücken von den Scharfen drauf.

00:26:57: Da suchen die nach Ektoparasiten z.B.

00:27:00: auch Zecken oder so, die dann aus dem Feld rauspicken.

00:27:03: Das

00:27:03: ist eine schöne Kooperation.

00:27:06: Hier in der Truppbacher Heide greifen viele Dinge ineinander, die man nicht unbedingt sofort zusammendenkt.

00:27:12: Ob es Stare auf Schafrücken sind oder Panzerketten im Naturschutzgebiet und genau das macht diesen Ort so besonders.

00:27:25: Ja, Thomas Herthl von der NRW-Stiftung ist immer noch hier im Studio.

00:27:29: Wenn Sie jetzt auf diese Entwicklung gucken von der Truppe Heide was denken sie?

00:27:32: Was geht Ihnen vielleicht auch nach?

00:27:34: ich denke dass wir da ein sehr gute Entwicklung beobachten konnten von dieser Ungewissheit, vom Übergang.

00:27:43: Von dem starken Ginster und Bewuchsdruck hin zu einem guten stabilen Zustand mit sehr vielfältigen Nutzungsformen auch Pflegeformen, Panzer, Feuer usw.

00:27:54: Hauptsächlich Maat- und Scharfen natürlich in Ziegenbeweidung.

00:27:58: Im Wald geht es ja noch weiter.

00:27:59: dass wir auch die Rheinbestände im Fichte umbauen das hatten sie auch der Käfer Anführungsstrichen geholfen, dass da auch naturnah Waldbestände entstehen langfristig.

00:28:11: Es gibt auch Tierarten die Vogelarten vor allem, die auch so eine Fichte mal ganz gerne haben und das nutzen können.

00:28:19: Heute ist ja das Gewerbegebiet erstmal keine Bedrohung mehr.

00:28:23: Das ist vom Tisch aber dafür gibt es andere Bedrohhungen nämlich die Hitze und die Trockenheit, die ich dort auch erlebt habe.

00:28:29: Wie kann sich dieses ja schon sensible Gebiet wie kann sich das da wappnen?

00:28:34: Das ist eher schwierig.

00:28:36: Also gegen den Klimawandel, wenn man wirklich sagt dass sich das grundsätzlich ändert und wir nicht mal dieser, ich sag mal eben der Truppereiheide eher guten Niederschlagsverhältnisse haben Wenn sich das wirklich stark Richtung Torkenheit ändert dann haben wir da ein Problem Der Halt der jetzigen Lebensräume.

00:28:53: Es kann natürlich sein Dass sich das in anderer Lebensraumtypen mit anderen Pflanzengesellschaften entwickelt.

00:28:59: Das muss man dann beobachten.

00:29:00: aber das Gebiet Zeigen sich ja auch dadurch aus, ist eine Höhenlage.

00:29:05: Wir haben Instagram sieben Quellen im Gebiet und die Bäche, die da entspringen sind so in der Anfang von vielem Und man merkt aber auch einen trockenen Sommer.

00:29:14: Da kommt nichts.

00:29:14: wenn von oben nichts kommt dann kann auch der Bach die Quelle nicht auf dem Berg nicht Wasser spenden.

00:29:20: Aber sind Sie eher optimistisch dass das so ne Resilienz hat dieses gebiet?

00:29:25: Also es ist denke ich mal Maximal, dass wir weitestgehende natürliche Bedingungen im Wald und das wir auch im Bereich des Offenlandes eine sehr extensive Pflege haben.

00:29:36: Die Frage ist nur wie die Entwicklung wirklich dann läuft?

00:29:39: Und ob sie so dramatisch ist, da wird nicht Wüste entstehen oben.

00:29:43: Das wird immer in Lebensraum bleiben der wertvoll ist

00:29:48: sagt Thomas Herthl, Leiter der Abteilung Liegenschaften in der NRW-Stiftung.

00:29:52: Vielen Dank, dass Sie uns hier den großen Bogen über das nationale Naturerbe und die Geschichte hier erzählt und erklärt haben und die Rolle der NR W Stiftung in der Truppacharheide.

00:30:02: Schön, dass sie hier waren!

00:30:03: Ich danke Ihnen!

00:30:04: Danke auch an alle, die zugehört haben.

00:30:06: empfehlen Sie uns gern weiter.

00:30:07: wir freuen uns natürlich auch über Feedback.

00:30:09: und wer merkt Ich will mehr NRW-Stiftung in meinem Leben prima.

00:30:13: Ein erster Schritt könnte da sein, Mitglied im Förderverein zu werden!

00:30:16: Alle Infos gibt's unter nrw-stiftung.de.

00:30:19: Und wer selbst ein gutes Projekt hat und eine tolle Förderin sucht auch da gilt bitte melden.

00:30:24: Die nächste Förderbandefolge wird übrigens eine echte Jubiläumsfolge Im September.

00:30:29: gucken wir auf vierzig Jahre NRW Stiftung.

00:30:35: Das war

00:30:36: FörderBande

00:30:46: Mit Maria Bacca Produziert bei Sounds Fresh.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.